Wenn Kinder aufstehen

Mal Hand aufs Herz. Wer findet die Aktion von Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg nicht klasse? Alleine um ihre Wikipedia Einträge zu erreichen müssen andere ein Leben lang Großes leisten, und dieses zierliche, mit Asperger-Syndrom diagnostizierte, schwedische Mädchen hat dieses schon mit gerade einmal 16 Jahren erreicht. Dazu die „Goldene Kamera“ aus Deutschland und den Vorschlag für einen Friedens-Nobel-Preis! Darüber sollten wir uns alle freuen, gerade weil wir uns doch alle Kinder wünschen, die selber denken und über den Tellerrand hinausschauen. Eigentlich wollte Greta nur die Schwedische Regierung dazu veranlassen, den Pariser Klimazielen treu zu bleiben und diese zu erfüllen. Mehr sollte es nicht werden! Doch jetzt redet sie vor den Vereinten Nationen, dem Wirtschaftsgipfel in Davos, wird vom Bundespräsidenten begleitet und von Frau Merkel für ihr Engagement gelobt, oder wie ein Deutscher Demo-Schüler in einer Talkshow sagte, „Sie lobt Greta dafür, dass sie die Politik von Merkel Scheiße findet!“ Mir ist da auf allem viel zu viel Zuckerguss, und ich beginne zu hinterfragen.

Kinder sind ja das Wichtigste überhaupt! Das weiß doch jeder, und so habe ich es schon als Kind in den 70ern zu hören bekommen. Nicht, dass sich dies jemals in irgendetwas niedergeschlagen hätte, denn ich war ebenfalls ein Revoluzer, in fast jeder Hinsicht. Ich wechselte selbstständig die Schule und verbrachte große Teile der 10 Klasse auf einer Privatschule, welche eigentlich Geld kostet, als Austauschschüler, den ein Freund mit zum Unterricht brachte. Weder meine eigentliche Schule noch das Gymnasium hinterfragten diesen Umstand, und weil ich so ein launiges Kerlchen war, gab es trotzdem die Versetzung in die nächste Klasse. Meine Eltern und meine Schule wußten nichts davon und eine Krankmeldung wollte auch niemand sehen, genausowenig wie meine Eltern, die unbeliebte Querulanten waren (und sind). Ob das heute noch ginge? Keine Ahnung, aber im Zeitalter der Medien Unterhaltungswelt kann niemand einfach so jeden Freitag vor dem eigenen Parlament sitzen und einfach mit einem Schild gegen oder für etwas sein, ohne dass es vermarktet werden kann. So ist es ebenfalls im Fall „Greta Thunberg“!

Inzwischen wird das Schwedengirl gehypt wie ein Popstar und selbst so politische Wendehälse und Dumpfbacken wie Christian Lindner (FDP – lieber gar keine Politik machen, als die falsche) oder Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verlangen von der Öffentlichkeit, die Kinder lieber zur Schule zu schicken und alles den Profis zu überlassen (Profi = Experte, welcher Geld für seine Leistung verlangen kann). Auf Gelehrte wie Prof. Dr. Mojib Latif hört natürlich niemand, dafür um so mehr auf die millionenteuren Experten, die sich nach 30 Jahren Gipfeltreffen darauf einigen konnten, dass der Mensch das Klima beeinflußt. Und inzwischen hören sich alle Politiker irgendwelche Schüler an, nur um aufgeschlossen und interessiert zu wirken. Natürlich ebenfalls, weil die Nebenjob Klientel gar nicht über neue umweltpolitische Ziele erfreut ist, denn diese Klientel kommt gerne aus der Automobil- und Energiewirtschaft, und die haben es bekanntlich ja nicht so dolle mit Klimaschutz. Da erscheint einem so eine Verleihungstortour fast wie der Beginn, sich zukünftiges Schweigen erkaufen zu wollen. Wer viel zu Ehrungen und Auszeichnungen geladen wird, hat keine Zeit mehr Demos zu unterstützen, und ach ja, ein bisschen Schule müsste Greta auch noch machen, immerhin ist sie erst 16 und es ist die Frage wie lange sie diese Tortour durchhalten wird. Und hier?

