Wie ich als Digitale Nomadin samt Business in die Welt ausgewandert bin…

Disclaimer: Das hier sind meine persönlichen Erfahrungen bisher. Ich nehme keine Garantie für Vollständigkeit und absolute Richtigkeit. Welchen Weg du wählst, bleibt dir überlassen. Das hier sind keine Empfehlungen für jeden, sondern quasi ein Erfahrungsbericht. Die ein oder andere Information ist Grauzone. Ich persönlich lass mich aber nicht vom deutschen System paranoid machen, wie so viele andere da draußen. Und schließlich: Ich lerne selbst ständig dazu. Nichts ist in Stein geschrieben. Dinge verändern sich, wir verändern uns. 

In meinem Leben höre ich auf meine Intuition.

Rein rationale Entscheidungen treffe ich nur mehr recht selten.

Als mir mein Herz im Mai gesagt hat, dass es Zeit ist mich komplett aus Deutschland zu entwurzeln, habe ich dieses Gefühl nicht angezweifelt.

Ich habe mir auch nicht die negativen Aspekte aufgezeigt und mich von “Ja, aber…” beeinflussen lassen.

Ich wusste einfach, dass es die richtige Entscheidung ist.

Was mich darin bestätigt hat schlussendlich?

Alles lief wie am Schnürchen. Keine Komplikationen, nur Flow und offene Türen. Es war wie, als hätte das Universum schon lange vorher alles für mich vorbereitet gehabt.

Und du weißt immer, dass etwas im Leben richtig ist, wenn du den Flow spürst. Wenn der nicht vorhanden ist, lass es los. Such ihn woanders.

Eine Frau, mit der ich letztes Jahr eine Affäre hatte, sagte mal zu mir: “If there is no flow, let it go.” Für den Satz bin ich ihr sehr dankbar, denn er stimmt IMMER, egal in welchen Bereichen des Lebens (und in Beziehungen!).

Wie sich dieser Flow genau manifestiert hat und wie ich genau bei meiner Entwurzelung vorgegangen bin, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Der Ruf nach diesem Post auf allen Kanälen war sehr groß – was wohl heißen muss, dass viele Menschen daran interessiert sind, sich als Digitale Nomaden aus Deutschland langfristig zu verabschieden.

Wenn du auch dazu gehörst: Glückwunsch. Du hast verstanden, dass wir Weltbürger sind und nicht einem Land anhaften müssen.

Meine Gründe für die komplette Abnabelung

A. Ich brauche keine Wurzeln in Deutschland.

Seit ich ein Teenager bin, habe ich viele Jahre meines Lebens überall auf der Welt gewohnt, und fühle mich daher in Deutschland nicht übermäßig zuhause.

Ich hatte Berlin nach einer großen Trennung 2012 on/off als Base für ein paar Jahre und auch eine eigene Wohnung seit letztem Jahr.

Aber dann kam der Punkt, an welchem ich mich wieder komplett aus Deutschland verabschiedete. Ich habe es schon ein paar Mal gemacht in meinem Leben, aber diesmal als Digitale Nomadin meinte ich es ernst, daher kommt mein Business mit.

B. Es macht keinen Sinn eine Wohnung in Deutschland zu mieten und nur ein paar Wochen im Jahr selbst darin zu wohnen.

Die restliche Zeit habe ich sie immer untervermietet, aber auch das war manchmal stressig.

Am Ende des Tages war die Wohnung und die potenziellen Probleme mit dem Untervermieter immer in meinem Hinterkopf. Das hat mich mit der Zeit genervt und war eine sinnlose Belastung während ich um die Welt gezogen bin.

Das mentale Gewicht wollte ich abgeben.

C. Briefe vom deutschen Finanzamt machen mir Angst.

Auch wenn es keinen Grund dafür gibt, da ich nach meinem besten Wissen (und dem von meinem Steuerberater) immer meine Steuern immer gezahlt habe.

Doch das deutsche System macht unsere Gesellschaft paranoid. Da will ich einfach echt nicht mehr mitmachen.

No more graue Briefe!

D. Ich habe nichts dagegen, weniger Steuern zu zahlen.

Das war nicht unbedingt der erste Grund, aber ich kann nicht leugnen, dass es wenig Spaß macht, so viel Geld einem Land abzudrücken, in dem ich nur ein paar Wochen im Jahr Zeit verbringe.

