Wie eine Krankheit mein Leben auf den Kopf stellt

Das ich anders bin, weiß ich und das viele Schicksale in meinem Leben ihren Anteil daran haben weiß ich auch. Wie eine Krankheit mein Leben auf den Kopf stelltWie ein emotionale Instabilität mein Leben auf den Kopf stellt
Hier und bei Bettie von Frühes Vogerl schrieb ich auch über meine dunklen Momente.

Seit Monaten ist das Thema Depression allgegenwärtig und ich wurde das Gefühl nicht los, dass es viele Menschen gibt die sich vollends darüber definieren.

Genau das wollte und will ich nicht. Ich möchte mich nicht über eine Krankheit definieren. Ich suche nach einem Job. Mein Blog macht mein Leben gewissermaßen öffentlich und die Sorge, dass mich Menschen anders ansehen oder sogar behandeln ist immer da. Vielleicht schaut genau der Personaler, bei dem ich ein Gespräch hatte, hier nach und stellt mich nicht ein, da ich eine Belastung wäre statt eine Bereicherung.Damit muss ich immer rechnen und ob es gerecht wäre oder nicht, so kann es im Leben gehen.

Nun war ich heute seit 6 Jahren das erste Mal wieder bei einem Psychiater und wie das Menschen dann öfters mal tun, postete ich ein #wazifubo- Bild. Ein was? Ein Wartezimmerbild und schrieb auch dazu wo ich bin. Es schwappte eine Art Anteilnahme auf mich über, die mich voller Wärme zurückließ und wieder darin bestätigte, das man sich gewiss nicht schämen muss, für das was man hat oder ist und vor allem, dass die virtuelle Gemeinschaft so wichtig ist.

Nun gut. Ich bin krank. Ich habe eine impulsive Persönlichkeitsstörung(emotionale Instabilität ist der Oberbegriff)

Stellt euch eine Autofahrt über die Alpen vor. Ihr fahrt eine Serpentine nach oben und es kribbelt im Bauch, ihr könnt die Wolken förmlich anfassen und euch wird schwummrig vor Glück. Dann rast ihr innerhalb von Sekunden ins Tal. Euer Magen wird flau, der Kopf wird schwer und Dunkelheit macht sich breit. Diese Berg- und Talfahrt nennt man auch Stimmungsschwankungen- eben emotional instabil. Stimmungsschwankungen haben eigentlich alle Menschen-aber eben nicht alle in der Intensität.Wie eine Krankheit mein Leben auf den Kopf stellt

Der Winter ist für viele ganz typisch für extreme Stimmungsschwankungen. Es werden weniger Glückshormone(Serotonin) ausgeschüttet da es z.B. weniger Sonnenlicht gibt und eben eine Neujustierung der Gedanken und des Körpers stattfindet. Für Menschen wie mich, ist die dunkle Jahreszeit die schlimmste Hürde des Jahres. Ich werde nicht nur noch instabiler was meine Gefühlswelt angeht, ich werde auch noch körperlich krank. Das 3. Jahr in Folge hatte ich ab Oktober einen schlimmen Husten, ständig Schnupfen und eine Schlappheit, die mich am liebsten im Bett belassen würde. Ich kämpfe dagegen an und versuche mit natürlichen Mitteln wie Hustensaft, Inhalation und Ruhe, Stabilität in den Körper zu bringen aber wir haben Ende Januar und in den letzten drei Monaten war ich vielleicht 7 Tage gesund.

Die körperlichen Beschwerden kennen alle Eltern und Sie alleine kann man irgendwie bewältigen aber kommen noch die tiefsten Tiefs und die höchsten Hochs in regelmäßigen Abständen dazu, kommt man an Grenzen die einen des Öfteren mal am aktuellen Leben zweifeln lassen.

Ich habe keine Suizidgedanken oder dergleichen aber ich bin einfach am Ende. Ich bin kraftlos und frage mich ob das nun mein ganzes Leben so weitergehen soll.

So ein Leben möchte ich nicht. Die letzten 2,5 Jahre haben die Krankheit extrem verschlimmert und ich bin nun an einem Punkt angekommen, mir neben meiner Gesprächstherapie noch andere Alternativen anzuschauen.

