Wer sich nicht meldet, kriegt keinen Sex!

Von Daserstedate

Ich habe ja schon viel über das „Nicht-Melden“ vor oder nach dem ersten Date geschrieben, siehe z.B. hier: “Wann und wie oft soll man sich melden?“, “Warum Männer sich plötzlich nicht mehr melden“. In den letzten Wochen habe ich aber ein bisschen grundsätzlicher über diese Sache nachgedacht, und einige interessante Fälle beobachten können.

Einer davon war der folgende: Er traf eine hübsche Kommilitonin, ging mit ihr ein paarmal weg – aber nichts passierte. Da er aus einer anderen Stadt kommt, hat er sie zu sich eingeladen – relativ unverbindlich, und sie hat sich lange nicht gemeldet und dann abgelehnt. Er dachte sich, dass das ein klares Zeichen war, dass sie kein Interesse hatte, hat die Sache eigentlich aufgegeben, kam zu mir und hat ein bisschen gejammert. Nach einem gehörigen Tritt in den Hintern und dem Tipp sich einfach noch einmal zu melden, hat er das dann auch getan, lud sie nochmals zu sich ein, und sie meinte nur: „Gerne, da hab ich auch endlich Zeit!“ Jetzt sind sie ein Paar.

Die Moral von der Geschichte ist: Wer sich nicht meldet, kriegt nichts!!

Solche Tritte in den Hintern verabreiche ich schon seit Jahren immer wieder, und in vielen Fällen hat sich das Melden-trotz-Bedenken als sehr hilfreich erwiesen. Selbst wenn die Sache mal nicht geklappt hat, ist zumindest die Unsicherheit verschwunden, was denn da alles hätte sein können, ob man sich nicht doch hätte melden sollen, etc.

Meine Tipps in Sachen „Melden“ sind also die folgenden:

  1. Wir melden uns, auch wenn die Sache aussichtslos erscheint.
  2. Weil wir (meistens) keine Ahnung haben, warum sich die andere Person nicht meldet, kann es nicht schaden, wenn wir uns ein paarmal mehr melden, als wir das sonst gefühlsmäßig getan hätten – da unsere Gefühle ja unsere sind, und nichts über die Realität der anderen Person aussagen.
  3. „Ich kann leider nicht, weil ich beschäftigt bin!“ Kann wirklich stimmen, muss aber nicht. Siehe auch Punkt 2.
  4. Wir melden uns so lange, bis wir von der anderen Person eine Abfuhr bekommen, oder die andere Person mehrfach nicht auf unsere Nachrichten/Anrufe reagiert.
  5. Wir melden uns nach einigen Tagen oder Wochen noch einmal, weil es schon mehrfach vorgekommen ist, dass sich die Einstellung/Laune/das Leben/etc. der anderen Person so geändert haben, dass man wieder „im Spiel“ ist.
  6. Frauen müssen sich wesentlich mehr bei Männern melden, als ihnen das Bauchgefühl normalerweise erlaubt. Heute sind Frauen emanzipiert und haben dadurch den Männern die Motivation zur Initiative geraubt, bzw. sogar eine Erwartung entstehen lassen, dass sich Frauen mehr melden müssen. (Eine der größten Klagen seitens Ausländerinnen, die deutsche Männer kennengelernt haben: „Wieso muss ich mich bei ihm melden? Ist das nicht Männersache??!!“ Ist es eigentlich schon, aber vor allem in Deutschland nicht mehr so, wie es einmal war.)

Die Sache mit dem Nicht-Melden ist in meinen Augen eines der größten Probleme der heutigen Dating-Welt. Täglich lassen sich hundertausende Männer und Frauen große Chancen durch die Lappen gehen, weil sie sich einfach nicht melden und lieber warten, grübeln oder passiv bleiben. Das ist nicht nötig und ganz schön traurig!

Also: Ran ans Handy oder Facebook und raus mit der Nachricht – es gibt nichts zu verlieren und wesentlich mehr zu gewinnen, als wir uns das denken!