Ja, ich habe 9 Jahre Schulzeit dort verbracht (oh, und Kindergarten) und die Straßen und Gehsteige benützt, aber das habe ich auch in vielen anderen Ländern und überall Steuern zahlen wäre ja sinnlos, nur weil man für eine Zeit lang dort mal die Infrastruktur genossen hat.

Und: Ich habe nie Sozialgelder in Deutschland erhalten und war immer privat versichert.

Ok, genug der Rechtfertigung. Das ist für euch Skeptiker und endlose Kritiker, die mir immer und immer wieder ein ABER reindrücken in Emails und Kommentaren. Ich schicke euch viel Licht und Liebe, auch wenn ihr mir endlos auf den Geist geht. Geht und verändert die Welt positiv.

Mit einem Online Business hat man einfach wenig Ausgaben und somit ist fast alles Gewinn. Der wird schön hoch besteuert und ich finde das shit. Daher habe ich mich für die Unternehmensanmeldung für Hong Kong entschieden. Mehr dazu weiter unten.

Nun zum eigentlichen Prozess der kompletten Entwurzelung aus Deutschland:

1. Wohnung kündigen & Hausstand aufgeben

Meine Wohnung in Berlin war sehr minimalistisch eingerichtet und ausgerüstet.

Ich habe ein paar Möbel an Freunde verkauft oder verschenkt. Einige Sachen wollte meine Mum für sich oder meine jüngeren Brüder haben. Die haben wir dann gemeinsam per Sprinter nach Bayern gefahren.

Den Rest habe ich last minute auf Ebay Kleinanzeigen für umsonst weggegeben. Mir ging es nicht vorrangig darum Geld zu machen, sondern schnell und unkompliziert alles loszuwerden.

Und: Ich wollte Menschen eine Freude machen und die hatten sie, als sie die super gratis Möbel abholten.

An persönlichem Besitz habe ich schon seit vielen Jahren nur mehr sehr, sehr wenig. Meist nur ein paar Kisten.

Es ist mir nicht schwer gefallen, das auch noch weiter auf nur genau zwei Kisten zu reduzieren. Das meiste davon sind ein paar Winterklamotten und mir sehr wichtige Bücher, die es nicht auf dem Kindle gibt.

Die zwei Kisten lagern auch bei meiner Mama. Das ist natürlich die beste Option, weil gratis.

Nicht jeder kann von diesem Luxus Gebrauch machen: Alternativ könntest du z.B. Lagerbox oder andere Lagerräume zur Self-Storage nutzen.

2. Business in Hong Kong anmelden

Schon Monate bevor ich meine komplette Abmeldung aus Deutschland geplant hatte, habe ich mich darüber informiert, wie ich mein Business in einem anderen Land anmelden könnte. Dazu hatte ich mir auch schon ein E-Book-Paket zum Thema Offshore Business gekauft, aber immer wieder aufgeschoben es zu lesen.

Zufällig bin ich im März auf einen wunderbaren Artikel auf dem Blog meines CoWorking Spaces Hubud in Bali gestoßen. Die Autorin beschreibt darin, wie sie ihr Business in Hong Kong angemeldet hatte.

Direkt habe ich sie über Twitter kurz angeschrieben und gefragt, ob sie derzeit noch in Bali verweilt. Antwort: Ja, und sie bot mir an sich auf einen Kaffee zu treffen. Gesagt, getan.

So konnte ich Zuzanna in einem Cafe in Canggu all meine Fragen zum Thema Business-Anmeldung in Hong Kong stellen. Auf einmal lösten sich viele Fragezeichen auf.

Hier in Kürze meine Gründe, weshalb ich gerade Hong Kong ausgewählt habe:

  • Stabile Währung, Wirtschaft und Politik
  • Große internationale Banken
  • Seriöses und glaubwürdiges Land für Unternehmensaktivitäten
  • Einfacher Prozess, da Agenturen alles übernehmen
  • Ich halte mich viel in Asien auf
  • Man muss nicht in HK wohnen oder einen Einheimischen mit ins Boot holen um ein Business dort zu gründen
  • Keine Unternehmenssteuer für Transaktionen ausserhalb Hong Kongs
  • Ich muss keine Mehrwertsteuer mehr ausweisen

Im Grunde ist das Anmelden sehr einfach, denn man engagiert eine Agentur, die alles übernimmt:

Sie meldet das Business an, sie bezahlt anfallende jährliche Gebühren, sie stellt dir eine Adresse und einen “Secretary Parking Service” (vorgeschrieben in HK) für dein Business, sie sagt die bescheid, wann du deine Steuererklärung oder sonstige Sachen machen musst.

