Wie wir vor 19 Jahren einmal ein Date hatten – eine Hochzeit in Tweets

Regelmäßig über die eigene Hochzeit zu twittern, hat zum einen eine hilfreiche kathartische Funktion, die verhindert, dass sich das Paar im Zuge der Vorbereitungen unversöhnlich zerstreitet und folglich trennen muss. Zum anderen bietet es die schöne Möglichkeit, die letzten Monate anhand der Tweets Revue passieren zu lassen. Daran möchte ich die Leserinnen und Leser des Blogs gerne teilhaben lassen.

Zunächst einmal ein Rückblick, wie alles begann:

Wie ich mal vor 17 Jahren ein Date hatte und jetzt jeden Morgen Pausenbrote schmiere.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 25. Juni 2014

Noch einmal fast zwei Jahre später und nach dem intensiven Studium der deutschen Steuergesetzgebung steht auch schon der Entschluss, den Schritt in die Bürgerlichkeit zu wagen und zu heiraten. Die Kinder sind begeistert.

"Die Mama heiratet einen wunderschönen Mann."

Es ist doch angemessen, dass der Sohn mit 9 Jahren 1.000 Euro Taschengeld bekommt, oder?

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 29. November 2015

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Die erste Hürde auf dem Weg in die Ehe ist dann der Gang aufs Standesamt.

Erstaunlich, wie schlecht gelaunt Menschen schauen, die ihre Hochzeit anmelden.#standesamttweet

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 24. November 2015

Ein Typ schlägt seiner Freundin vor, für die Hochzeit einen Zauberer zu engagieren. Sie schaut, als gäbe es dann keine Hochzeit.#standesamt

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 24. November 2015

Die Angst, nach dem langen Warten auf dem Standesamt nachhause zu kommen und die Kinder haben inzwischen Abitur gemacht.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 24. November 2015

Auf unserem Standesamt hat Roland Kaiser geheiratet.

Spricht etwas dagegen, sich als Musik "Manchmal möchte ich schon mit dir" zu wünschen?

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 25. Januar 2016

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Der Entschluss, sich die Zweisamkeit staatlich bestätigen zu lassen, hält einen nicht davon ab, weiterhin eine erfüllte und erfüllende Partnerschaft zu führen, in der Nachsicht, Harmonie und Gleichberechtigung groß geschrieben werden und in der sich beide blind verstehen.

Wir leben in einer gleichberechtigten Partnerschaft und übernehmen im Haushalt die Aufgaben, die uns liegen. Ich zum Beispiel esse gerne.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 18. Dezember 2015

Die Freundin und ich stellen jetzt den Weihnachtsbaum auf.

*2.643 Paartherapeuten gefällt das*

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 22. Dezember 2015

Auch mit 40 Jahren darf ich bei meinen Eltern keinen fremden Damenbesuch mit aufs Zimmer nehmen.

Die Freundin ist da sehr streng.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 26. Dezember 2015

Die Freundin hat einen Mixer gekauft. Hinten im Schrank weint der Entsafter. Die Nudelmaschine tröstet ihn. Der Wasserfilter nickt stumm.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 13. Januar 2016

"Ich möchte keinen Käsekuchen."
"Du hast halt keinen Geschmack."
"Deswegen habe ich mich für dich entschieden."
Nie liebten wir uns mehr.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 31. Januar 2016

Die Freundin hat nicht bemerkt, dass ich die Weihnachtskisten weggebracht habe. Es ist diese Art von Ignoranz, die Partnerschaften zerstört.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 8. Februar 2016

Wenn ich der Freundin heute zum Valentinstag Rosen schenke, denkt sie bestimmt, ich habe eine Affäre. Deswegen lasse ich das lieber.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 14. Februar 2016

Habe der Freundin gerade vorgeschlagen, wir könnten Fenster putzen.

Sie glaubt jetzt, ich habe den Verstand verloren. Ich auch.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 26. März 2016

Habe der Freundin ein Netflix-Abo geschenkt. Dann haben wir uns von den Kindern verabschiedet. Sie sollen sich melden, wenn sie ausziehen.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 1. April 2016

Eine gesunde Partnerschaft hält es aus, wenn man die Geschirrspülmaschine der Freundin umräumt.

*Bereitet sich auf Nacht auf dem Sofa vor*

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 14. April 2016

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Irgendwann nehmen die Hochzeitsvorbereitungen an Fahrt auf und stellen die Toleranz der künftigen Eheleute auf harte Proben.

