Wer ist Rapid?

In den letzten Wochen haben jene beiden Klubs, deren kombinierter Vereins/Nickname den Titel dieses Blogs bildet, ein synchrones Verhalten an den Tag gelegt, das meine fußballerische Wochenend-Stimmung nicht in lichte Höhen, sondern hinab in finstere Schluchten führte. Man betrachte diese Synopse und man kann ermessen, welch Tal der Schmerzen der RAPIDHAMMER in diesem Mai durchwandern musste. Aber es sollte noch ärger kommen

01. Mai Rapid – Salzburg 1:2 West Ham – Manchester City 1:2
07. Mai Rapid – KSV 1:1 West Ham – Blackburn 1:1
11. Mai Rapid – Mattersburg 0:0
15. Mai Rapid – SV Ried 1:2 West Ham – Wigan 2:3
22. Mai Rapid – Austria 0:3*) West Ham – Sunderland 0:3

*) strafverifiziert wegen Spielabbruch

Und zu allem Überdruss nach West Hams Abstieg zu “guter” Letzt ein Platzsturm im Hanappi Stadion – Szenen, die eigentlich keiner sehen will! Dass man in manchen Fanforen am Tag danach trotzdem begeisterte Kommentare darüber hört, dass hundert “Fans”, die meisten vermummt, aufs Spielfeld in Richtung Austria-Sektor gelaufen sind, lässt meine fußballerische Grundstimmung heute zwischen Ärger und Kopfschütteln, zwischen klarer Ablehnung und dann und wann doch einem gewissen Aha-Erlebnis schwanken.

Den Platzsturm sehen manche als basisdemokratischen Akt und signalisieren damit Unterstützung für die ihrer Meinung damit zum Ausdruck kommende Kritik an der Mannschaft und an der Vereinsführung. Einer zieht sogar einen Vergleich mit dem Tahrir-Platz in Kairo, wo die ägyptische Revolution stattfand. Ein grob verfehlter Vergleich, meine ich. Aber interessanterweise doch nicht ganz daneben: Denn diejenigen, die seit Monaten ihre Unzufriedenheit mit dem (früheren) Trainer, der Leistung, dem Tabellenstand, dem Cup-Ausscheiden etc. auf verschiedene Weise zum Ausdruck bringen, liegen “im Trend”.

Der Wutbürger auf dem Fußballplatz

Nicht umsonst war das Wort des Jahres 2010 in Deutschland der “WUTBÜRGER” , und nicht nur in Nordafrika gab’s Revolutionen, die vom Volk ausgingen, auch in Spanien wurde am Wochenende trotz Demonstrationsverbot heftig und wohl auch wütend gegen die Regierung demonstriert. Dort (und zum Teil auch bei uns) gibt es eine Riesen Unzufriedenheit mit dem, was “die da oben” machen, Wut über Ungerechtigkeiten und soziale Verhältnisse. Man möchte sich Gehör verschaffen, ist nicht mehr bereit, die Entscheidungen der Regierenden und das geltende Recht so einfach zu akzeptieren. Durchaus verständlich.

Aber kann man diese auf den ersten Blick sympathischen, ja zum Teil bewundernswerten Aktionen von zivilem Ungehorsam und Ausdruck der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit auf den Fußball übertragen? Klares Nein. Vielleicht wenn man nur den Zaun überstiegen hätte und im eigenen “Sechzehner” einen Sitzstreik veranstaltet hätte. Aber mit Vermummung, Bengalen, Beschimpfung der Spieler und aggressivem Auftreten sicher nicht. Da fehlt mir jedes Verständnis – und auch der Dümmste von denen, die da in unheiliger Absicht über den Rasen von Sankt Hanappi gelaufen sind, muss sich klar darüber gewesen sein, dass das dem Verein schadet, allen Fans schadet, dem Fußball generell schweren Schaden zufügt. Aber was solls, werden sich die gedacht haben, die’s gemacht haben (wenn sie sich überhaupt was gedacht haben…)

“Wir sind Rapid…” – was sind wir jetzt?

Aus den “besten Fans Europas”, als die wir Rapidler uns nach den beeindruckenden Auswärtsreisen in der vorletzten Europa League-Saison und auch im letzten Herbst, nach der wiederholten Eliminierung von Aston Villa aus dem Bewerb, fühlen konnten, sind durch den Sonntag und die Verbreitung der Ereignisse via YouTube nun weltweit bekannte Randalierer geworden. Das positive Image von Rapid ist schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Null Toleranz wird nun gefordert, “massives Vorgehen gegen diese Personen” angekündigt. Und da schließe ich mich an, denn ich möchte solche Szenen in keinem Fußballstadion sehen! Und auch wenn ich oben für die (nicht stattgefundene) Sitzstreik-Variante des “Wut-Fans” angesichts der heurigen Saison ein gewisses Verständnis für die Motivation aufbringen konnte, ich wäre auch damit alles andere als einverstanden. Spitzen-Fußball – und den wollen wir doch auch bei Rapid sehen – ist keine basisdemokratische Veranstaltung. Tut mir leid, das ist eben so. Auch bei einem Verein, der zum Glück keinem Getränkekonzern gehört, darf man nicht glauben, dass die Fans sich den Trainer aussuchen dürfen. Haben sich da vielleicht manche seit einiger Zeit schon zu wichtig genommen?

“Who do you think you are?”

Das frage ich die, die völlig zurecht auch die “besten Fans Europas” genannt wurden. Ist euch das vielleicht zu Kopf gestiegen und habt ihr euch nicht wirklich ein bisserl zu wichtig genommen? Neue Spieler, anstatt sie willkommen zu heißen, wochenlang auszupfeifen und zu beschimpfen; einen Ex-Rapidler, der sich im Hanappi-Stadion verletzt, noch mit Bier zu beschütten und zu beflegeln; einen der erfolgreichsten Trainer, die wir seit langem hatten, nach einer nicht so gut gelaufenen Saison vollkommen zu verdammen, etc. etc. “Who do you think you are?” So wichtig wie manche sich fühlen, sind sie einfach nicht. Gute Stimmung und die besten Fans hatte Rapid auch früher schon.

Rapid hat schon vieles überstanden, man wird auch diesen “schwarzen Tag” überstehen. West Ham ist abgestiegen – ohne dass der Rasen des Boleyn Ground gestürmt wurde – und wird hoffentlich 2012 wieder in der Premier League spielen. Und Rapid wird schon nächste Saison wiederkommen und in Liga und Cup vorne mitmischen, da bin ich mir sicher.

“Wir sind Rapid”,  das stimmt schon. Wir alle sind Rapid. Aber, die die für den Sonntag verantwortlich sind oder das gutheißen, was da passiert ist, die möchte ich nicht mehr dabei haben. Rapid wird’s immer geben. Und das “Wir sind Rapid” wird nächste Saison hoffentlich wieder einen besseren Klang haben.

d Wien 1:2 (0:0) Red Bull Salzburg Voting Spielstatistik

32 Sa, 07.05.2011, 18:30 KSV Superfund 1:1 (0:1) >Voting Spielstatistik

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