Weshalb Diäten nicht funktionieren und was wirklich hilft

Von Rassambla

Da mein Umzug mich derzeit immer noch in Atem hält, gibt es heute wieder einmal einen Gastbeitrag für euch. Der folgende Beitrag stammt von Silvan Mundorf von Bauch-weg-Tipps.de und erklärt, weshalb Diäten nicht funktionieren und was ihr tun könnt, um schlank zu werden und zu bleiben:

Schlank und attraktiv sein, das ist der Traum vieler junger Männer und Frauen. In den Medien wird uns tagtäglich gezeigt, wie das Schönheitsideal aussieht und dass wir ihm nicht entsprechen. Man fühlt sich im eigenen Körper nicht mehr wohl, zeigt nur ungern Haut und muss sich auch an warmen Sommertagen hinter Kleidung verstecken, die eigentlich eine Nummer zu groß ist. Durch Übergewicht kann viel Lebensfreude verloren gehen und etliche Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als abzunehmen. Wir sind bereit viel Geld auszugeben, um endlich ein Idealgewicht zu erreichen und so ist eine gigantische Industrie entstanden, die uns mit immer neuen Diättrends bei Laune hält. Aber taugen diese etwas und helfen uns wirklich beim Abnehmen? Dieser Frage will ich heute auf den Grund gehen.

Was ist eigentlich eine Diät?

Diäten können sehr unterschiedlich aussehen und die meisten Menschen mit Übergewicht haben bereits einige von ihnen hinter sich. Das Wort „Diät“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „Lebensweise“ oder „Lebensführung“. Im allgemeinen Verständnis ist eine Diät jedoch eine kurzfristige Umstellung der Ernährungsweise, die einen Gewichtsverlust mit sich bringt. In Hochglanzmagazinen wird in nahezu jeder Ausgabe eine neue Diät vorgestellt. Aktuell im Trend ist die Grünkohldiät. Der Grünkohl wurde in den USA nun als Superfood entdeckt und überall gegessen. Während der Grünkohldiät isst man bis zu zwei Wochen nichts anderes und soll dadurch viel Gewicht verlieren. Anschließend kann man wieder den alten Gewohnheiten verfallen und essen was einem schmeckt.

Unterschiede zum englischen „diet“

Das englische Äquivalent zu unserer Diät ist „diet“. Dennoch hat es eine deutlich andere Konnotation. In den USA versteht man „diet“ nicht als eine kurzfristige Umstellung, sondern als eine ganzheitliche Ernährungsumstellung. Unter den Begriff fallen die Koch- und Speisegewohnheiten und alles was regelmäßig auf dem Teller landet.

Wie viele Diäten gibt es schätzungsweise?

Wer einen Blick auf einschlägige Diät-Websites wirft sieht schnell, dass diese ein endloses Register verschiedener Diäten führen. Aus jedem Trendlebensmittel wird eine Diät gemacht und irgend ein vermeidlicher Experte findet sich, der ein Buch zu dem Thema verfasst. Es drehen sich bereits tausende Schriften um das Thema und ich schätze, dass es mehr als 1.000 bekannte Diäten gibt, die auch tatsächlich praktiziert werden. Solange wie es kreative Köpfe gibt wird es wohl nie an neuen Diätansätzen mangeln.

Das Kernprinzip hinter jeder Diät

Wer eine Diät macht möchte abnehmen. Genauer gesagt möchte man schlanker und attraktiver werden. Erreicht werden soll das durch eine radikale Änderung der Ernährung. Modediäten locken mit Werbesprüchen wie „10kg in nur zwei Wochen verlieren“, versprechen dass man keinen Hunger leiden muss, wie im Schlaf abnimmt und beim Einkauf auch noch Geld spart. In der Realität sieht es jedoch häufig anders aus. Es wartet eine sehr einseitige Ernährung und völliger Verzicht auf die Lieblingsspeisen. Dennoch haben viele Abnehmwillige die nötige Motivation eine lange Zeit durchzuhalten. Irgendwann kommen sie jedoch an den Punkt, an dem es nicht mehr geht. Wenn man nun einen Blick auf die Waage wirft, hat man tatsächlich Gewicht verloren und klopft sich stolz auf die Schulter.

Im Internet und im Freundeskreis wird anschließend verkündet, dass die Diät Wunder bewirkt und man wird zum Werbebotschafter.