Die Freundin und ich stellen die Songliste für die Hochzeit zusammen.
Wir müssen wohl zwei DJs buchen oder beide jemand anderen heiraten.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 3. Januar 2016

Als Reaktion auf diesen Tweet hat mir mein Twitter-Kollege Heiko Bielinski übrigens die Playlist seiner 14-teiligen Hochzeits-Compilation zukommen lassen, damit wir uns davon inspirieren lassen können. Die Gäste unserer Hochzeitsparty können ihm dafür wahrscheinlich gar nicht genug danken.

Was zunächst als kleine Feierlichkeit im intimen Rahmen geplant war, nimmt allmählich ungeahnte finanzielle Auswüchse an.

So eine Hochzeit ist ja doch teurer als man denkt.

Falls jemand Interesse hat, eine Niere von mir zu kaufen, bitte Nachricht per DM.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 10. Februar 2016

Unglücklicherweise blieb dieser Aufruf ebenso folgenlos wie mein Vorschlag, gegen einen geringen Obulus nackt zu putzen.

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Den Bund der Ehe einzugehen bedeutet selbstverständlich, sich gegenseitig uneingeschränkte Treue zu schwören. Egal, wie verlockend die Angebote sind.

Sehr gutes Timing, so zweieinhalb Wochen vor der Hochzeit. pic.twitter.com/QlZfs3mY9Q

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 27. April 2016

Die Harmonie kann kurz vor der Eheschließung aber nicht nur durch tatsächliche oder vermeintliche Untreue gestört werden.

Habe in 15 Minuten für 50 Euro die Hochzeitsklamotten gekauft. Möglicherweise möchte die Freundin mich jetzt nicht mehr heiraten. Aus Neid.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 10. Mai 2016

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Bevor es schließlich ins Standesamt gehen kann, stehen vorher aber noch einige wichtige Last-Minute-Erledigungen an.

Tagesaufgabe: Eine Hochzeitsrede aus Roland-Kaiser-Zitaten zusammenstellen.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 13. Mai 2016

Einen Tag vor der Hochzeit zum arabischen Barbier zur Rasur gehen, hat auch etwas Suizidales.
*bekommt Rasierwasser auf den Hals
*weint

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 13. Mai 2016

Wenn man nur alle fünf Jahre Schuhe kaufen geht, weiß man auch wieder, warum man nur alle fünf Jahre Schuhe kaufen geht.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 13. Mai 2016

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Am Tag der Hochzeitszeremonie sollten sich weder Braut noch Bräutigam aus der Ruhe bringen lassen. Dann klappt auch das Ja-Wort an der richtigen Stelle.

Zwei Stunden bis zur Trauung. Damit es nicht zu romantisch wird, macht die Freundin Wäsche, ich bringe den Müll runter.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 14. Mai 2016

Wie ich vor 19 Jahren mal ein Date hatte und gleich sagen werde: "Ja, ich will."
(Hoffentlich an der richtigen Stelle.)

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 14. Mai 2016

Schön, wenn der Mann im Haus das gebärfreudigste Becken hat. pic.twitter.com/WkR92ksOc0

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 15. Mai 2016

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Eine aktive Begleitung der Hochzeit auf Twitter hat den schönen Effekt, dass sehr viele Twitterer Anteil an dem Ereignis nehmen und Glückwünsche per Tweets schicken.

Twitter Du geile Socke! Einer von uns heiratet heute und alle stehen Spalier.

@Betriebsfamilie

— Alex (@Papaleaks) 14. Mai 2016

Heute heiratet der Herr @Betriebsfamilie.

Ich wünsche Liebe, Küsse, Glück, Sonnenschein, Spaß, Wärme und Kribbeln im Bauch. Für immer!

— Lilli Marlene (@MarleneHellene) 14. Mai 2016

In ein paar Stunden wird @Betriebsfamilie keine Freundin mehr haben. So schön <3. Alles Gute euch beiden.

— Hübscherei (@Huebscherei) 14. Mai 2016

Der @Betriebsfamilie heiratet heute (s)eine Familie! Darauf ein dreifaches Käsekuchen-Hip-Hip-Hurra!

— Mutter_im_Einsatz (@FlavorZQueen) 14. Mai 2016

So, jetzt denken wir mal an die gesamte @Betriebsfamilie und alle schreien JAAAAAAA!

