Wer Du bist, ist so wichtig wie das, was Du tust!

Von Wernerbremen


Ihr Lieben,

heute Nachmittag möchte ich Euch eine Geschichte von Patricia Fripp erzählen:
„Es war ein sonniger Samstagnachmittag in Oklahoma City.

Mein Freund und stolzer Vater Bobby Lewis ging mit seinen beiden kleinen Jungen zum Minigolfspielen. 

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Er ging auf den Mann an der Kasse zu und fragte: „Wie teuer ist der Eintritt?“
Der junge Mann antwortete: „Drei Dollar für Sie und drei Dollar für Kinder über sechs Jahre. Wir lassen die Kinder aber umsonst hinein, wenn sie sechs Jahre oder jünger sind. Wie alt sind denn Ihre Kinder?“

Bobby antwortete: „Mein Jüngster ist drei Jahre alt und der Größere ist sieben Jahre alt. Also bekommen Sie von mir sechs Dollar.“

Der Mann an der Kasse erwiderte: „He, Mister, haben Sie gerade im Lotto gewonnen oder so? Sie hätten drei Dollar sparen können. Sie hätten mir sagen können, dass der ältere ihrer Jungs sechs Jahre alt ist. Ich hätte keinen Unterschied bemerkt.“

Bobby antwortete sehr ernst:
„Ja, das mag stimmen, aber meine Kinder hätten den Unterschied bemerkt.“

Ralph Waldo Emerson hat das einmal so ausgedrückt:
Wer Du bist, spricht so laut, dass ich nicht hören kann, was Du sagst!


Ihr Lieben,

in der letzten Woche war ich in einer sehr lieben Familie hier in Bremen zum Essen eingeladen und die Eltern und ich unterhielten uns nach dem Abendessen sehr angeregt.

Plötzlich klingelte das Telefon und die Mutter bat eines der halbwüchsigen Kinder, doch bitte an das Telefon zu gehen. Gleichzeitig trug sie dem Kind auf, dem Anrufer, falls er nach ihr fragen sollte, mitzuteilen, dass sie nicht zuhause sei.
Diese Mutter tat das sicher in der guten Absicht, das gute Gespräch mit mir nicht unterbrechen zu wollen, aber dennoch hat mich das, was die Mutter tat, ein wenig traurig gemacht und etwas erschreckt.
Ich will nicht ausschließen, dass es Augenblicke in unserem Leben gibt, in denen es geboten sein mag, eine sogenannte Notlüge zu gebrauchen. Aber diese Lügen sollten sich dann, wie es das Wort auch schon ausdrückt, wirklich auf „Notlagen“ beschränken.
Ich bin andererseits auch nicht der Meinung, dass man jeden Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit und unter allen Umständen die Wahrheit brutal ins Gesicht schleudern sollte.
Wenn meine Söhne früher mit einer Freundin ausgehen wollten und mich fragten, wie sie aussehen würden, so hab ich Ihnen dann, wenn ich ihr Aussehen von meiner Warte aus scheußlich fand, dies nicht einfach ins Gesicht geschleudert, sondern ich hab mir jedes Mal die Mühe gemacht, meine Meinung ruhig, sachlich und in liebevolle Worte gekleidet vorzutragen.
Schlimm und unverzeihlich aber finde ich es, wenn wie in dem von mir erlebten Beispiel ohne jede Not gelogen wird. Das finde ich nicht in Ordnung. Die Mutter hätte dem Anrufer auch mitteilen lassen können, dass sie im Moment Besuch habe und deshalb nicht ans Telefon kommen könnte und daher zu einem späteren Zeitpunkt gerne zurückrufen werde.
Noch schlimmer aber finde ich es, wenn, wie in unserer heutigen kleinen Geschichte angedeutet, Menschen lügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Der junge Mann an der Kasse fordert den Vater regelrecht zum Lügen auf.
Das Schlimme ist, dass diese Art der Lüge heute zu einer Art Volkssport geworden ist, wenn man Untersuchungen glauben darf. Da wird das Finanzamt angelogen, da werden bei einem Schaden die Versicherungen angelogen und kaum jemand findet etwas dabei.
Nun ist es nicht meine Sache, mich zum Richter über die Menschen aufzuschwingen. Wie Ihr wisst, geht es mir mehr darum, dass wir in dieser Welt positiv handelt, positiv reden und positiv denken.

Ich kämpfe gegen diese Art der Lügen aus einem ganz anderen Grund,
den der Vater in unserer Geschichte sehr gut im Auge hat:
Wenn wir es als Eltern und Großeltern mit der Wahrheit nicht genau nehmen, wenn wir ohne Not lügen, um uns einen Vorteil zu verschaffen, dann sind wir ein ganz schlechtes Beispiel für unsere Kinder und Enkelkinder.

Unsere Kinder folgen weniger unseren Worten,
dafür aber umso mehr unserem Vorbild.

Daran sollten wir immer denken, wenn wir in die Versuchung kommen, zu lügen und uns der Verantwortung bewusst werden, die wir für unsere Kinder und Enkelkinder haben!
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch nun einen fröhlichen und gemütlichen Nachmittag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer zuversichtlicher Werner 

Quelle: Karin Heringshausen