Wertvolle Zeit

Kinder haben kein Zeitgefühl. Das gilt um so mehr, je kleiner sie sind. Ich hatte ja schon einmal angeregt, Kinder mit dem Wort “gleich” zu vertrösten, um sich dies anschaulich vor Augen zu führen. Weil dem so ist, versuchen die Erwachsenen über Jahre hinweg mühsam, dem Nachwuchs über Kindergarten und Schule Zeit und damit auch Pünktlichkeit beizubringen. Über die Bedeutung der Pünktlichkeit heißt es bei Wikipedia unter anderem: “In Kulturen, bei denen die Zeit eine so wichtige Rolle spielt wie in der postindustriellen Gesellschaft (Zeit ist Geld), hat die gesellschaftliche Bedeutung der Pünktlichkeit stark zugenommen. Unpünktlichkeit gilt als unhöflich und eine Verspätung, die eine gewisse Toleranzgrenze überschreitet, kann als Beleidigung und Respektlosigkeit wahrgenommen werden.” Oscar Wilde brachte es einmal so auf den Punkt: “Pünktlichkeit stiehlt uns die beste Zeit.” Was soll ich sagen? Unjuristisch gesprochen empfinden Oma und Opa Unpünktlichkeit sogar als besonders schweren Fall des Diebstahls, weil die Zeit, in der man viele andere Dinge hätte machen können, unwiederbringlich verloren ist. Im Sinne der deutschen Sozialpädagogin Helga Schäferling lautet unsere Maxime: Unsere Pünktlichkeit drückt aus, dass uns unsere Zeit so wertvoll ist wie die von anderen.

clock-146250_640Kinder haben kein Zeitgefühl, Erwachsene schon. Daher gilt Unpünktlichkeit als unhöflich.


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