Zuzana empfahl mir die Agentur Asia Business, die sie selbst nutzt und von einem Freund empfohlen bekam. Ich habe mich nach kurzer Recherche auch dafür entschieden. Bisher bin ich auch sehr mit der Zusammenarbeit zufrieden. Meine Ansprechpartner reagieren sehr schnell und kompetent und ich fühle mich in guten Händen.

Meine Wahl fiel bei der Unternehmensform auf eine Limited Company, quasi einer GmbH gleichzusetzen.

Hier die groben Schritte, die aber noch etwas detaillierter in Zuzanas Artikel beschrieben sind:

  • Email schreiben mit Wunsch um Incorporation in Hong Kong.
  • Du erhältst dann eine Antwort mit allen Voraussetzungen, Infos zum Prozess und benötigten Unterlagen.
  • Du wählst einen Unternehmensnamen und schickst alle Unterlagen per Email.
  • Nachdem sie alle Unterhalten von dir erhalten haben, nimmst du die Bezahlung vor.
  • Danach bereiten sie alle Unterlagen vor und schicken sie der per Email – diese musst du dann alle unterschreiben und per Post zurück an Asia Business nach Hong Kong schicken.
  • Nach ein/zwei Wochen erhältst du per Email die Bestätigung für die Unternehmensanmeldung mit allen Zertifikaten und Unterlagen. Du kannst sie dir auch gegen Gebühr per Post zuschicken lassen (empfohlen).
  • Das wars. Nun noch alle Adressen überall ändern (Impressum, Rechnungen, etc) und los geht’s.

Asia Business kann dir auch jemand für deine Buchhaltung und Steuererklärung organisieren (kostet extra, aber sehr empfohlen).

Welche Unterlagen brauchst du?

  • Passkopie
  • Nachweis deines Wohnsitzes (via Rechnung oder Bankauszug, kann bis zu drei Monate alt sein)
  • Formular mit Informationen zum Unternehmen ausfüllen (Beschreibung, Tätigkeiten etc.)
  • Drei Namen für dein Business (wird dann auf Verfügbarkeit geprüft)

Kosten:

  • Erstmalige Anmeldung, Gebühren für Asia Business und Hong Kong Regierung für ein Jahr: etwa 1000 Euro
  • Jährlich fallen dann etwa 600 – 700 Euro an (variiert wohl immer ein wenig jedes Jahr)

Wie lange dauert der Prozess?

Im Grunde wirklich nur etwa zwei bis drei Wochen. Supereasy.

Und was ist mit einem Bankkonto?

In zwei Wochen fliege ich nach Hong Kong und eröffne ein Bankkonto dort. Das ganze Bürokratische regelt auch meine Agentur und vereinbart mir auch zwei Termin mit zwei Banken (HSBC und Hang Seng).

Du brauchst nicht zwingend ein Bankkonto in Hong Kong und könntest auch in Deutschland weiter dein Geld halten (dazu müsstest du ein neues Konto eröffnen für dein “neues” Unternehmen).

Ich selbst wollte aber das volle Programm um auch wirklich alle Verbindungen nach Deutschland beenden. Dazu gehört für mich auch, all mein Geld aus Deutschland rauszuholen.

Zum Thema Einkommenssteuer:

Auch wenn du dein Business in Hong Kong angemeldet hast, aber noch immer in Deutschland deinen Wohnsitz hast, zahlst du in Deutschland auch weiterhin deine Einkommenssteuer.

Erst wenn du dich und deinen Wohnsitz in Deutschland komplett abmeldest, lässt dich das Finanzamt in Ruhe.

Im Grunde bräuchtest du dann einen Wohnsitz in einem anderen Land und müsstest dort dann deine Einkommenssteuer zahlen – rein prinzipiell “muss” jeder Bürger dieser Welt irgendwo Steuern zahlen.

Da wären wir dann bei der Grauzone: Als Digitaler Nomade habe ich derzeit nirgendwo einen Wohnsitz jetzt. Ich bin quasi staatenlos (behalte aber natürlich für immer meine deutsche Staatsbürgerschaft).