Weshalb die meisten Diäten dennoch keinen Erfolg bringen

Auf Grund der meist sehr kurzfristigen Orientierung schafft man es leider trotz eines guten Starts nicht dauerhaft abzunehmen. Wer beispielsweise zwei Wochen nur Grünkohl isst, verliert zwar Gewicht, bald setzt jedoch der Jojo-Effekt ein und es landet wieder auf den Rippen. Hinzu kommt, dass durch die starke Unterversorgung und mangelnde Bewegung in erster Linie Muskeln abgebaut und zur Energiegewinnung genutzt werden. So zeigt die Waage zwar ein erfreuliches Ergebnis, optisch macht man aber keinen guten Eindruck. Der Bauch, der Hintern und die Oberschenkel sind genau so kräftig wie vor der Diät auch. Durch den Rückfall in alte Gewohnheiten kommt es sogar noch schlimmer und der Körperfettanteil steigt sogar.

Das Ganze hat System. Würden die angepriesenen Diäten und Wundermittel tatsächlich helfen, würde die Industrie nach und nach ihre Kunden verlieren. Wer dünn und sportlich ist, interessiert sich nämlich nicht mehr für Abnehmtrends. Lieber präsentiert man den Dicken eine ausgesprochen simple Diät die jeder versteht und die kurzfristig zu funktionieren scheint. Erfahrungen aus dem Freundeskreis zeigen, dass der Plan aufgeht. Übergewichtige Bekannte haben teilweise 20 und mehr Diäten ausprobiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein weiterer Faktor der dazu beiträgt, dass diese Diäten nicht funktionieren ist, dass jeder Mensch anders ist und darauf nicht eingegangen wird. Kein Körper gleicht dem anderen. Der Stoffwechsel ist über Jahre durch die aufgenommenen Lebensmittel und die körperliche Aktivität oder Inaktivität konditioniert wurden. Allen Menschen die gleiche Empfehlung auszusprechen ist also kein sinnvoller Ansatz.

Hinzu kommt, dass die sportliche Komponente in vielen Diäten vollkommen ausgeblendet wird. Bewegung ist jedoch ein sehr wichtiger Faktor wenn man einen ansehnlichen Körper haben möchte. Da Sport jedoch zu Muskelwachstum führt und somit zu einem höheren Wert auf der Waage führt, bleibt Sport oft auf der Strecke. Wenn man sich potentielle Träumkörper ansieht wird jedoch schnell klar, dass man ohne ausreichende Bewegung niemals an sein Ziel kommen wird.

Alternativen um tatsächliche Erfolge zu erzielen

Bisher habe ich mich lange darüber ausgelassen, weshalb die meisten angebotenen Diäten nicht dazu führen, dass man sein Übergewicht los wird. Was ich dir noch schuldig bin ist jedoch eine vernünftige Alternative. Schließlich gibt es viele Männer und Frauen die scheinbar ewig dick waren und es geschafft haben tolle Resultate zu erzielen.

Im Grunde ist es theoretisch sehr simpel abzunehmen. Man muss mehr Energie verbrauchen als am zu sich nimmt. Wer ein ständiges Kaloriendefizit hat, zwingt den Körper dazu die Fettreserven anzugreifen. Was sich jedoch leicht schreiben lässt ist häufig schwer in die Tat umzusetzen. Deshalb habe ich einige praktikable Ratschläge formuliert, die dir dabei helfen auf den richtigen Pfad zu kommen.

1. Führe ein Ernährungstagebuch

Der Mensch belügt sich gerne selbst und redet sich sein Handeln gut. Würden wir das nicht tun, hätten wir ständige Selbstzweifel. Wenn man abnehmen will muss man jedoch der Wahrheit ins Auge blicken und sich mit der Realität konfrontieren. Nimm dir ein Tagebuch und trage penibel jede Mahlzeit ein. Lasse keinen Bissen aus, sodass du ein Gefühl dafür bekommst wie viel du wirklich isst. Durch das Aufschreiben wirst du automatisch weniger essen, das es schmerzlich ist die Tafel Schokolade notieren zu müssen. Am nächsten Tag kannst du dir immer anschauen was gegessen wurde und was davon eigentlich unnötig war. Versuche aus dieser Routine zu lernen und es in Zukunft besser zu machen.

2. Streiche Zucker aus deinem Leben

Zucker enthält nicht nur sehr viel Energie, sondern sorgt dafür, dass der Insulinspiegel ansteigt. Anschließend lagert der Körper besonders viel aufgenommene Energie als Fettreserven ein, was uns dicker werden lässt. Süßigkeiten, zuckerhaltige Saucen und Softdrinks solltest du aus diesem Grund nicht mehr anfassen. Anfangs wird dir das schwer fallen, da viele süchtig nach dem süßen Stoff sind. Wenn du jedoch eisern bleibst, wirst du es bald gar nicht mehr vermissen. Bei mir war es so, dass ich mich deutlich vitaler ohne Zucker fühle.