— Bernd Neufelich (@Neufelich) 14. Mai 2016

Ich werfe mal einen Kochbeutel Reis auf die @Betriebsfamilie !!! Endlich hat das Lotterleben ein Ende! ❤️🍾💚*Käsekuchenemoji*❤️🍾💚

— Frau Rabe (@Rabensalat) 14. Mai 2016

Da heiratet der @Betriebsfamilie und ich durfte nicht aus der Torte springen. Skandal!!! Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!!! <3

— Team Hose aus (@MaGeLaNe72) 20. Mai 2016

Berlin hat heute rosa Himmel zu Ehren von @Betriebsfamilie pic.twitter.com/UuVKbNX78s

— Hoptimist (@MusicHistoryLaw) 14. Mai 2016

Während der Trauung werden Tränen der Rührung verdrückt.

@Betriebsfamilie mir schießen schon beim Lesen des Tweets vor Rührung Tränen in die Augen *insTaschentuchrotz*

Alles Gute & Liebe Euch!

— Patricia Cammarata (@dasnuf) 14. Mai 2016

Von ‚Das Nuf‘ bekamen wir zur Feier des Tages auf ihrem Blog eine eigene Hochzeits-Non-Mention-Seite. Für dieses Geschenk ein ganz großes Kleinerdrei.

Andere Twitterer gaben hilfreiche Tipps, damit auf dem Standesamt alles reibungslos abläuft.

@Betriebsfamilie Den Ring an ihren Finger stecken. Nicht ins Feuer werfen, ich wiederhole, den Ring nicht ins Feuer werfen.

Alles Gute!

— Talented Mrs. Reply (@iezweipunktnull) 14. Mai 2016

"Einspruch, Hörensagen!" – liebe @Betriebsfamilie , bitte keine derartigen Zwischenrufe bei der Trauzeremonie, ok? :)#Hochzeit #heirat

— Nico Lindner (@Papa_mit_Hut) 14. Mai 2016

Dennoch gibt es erste Befürchtungen, dass die Trauung möglicherweise schief gelaufen ist.

Ich mag @Betriebsfamilie zum Verlust der Freundin ja erst gratulieren, wenn er das mit dem 'JA' an der richtigen Stelle gepackt hat. 😁

— Steffen (@papapelz) 14. Mai 2016

In diesem Zusammenhang gibt es verlockende Angebote, sollte die Ehe nicht ganz harmonisch verlaufen.

@Betriebsfamilie Sollte es Probleme geben. Ich stehe für eine lockere Zweitehe bereit. Good Luck!

— K.Manthey (@KmantheyManthey) 14. Mai 2016

Die „Großen Köpfen“, die aus K.Manthey und Alu bestehen, schenkten uns den wunderbaren Text ‚Für mehr Understatement in der Ehe‘. Dafür ebenfalls ein großes Kleinerdrei.

Neben den vielen lieben Glückwünschen wird allerdings auch die Sorge geäußert, die Eheschließung könnte sich negativ auf die Twitteraktivitäten auswirken.

Komisch, seit der @Betriebsfamilie verheiratet ist, twittert er gar nicht mehr.

Pantoffelheld!

— Child of Life (@wousel) 14. Mai 2016

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Am Abend gebietet es sich, als höflicher Twitterer möglichst alle Glückwünsche persönlich zu beantworten.

Vielen Dank für die lieben Hochzeitswünsche. Werde versuchen, sie alle individuell zu beantworten. Bis zur Silbernen sollte ich durch sein.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 14. Mai 2016

Der frisch verheiratete @Betriebsfamilie drückt sich vor der Hochzeitsnacht & schreibt lieber 100 Dankes-Tweets. Wie so'n echter Twitterer.

— Wunschkind-Blog (@gewuenschkind) 14. Mai 2016

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Die Tochter und der Sohn hatten auf der Hochzeitsfeier auf jeden Fall sehr viel Spaß.

"Hat es dir auch gefallen?"
"Ich hatte 15 Cola."

Der Sohn hat ganz eigene Maßstäbe zur Beurteilung der Hochzeitsparty.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 16. Mai 2016

Und die Frau, aka die ex-Freundin, muss früh lernen, dass die Ehe auch ihre Schattenseiten hat.

Habe alleine die Süßigkeiten aufgegessen, die wir zur Hochzeit bekommen haben. So lernt die Frau schneller, was diese schlechte Zeiten sind.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 20. Mai 2016

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In diesem Sinne, auf die nächsten gemeinsamen 19×19 Jahre:

Habe heute den ersten 'die Frau'- statt 'die Freundin'-Tweet geschrieben und es hat gar nicht weh getan. Also, zumindest mir nicht.

— Familienbetrieb (@Betriebsfamilie) 20. Mai 2016


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