Wie du positive Gefühle nutzen kannst, um dein Leben dauerhaft zu verändern

Von Carolinadlugosch

Gleich mal vorweg: Wenn ich heute einen Beitrag über positive Gefühle schreibe, dann geht es nicht darum, die rosarote Brille aufzusetzen und ab sofort mit einem Dauergrinsen durchs Leben zu tanzen.

Aber wusstest du, dass es die positive Psychologie erst seit 1999 gibt? Ausgelöst wurde dieser Bereich der Psychologie durch eine Rede des Sozialpsychologen Martin Seligmann im Jahr 1998. Vorher konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf negative Emotionen – auf Depressionen, Aggressionen und Angst.

Ich möchte dir heute ein Buch ans Herz legen: Die Macht der guten Gefühle. Die Autorin Barbara Fredrickson ist die führende Forscherin im Bereich der positiven Gefühle. Ihre „Broaden-and-Build Theory of Positive Emotions“ ist weltweit anerkannt. Barbara Fredricksons verknüpft die Wirkungen positiver Gefühle mit aktuellen Erkenntnissen der Neurobiologie, Hirnforschung und Genetik. In ihren Studien hat sie Liebe und eine Anzahl anderer positiver Emotionen untersucht.

Ich finde es unglaublich spannend, dass es wissenschaftlich nachweisbar ist, dass positive Gefühle uns tatsächlich wacher, aufmerksamer und klüger machen. Gute Gefühle lassen Beziehungen wachsen, mindern Stress und erhöhen unsere Widerstandskraft – sowohl auf körperlicher, als auch auf geistiger Ebene.

Das Beispiel im ersten Kapitel des Buches ist wunderbar. Es zeigt, wie Menschen eine neue Möglichkeit entdecken, ihre Gefühle in jedem Moment beeinflussen zu können, indem sie winzige Entscheidungen treffen.

Mir gefällt das so gut, weil damit Veränderung – die uns ja oft Angst macht – nicht mehr so abschreckend ist. Jeder einzelne Moment in unserem Leben bietet eine neue Möglichkeit unsere emotionalen Erfahrungen zu verbessern.

Es wird außerdem glasklar, dass wir immer selbst entscheiden, welche Gefühle wir gerade haben, selbst dann, wenn es uns gar nicht bewusst ist.

Wir haben unzählige zweite Chancen um die erweiternden Effekte zu nutzen.

Dr. Fredrickson erzählt in ihrem Buch auch eine Reihe kleiner Geschichten und Anekdoten. Sie zeigt uns, welche Strategien sie für ihr eigenes Leben anwendet. Das bringt eine ganze Menge Wärme und Authentizität in das Buch. Durch die persönlichen Beispiele zeigt sich die Autorin als Mensch, nicht ausschließlich als Wissenschaftlerin.

In diesem Buch geht es darum, die Prinzipien, die hinter den Strategien für positive Gefühle stehen, zu erklären. Wie und warum sind sie so effektiv? Wenn wir das verstehen, sind wir eher in der Lage, das für unser eigenes Leben umzusetzen.

Den Horizont erweitern

Das erste Konzept ist die “Broaden-and-Build“ Theorie. Dr. Fredrickson hat sie entwickelt und sie ist inzwischen vielfach wissenschaftlich untermauert.

Diese Theorie erklärt, dass, wenn wir mehr positive Gefühle haben, sich fast automatisch eine Aufwärtsspirale einstellt. Diese führt nicht nur zu künftigen positiven Gefühlen, sondern sie bringt uns zu einem offenen, kreativen und flexiblen Denken. Dies hat positive Auswirkungen auf alle Lebensbereiche.

In dem Buch wird genau erklärt, wie und warum das Konzept funktioniert.

Positivität kommt glücklicherweise in verschiedenen Formen zu uns:

Freude

Dankbarkeit

Hoffnung

Liebe

Inspiration

Interesse

Gelassenheit

Heiterkeit

Ehrfurcht

Stolz

Jeder, der bisher auch nur ansatzweise denkt, dass positive Gefühle eher nutzlos sind, wird seine Meinung nach dem Lesen dieses Buches ändern.

Der 3-zu-1-Quotient

Das zweite wichtige Konzept dieses Buches ist der 3-zu-1-Quotient.

Dr. Fredrickson hat sich auch die Frage gestellt: Wie viel positives Denken ist genug?

Wie muss das Verhältnis von positiven zu negativen Gefühlen sein, um den Broaden-Effekt zu bekommen, also unseren Horizont zu erweitern?

Eins macht die Autorin klar: Eine hundertprozentig positive Lebenseinstellung ist unrealistisch. Sie würde das Menschliche am Leben verleugnen. Wir brauchen auch negative Erlebnisse in unserem Leben. Mit einer rein positiven Einstellung würde wir vieles einfach nur ignorieren und auch die Menschen in unserem Leben irritieren. Viele Menschen würden sich von uns abwenden. Negative Erlebnisse lassen uns wachsen.

Dr. Fredrickson schlägt daher ein Verhältnis von Postiv zu Negativ von 3:1 vor. Um zu wachsen und zu gedeihen sollten wir ca. 3 positive für jede negative Emotion haben.

Was ich an diesem Konzept cool finde ist, dass wir hier wirklich etwas Messbares haben, dass wir in unser tägliches Leben  einbauen und austesten können. Das Buch enthält auch eine Beschreibung, wie wir diese Selbstbeobachtung durchführen. Es braucht schon etwas Einsatz und Zeit, aber das, was du über dich selbst dabei lernst, ist es wert.

Negativität ist eine starke Kraft in unserem Leben und kann uns ganz schön herunterziehen, wenn wir es zulassen. Barbara Fredrickson gibt uns 12 Werkzeuge an die Hand, um das zu überwinden.

  1. Offenheit
  2. Innige, zwischenmenschliche Beziehungen
  3. Fünf gute Taten an einem Tag
  4. Für Ablenkung sorgen
  5. Gegen negative Gedanken argumentieren
  6. Kraft tanken in der Natur
  7. Stärken erkennen und nutzen
  8. Achtsamkeitsmeditation
  9. Metta-Meditation
  10. Dankbarkeit zu einem Ritual machen
  11. Positive Gefühle auskosten
  12. Die Zukunft visualisieren

Auf Negatives stoßen wir im Leben von selbst. Deine Aufgabe besteht deshalb darin, das Positive zu erschaffen.

Bist du bereit mehr positive Gefühle in dein Leben zu bringen?

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