Ich sehe nur einen Haken an der ganzen Sache:

Wenn ich irgendwann (was ich mir nicht vorstellen kann, aber bleiben wir bei der Hypothese) mal wieder nach Deutschland ziehen würde und mich dort wieder beim Finanzamt anmelde (Anstellung oder Unternehmensanmeldung), würde der Fiskus fragen, wo ich denn in der Zwischenzeit war und meine Steuern bezahlt habe. Wenn man da nichts vorlegen könnte, müsste man wohl alle Steuern in Deutschland nachzahlen, was sehr teuer werden kann.

So viel also zu den Risiken und Nebenwirkungen.

3. Internationale Krankenversicherung abschließen

Nicht zu verwechseln mit: Reisekrankenversicherung, denn dazu brauchst du einen Wohnsitz in Deutschland. Aber den hab ich ja nicht mehr.

Für Staatenlose gibt es daher internationale Krankenversicherungen. Die sind ursprünglich eher für Expats gedacht, gelten aber weltweit und erfüllen den selben Zweck mit den gewünschten wichtigen Abdeckungen wie eine deutsche Privatversicherung. Zudem spare ich mir ein wenig Geld.

In Deutschland war ich bei der HanseMerkur privatversichert und habe etwa 260 Euro pro Monat bezahlt. Mit eine internationalen KV bist du mit der Mindestabdeckung schon ab etwa 150 Euro dabei (vielleicht auch günstiger, wobei ich Zusatzoptionen stark empfehlen würde je nachdem wie deine Gesundheit und dein Lifestyle ist). Ich selbst brauche nicht viel Abdeckung, da ich sehr gesund lebe und nie zum Arzt gehe, daher reicht mir eigentlich die Mindestversorgung.

Hier eine Auswahl an empfohlenen internationalen Versicherern:

4. Bei den Behörden abmelden

Ein paar Tage vor Abreise bin ich dann zu allen wichtigen Ämtern in Berlin und habe mich abgemeldet. Quasi meine Mitgliedschaft in Deutschland gekündigt:

  • Beim Bürgeramt mein Wohnsitz abgemeldet
  • Beim Gewerbeamt mein Unternehmen abgemeldet
  • Beim Finanzamt mich und mein Unternehmen abgemeldet

Das ganze ging sehr fix, es wurden mir absolut null Fragen gestellt. Auch nicht beim Finanzamt und das obgleich ich offen erzählt habe was meine Pläne sind.

Nun habe ich einen Aufkleber auf meinem Personalausweis, der besagt, dass ich keine Hauptwohnung mehr in Deutschland habe.

5. Alles andere kündigen

Dann noch eben mehrere Kündigungsschreiben rausschicken:

  • Internet
  • IHK
  • Krankenversicherung
  • Hausratsversichrung
  • Rundfunkgebühren

6. Post weiterleiten

Ich selbst habe eine wundervolle Mama, die meine postalischen Angelegenheiten übernimmt. Also nutze ich ihre Adresse für alles, was noch für mich eintrifft – wobei das wahrscheinlich immer mehr abnimmt.

Alternativ gibt es auch Services wie z.B. Dropscan.

Bisheriges Fazit…

Ich habe alles Bürokratische und auch das Aufgeben meiner Wohnung samt Inhalt innerhalb zwei Wochen bewerkstelligt. Manche Menschen brauchen dafür Monate, aber bei mir musste es schnell gehen, da ich nicht viel Zeit hatte.

Ist also alles kein Hexenwerk und geht auch im Ratzfatz-Modus.

Viele Leute machen sich um so viele Sachen Gedanken und Sorgen um den ganzen Prozess. Ich persönlich kümmere mich um die Lösung von Problemen, wenn sie auftreten. Das Leben ist zu wertvoll um sich zu viel Sorgen um Bürokratie zu machen. Just fucking do it.

Zum Thema finanzielle Vorsorge:

Nein, ich habe nichts dafür am Start in Deutschland. Ich will mich nicht vom deutschen System abhängig machen. Ich spare seit Jahren jeden Monat einen Teil meiner Einnahmen an. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Sehr bald ist für mich die Investition in Immobilien interessant, das würde ich dann mit meiner Mutter gemeinsam machen in Deutschland (da Wohnsitz verpflichtend für den Prozess) oder aber komplett selbst im Ausland (viele Möglichkeiten).

Noch viel mehr Tipps und Informationen zum ganzen Abmeldungsprozess erfährst du übrigens in meinem E-Book.

Noch Fragen? Oder hast du selbst schon Erfahrungen mit dem Auswandern als Digitaler Nomade gemacht? Dann rein damit in die Kommentare!

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