{What I read}... im Mai

Von Maedchenmitherz
Wie ihr ja wisst, schreibe ich am Ende des Monats immer über die Bücher, die ich gelesen habe.
Dieses Mal habe ich gar nicht viel gelesen, die meiste Zeit habe ich ( wir ) viele Filme gesehen.
Ein paar sind es geworden, endlich auch wieder richtige Bücher, also in Papierform, somit hat auch der Stapel neben meinem Bett abgenommen.

Anfangen habe ich mit "Die Stadt der Träumenden Bücher", welches mich ganz tief in eine andere Welt gezogen hat und von dem ich mich nur schwer lösen konnte.
Was ich darüber denke und dabei gefühlt habe, habe ich euch hier bereits erzählt.
Markus Zusak kannte ich schon von "Der Joker", damit konnte er mich aber nicht ganz von sich überzeugen. Als ich gerade dabei war, die Bücherdiebin zu kaufen, konnte die Verkäuferin nicht mehr aufhören, das Buch zu loben und mir zu versichern, dass ich ganz bestimmt nicht enttäuscht sein würde.
Ich hab die ersten Seiten gelesen, knapp ein Kapitel und habe das Buch wieder weggelegt.
Lange Zeit lag es rum, konnte es mich doch nicht fesseln. Es hat einfach nicht nach mir gerufen.
Irgendwann fing ich weiter an- und plötzlich hatte es mich im Bann und hielt mich ganz, ganz fest.
Eine weitere Geschichte, die mich nicht loslässt, die mich traurig macht, die mir ins Herz ging.
Was hatte ich diesen Monat Glück mit den Büchern.
Zusak erzählt eine Geschichte über das Dritte Reich aus der Sicht des Todes, der schon müde geworden ist, von all den Seelen, die er zu tragen hat.
Er erzählt eine traurige und zugleich schöne Geschichte, ohne zu kritisieren, zu beurteilen, ohne Anklage, ja fast schon nüchtern.
Es ist unmöglich bei dieser Geschichte die Tränen zurückzuhalten. Gerade in den letzten Kapiteln konnte ich einfach nicht mehr an mich halten. Eine bildreiche, poetische Sprache, die bis ins Herz reicht und weiter.
Von Tränen wurde ich diesen Monat nicht verschont, es war als sollte ich im Mai all die traurigen Geschichten, die zu mir gefunden haben, lesen.
Dieser Roman ist tragisch, grausam und wunderschön.
Im Mittelpunkt steht die Freundschaft des feigen und egoistischen Amir und seinem loyalen Diener Hassan.
Es tut weh zu lesen, was Hassan alles für Amir tut und bereit ist in Kauf zu nehmen, und beschämend, wie Amir seine Karten ausspielt.
Dazu kommt der innere Kampf mit seinem Vater, der mit Amir nichts anfangen kann, und in Hassan den perfekten Sohn sieht. Amir ist so verzweifelt auf der Suche nach dieser Anerkennung, dass er fast schon über Leichen gehen würde. So ekelt er Hassan aus seinem Leben heraus, um endlich nicht mehr im Schatten zu leben.
Einen interessanten Aspekt hatte auch die Geschichte drumherum um Afghanistan, die Russen, die in das Land maschieren und später die Taliban, die das Land bezwingen. Ganz ungezwungen lässt er alles mit hineinfließen, sodass eine ergreifende Geschichte entsteht.
Ich hab einige Zeit später den Film gesehen, und war sehr enttäuscht- nicht im Ansatz kann der Film mit dem Buch mithalten. Aber auch nur, weil ich es vorher gelesen habe- so ist es ja meistens.
Denn mein Freund meinte, es sei ein guter Film gewesen, der ihm sehr gefallen hat.
Ein paar E-Books waren auch diesen Monat dabei:
Ihr wisst ja, wie sehr ich ihren Schreibstil und ihre Geschichten mag, aber diese war mit Abstand die bisher schlechteste, die ich von ihr gelesen habe, und ich hab sie so gut wie fast alle gelesen.
Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich mit diesen Dreiecks- Geschichten "Ich liebe zwei Männer gleichzeitig"- Dramen einfach nichts anfangen kann, und mich da überhaupt nicht hineinversetzen kann.
Nach dieser Enttäuschung habe ich erstmal eine kleine Lesepause eingelegt.
Danach habe ich einige Chick- Lit Bücher gelesen, die aber nicht der Rede wert sind.
Der Rede wert ist aber dieses Buch:
Dieser Monat hatte es wie gesagt in sich, und hat seinen Abschluss mit "Splitterfasernackt" gefunden.
Darf ich mir überhaupt ein Urteil erlauben? Darf ich es mir anmaßen über das Leben einer anderen zu kritisieren? Habe ich das Recht zu sagen "Ja, das war gut" oder "Nein, das war schlecht"?
Lilly Lindner ist keine Geschichtenerzählerin, sondern eine Frau, die ihre Geschichte erzählt.
Ich habe mir beim Lesen diesen Moment gewünscht, wo endlich diese Wendung eintritt, wie bei allen Geschichte, dass es endlich gut wird. Aber das hier ist kein Roman, das hier ist eine reale Geschichte. Und im realen Leben läuft es nun mal anders.
Sie jongliert mit Worten, zaubert Sätze, ist detailliert, ohne ins Detail zu gehen. Sie hat mich so ergriffen, fertig gemacht, berührt und wühlt mich auf.
So viele Worte toben in mir dafür, so vieles möchte darüber sagen, aber jetzt noch nicht.
Nicht jetzt, aber irgendwann. Auf jeden Fall.
Insgesamt habe ich 5 Bücher gelesen - 2.400 Seiten