Wie ist die Welt so groß und weit…

Tag 5: Bad Dürrheim – Geisingen. Christi Himmelfahrt.

Im Bett+Bike-Hotel Parkblick in Bad Dürrheim bin ich gemütlich beim Frühstücken. Der gestrige Tag lief besser als erwartet, also steigt auch heute die Zuversicht, zumal nur etwa 22 km zu absolvieren sind. Es geht durch die weite Landschaft der Baar. Beim Frühstück sitzen fünf junge Damen, die aus der Schweiz nach Bad Dürrheim gereist sind – das Solemar ist anziehend… Mit der Chefin Gabriela Rother-Goetz ergibt sich ein anregendes Gespräch; sie kümmert sich äußerst professionell und freundlich um ihre Gäste. Noch ein Stempel in den Pilgerpass und ich spaziere auch schon durch den frühlingsbunten Dürrheimer Stadtpark. Viele Tulpen und andere Pflanzen und eine riesige Wasserfontäne sind der ideale Auftakt für einen Feiertag.

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Das Salzwasser (Sole) spielt in Bad Dürrheim eine wichtige Rolle. Sie ist das weiße Gold Bad Dürrheims. Ihr verdankt das frühere Bauerndorf Durroheim den Aufstieg zum bekannten Sole-Heilbad. 1822 wurde der erste Salzstock entdeckt und noch heute liegen in 240 bis 320 Metern Tiefe die Reste eines urzeitlichen Meeres. Aus diesen Salzstöcken wird die Sole mit einem Salzanteil von 27 Prozent gewonnen. Diese Salzlösung wird für die Solebäder mit Süßwasser aus einer eigenen Quelle auf einen Salzgehalt von 3-7 Prozent verdünnt und auf bis zu 37 Grad erwärmt. Mein Wanderweg zieht sich erst an der Luisenquelle mit den historischen Bohrtürmen und dann am sogenannten Narrenschopf entlang. Hier dienen zwei ehemalige Salzbearbeitungskuppeln als Museum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

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Auf dem Schwarzwald-Jura-Bodensee-Querweg erklimme ich eine Anhöhe, die einen weiten Blick auf die Baar und die Schwäbische Alb zulässt. Weit hinten kann man die winzigen Fahrzeuge auf der A81 (Stuttgart-Singen) fahren sehen. Ein rüstiger Rentner vom nahen Seniorenheim zeigt mir einige markante Punkte. Dieser weite Blick ist unglaublich schön. Feldlerchen zwitschern hoch oben in den Lüften, es ist gut bewölkt, die Stimmung von Schatten und Sonne verändert sich laufend. Später gesellt sich wieder der Ostweg mit dazu. Beide Wege tauchen ein in ein Naturschutzgebiet beim Sunthauser See. Bald danach geht es unter der Autobahn hindurch und steigt nun kräftig aufwärts in die Hügel der Baar. Als ich mich zum Rundblick umdrehe sehe ich Schneefelder aus der Ferne leuchten und mir wird klar, dass da der Feldberg mit seien 1463 m Höhe herüberschaut. Zwei Männer kommen mit einem Ziehwägelchen voller Spirituosen vorbei. Vatertag. Ein Regenschauer kommt wie ein grauer Vorhang auf mich zu. Ich verzichte noch stolz auf den Regenmantel und bald hört es auch schon wieder auf.

Ein schmierig-matischiger Weg bringt mich auf die Anhöhe hinauf. 880 Meter hoch ist es hier. Ganze Teppiche blauer Veilchen blühen hier mit dem Waldmeister um die Wette. Nach dem Regenschauer kann ich den Waldmeisterduft riechen. Oben gibt es den freien Blick auf zartgrüne Laubwälder und gelbgrüne Wiesen. Mit dem blauen Himmel zusammen ein wahrhaft feierlicher Anblick. Und auch die Gelbtöne wechseln sich ab: Vorne Schlüsselblümchen in hellem Gelb, weiter hinten Rapsfelder in Zitronengelb, dottergelbe Löwenzahnwiesen, unterbrochen von weißblühenden Schlehenhecken. Bei Oberbaldingen bin ich dann bei 820 Metern Höhe. Ich fotografiere die göttlicher Aussicht als Panorama-Breitbild. Der kalte Wind zwingt mich, die Fleecejacke anzuziehen.Ich steige abwärts, am Feriendorf Ofingen vorbei und später wieder heftig bergan: Auf der mit grauen Buchen bewachsenen Hochfläche zeigt sich ein grünes Bärlauch-Meer zwischen den Baumstämmen. Ein fantastischer Anblick!2013-05-09 16.59.18

 

“Wenn man nur eine gerade Linie geht, kommt man nicht sehr weit” (Der Kleine Prinz)

Dann komme ich an der Hubertushütte auf den Hörnekapf vorbei. Hier ist ein Startplatz für Gleitschirmflieger. Bei der kühlen Witterung und der fehlenden Thermik ist die Stelle verwaist. Hintens ehe ich den Wartenberg und unten das Tal der jungen Donau. Von etwa 900 Höhenmetern zieht sich der Weg hinab auf das 673 m hohe Geisingen. Hier habe ich im Gasthof Zum Hecht (www.zumhecht.de) Quartier gebucht. Zwei andere Wanderer, die mich vor einigen Stunden überholt haben, sind auch hier abgestiegen. Nach Duschen und Umziehen komme ich in den Genuss eines exzellenten Abendessens: Prosecco mit Erdbeerlimes, ein Gruss aus der Küche:  Tomatensalat mit Minzdressing, ein Grauburgunder trocken (Weingut Karl), ein Frühlingssalat und einen Lammrücken mit Morchelrahmsauce, Marktgemüse und Polenta.
Nach über acht Stunden Marsch und 22,1 Kilometern ist das meine Belohnung. Prädikat für den Hecht in Geisingen: sehr empfehlenswert!

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