3. Trinke nur noch Wasser, Tee und ungesüßten Kaffee

Viele Getränke enthalten ungeahnt viele Kalorien. Bei Softdrinks wie Cola und Fanta ist das bekannt. Die Hersteller haben reagiert und Alternativen in Form von Light-Getränken auf den Markt gebracht. Auch von diesen solltest du Abstand halten. Sie werden mit Süßungsmittel gesüßt und diese sorgen für ein großes Hungergefühl. Energiedrinks sind voller Zucker und auch Fruchtsäfte haben sehr viele Kalorien. Beschränke dich auf Wasser, Tee und Kaffee. Diese haben fast 0 Kalorien. Beim Kaffee ist darauf zu achten, dass du keinen Zucker und kein Süßmittel verwendest. Auch Kaffeesahne ist keine gute Idee.

4. Keine industriell gefertigten Lebensmittel mehr

Wenn du in den Supermarkt gehst, wirst du von industriell gefertigten Lebensmitteln erschlagen. Sie braucht man lediglich zu erwärmen und schon sind sie verzehrfertig. Meist bestehen sie aus vielen verschiedenen Zutaten und enthalten viel Zucker, Fett und Salz. Ein gutes Beispiel sind Fertigpizzen.

5. Iss mehr Gemüse

Wer sich gesund ernähren will, sollte zu mehr Lebensmitteln greifen, die natürlich aus der Erde gewachsen und unverarbeitet sind. Gemüse in allen Farben und Formen ist sehr gut geeignet, da es viele Nährstoffe und wenig Kalorien enthält. Auf jedem Teller sollte Gemüse mindestens 50% einnehmen. Versuche hier eine möglichst große Abwechslung zu erreichen.

6. Bewege dich jeden Tag

Aktuell scheint immer häufiger die Sonne und wir bewegen uns auf den Sommer zu. Das ist die perfekte Jahreszeit um sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen. Man muss nicht immer seine Sportklamotten auspacken und ins Fitnessstudio fahren. Nimm öfter mal die Treppe, fahr mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Uni und geh mal zu Fuß einkaufen. Ein täglicher Spaziergang kann auch schon Wunder bewirken. Durch die vielen Schreibtischjobs kriegen wir alle viel zu wenig Bewegung und müssen das in unserer Freizeit kompensieren. Wer ein neues Hobby findet hat meist eine gute Motivation am Ball zu bleiben. Frauen können es zum Beispiel mal mit Poledance versuchen.

7. Trinke weniger / keinen Alkohol

In Deutschland ist Alkohol eine Volksdroge und bei vielen Gelegenheiten ist es scheinbar Pflicht etwas zu trinken. Beim Abnehmen ist Alkohol jedoch fatal. Wer trinkt sorgt dafür, dass der Körper automatisch mehr Fettreserven anlegt. Zudem konsumiert man viele Kalorien und meistens auch Zucker. Besonders Longdrinks wie Whiskey-Cola haben eine schlechte Bilanz. Unter Alkoholeinfluss fallen die Hemmungen und es fällt leichter ein Stück Pizza oder einen Döner zu verdrücken. Auch am nächsten Tag nimmt man die Ernährungsumstellung dank Kater nicht so ernst.

Wer dennoch nicht auf Alkohol verzichten will, sollte seine Trinkgewohnheiten überdenken. Bier und süße Schnäpse sind keine gute Idee. Besser kommen klare Schnäpse und trockene Weine weg. Falls du keinen puren Schnaps trinken willst, kannst du diese mit Wasser und etwas Zitrone mischen.

Fazit

Im Grunde ist Abnehmen leicht und die meisten Menschen wissen instinktiv wie es funktioniert. Der schwierige Teil ist die alten Gewohnheiten abzulegen. Diese hat man meist bereits schon in der Kindheit von den Eltern gelernt, was es sehr schwierig macht. Wer sich jedoch einen Plan macht und diesen konsequent verfolgt, hat gute Chancen ein neues Leben zu beginnen. Auf die Versprechen der Diätbranche reinzufallen hilft jedoch nicht. Man muss selbst daran arbeiten seinen Körper zu verwandeln, doch es lohnt sich definitiv.

Dies ist ein Gastbeitrag von Silvan Mundorf, Autor auf Bauch-weg-Tipps.de. Auf seinem Blog findet man viele hilfreiche Informationen über eine erfolgreiche Ernährungsumstellung, Sport und Nahrungsergänzungsmittel.