Die beste Alternative, gegen die ich mich seit über 10 Jahren vehement sträube, ist eine medikamentöse Begleitung. Wieso ich mich sträube?

Puhhhh vor vielen Jahren war es wirklich verpönt zu sagen, das man denkt psychisch ist etwas nicht in Ordnung. Ich hatte schon immer große Angst vor Medikamenten. Ich schrieb auch bei der lieben Mama Schulze wieso.

Doch nun war ich bei einem Psychiater und er ist wirklich toll, denn er versteht mich. Er nimmt es ernst, dass ich Vorbehalte habe. Das ich Verantwortung für mich und meine Familie habe und immer 1000% geben will. Wir redeten und einigten uns auf die geringste Dosis eines Präparates. Wir einigten uns, dass ich anfange wenn ich bereit bin. Ein Rezept muss innerhalb von 30 Tagen eingelöst werden und diese Zeit habe ich um mich endgültig zu entscheiden.

Wieso ich es nicht einfach nehme? Tja wenn es so einfach wäre. Ich bin Angstpatient. Es gibt immer Nebenwirkungen und ich warte drauf, das sie eintreten. Es geht nicht alles davon weg. Es dauert ein paar Wochen bis erste Erfolge zu sehen sind. Es gibt noch andere Aspekte der Krankheit, die abgeklärt werden müssen und die über dieses Medikament nicht behandelt werden können.

Ich bin ein Kopfmensch. Ich glaube immer wieder, ich schaffe das auch so aber ich schaffe es nicht mehr. Ich habe in den letzten Wochen soviel geweint wie lange nicht mehr. Die Anstrengung von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt ist kaum mehr zu bewältigen. Ich bin das nicht. Das ist nicht mein Wesen. Ich mag mich so nicht mehr und viele andere mögen mich auch nicht mehr.

Einige Menschen habe ich bereits verloren aber ich will nicht immer Kontakte knüpfen um Sie dann durch diese blöde Erkrankung zu vergraulen und mich so immer mehr zu isolieren.

Ich möchte ganz normal traurig sein und ganz normal glücklich sein.

Mein Arzt gibt mir Hoffnung, das mein Gehirn emotional wieder in Gang kommt und ich vielleicht in ein paar Jahren keine Medikamente mehr brauche, da mein Körper die Signale dann verstanden hat und selbständig dahingehend arbeitet.
Ich werde mich aber niemals über meine Krankheit definieren und ihr werdet auch nicht jede Woche hier darüber lesen denn es gibt so viele Themen, die ihre Berechtigung haben und die ich euch nahe bringen will.

Diese Erkrankung ist irgendwie ein roter Faden und viele Geschichten hängen damit zusammen aber dennoch bin ich Dani und nicht Dani die mit der Bipolaren Störung.
Krankheiten sind wie unsere Haut. Sie ist immer bei uns und man muss sie pflegen und schützen aber Sie ist nur „sichtbar" wenn man selbst nicht mehr zu sehen ist.
Ich will gesehen werden aber eben wie ich wirklich bin und das wünsche ich allen „Leidensgenossen". Seht euch so wie ihr seid und nicht wie die Krankheit euch macht. Ich weiß es ist verdammt schwer und es funktioniert auch nicht immer aber kurze Momente reichen um nie ganz unter der Krankheit zu verschwinden.

Bei meiner lieben Kollegin Jessi von Feiersun gibt es eine Reihe, die heisst „unsichtbar krank". Dort kann man auch Hoffnung schöpfen, denn viele Menschen haben den Mut gehabt über ihre Krankheit zu sprechen.
Mein Leben wäre sicherlich ohne diese Erkrankung anders verlaufen aber wie, weiß ich nicht und deshalb ist es auch nicht relevant.

Ich versuche nach vorne zu schauen und die Hoffnung immer bei mir zu tragen.
Ich wollte euch einfach an diesen vielen Gedanken in meinem Kopf heute teilhaben lassen und mich für eure Unterstützung bedanken. Ihr seid immer bei mir.
Eure Glucke


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