In Deutschland vermutet man schon, dass die aktuelle Generation völlig verblödet die Schule beenden könnte, weil Freitags (nicht mal jeden Freitag) demonstriert wird (Für alles Wissen, welches ich in der Schule vermittelt bekam, hätten zwei Tage die Woche gereicht). Wenn überhaupt, geschehe dies aus Faulheit, Dummheit, Ignoranz oder purer Böswilligkeit, um den schulischen Landesämtern unserer Republik eins auszuwischen, weil es doch die Unterrichtsgarantie gäbe. Eine Garantie, welche dauernd ausgehebelt wird, weil zwischenzeitlich Lehrer fehlen, aber dies ist ein anderes Thema. Dümmer kommt sicher niemand aus der Schule, nur weil Freitags demonstriert wurde. Doch die Generation könnte merken, dass sich Protest lohnt, dass es Ziele gibt, welche man in der Gemeinschaft erreichen kann, dass man mediale Aufmerksamkeit auch für Gutes nutzen kann, wenigstens so lange diese andauert, bevor Ferien kommen oder sich jemand etwas ausdenkt, um diese Sache zu beenden.

Fakt ist, dass sich noch überhaupt nichts verändert hat, politisch gesehen. Allerdings setzen diese Kids, die so gerne vom Esteblishment verurteilt werden, ihre Eltern unter Druck, nicht mehr in den Urlaub zu fliegen (sondern in Deutschland Urlaub zu machen), mehr auf die gekauften Lebensmittel zu achten, mal ein kleineres Fahrzeug zu kaufen und nicht jeden Konsumterror mitzumachen, als ob es strafbar wäre, nicht sein ganzes Geld für Mist auszugeben. Vielleicht ist diese Generation, die von 10 jährigen beginnt (mit denen ich mich vor den Demos unterhalten habe) und inzwischen bei Eltern und einigen klugen Lehrer/innen angekommen ist, doch der Gratmesser für ein besseres Umweltbewußtsein. Noch ist diesen Kindern nicht klar, auf was sie alles in Zukunft verzichten müssten, um wirklich die Waage der Natur wieder auf neutral zu stellen (mindestens). Da fliegen Nuss-Nougat-Cremes und die meisten Süßigkeiten aus dem Programm, weil fast überall Palmöl drin ist (selbst in Bioprodukten), genau wie bei vielen Kosmetika, da wird das erste eigene Auto nicht zum Freiheitsdenkmal sondern zum Klimakiller und die extrem coolen Klamotten dürften nicht mehr aus Bangladesch kommen, sondern aus Deutschland (au weia), nicht zu vergessen, sich nicht immer das neueste Smartphone zu kaufen. Und das ist nur die Spitze des abschmelzenden Eisberges!

Mir gehen die Demos noch nicht weit genug, und es machen noch zu wenige Entscheider und Wissenschaftler (ernsthaft) mit, aber mit der Instrumentalisierung der Bewegung mit und um Greta Thunberg muss bald Schluss sein, bevor auch wir alten Sesselhocker die Lust verlieren rauszugehen und für unsere Sünden gerade zu stehen. Ich weiß, dass es von 100 Leser/innen nur wieder 1-2 Prozent betrifft, eventuell in ihrem Leben umwelttechnische Sünden begangen zu haben, aber ich zumindest bin ein Sünder und versuche seit 10 Jahren alle Schrauben wieder einzudrehen, welche ich in der Leichtigkeit meiner Jugend stets vernachlässigt hatte.

Übrigens leben wir gerade in einer optimalen Warmphase seit Mitte des 19. Jahrhunderts (sonst gäbe es keinen so umfangreichen Weinanbau in Deutschland), während wir davor ab dem 14. Jahrhundert eine kleine Eiszeit hatten, mit Sturmfluten, kalten Wintern usw. Alle 400.000 Jahre gibt es eine obligatorische Eiszeit, aber bis zur nächsten haben wir noch 380.000 Jahre Zeit, während eine kleine Eiszeit nur etwa 6000 Jahre entfernt ist (wo Nordeuropa komplett unter Eis verborgen war). Dies alles hat mit der eliptischen Bahn der Erde um die Sonne zu tun und nicht mit einer speziellen Klimaerwärmung durch uns Menschen. Diese, sowie Sonnenfleckentätigkeit und Sonnenzyklen vertsärken diese Phänomene nur zusatzlich, und da sind Vulkanausbrüche nicht mal einbezogen. Trotzdem reichen unsere Resourcen nicht für unseren Drang zu kaufen, nicht bei Mobiltelefonen, nicht bei technischem Home-Equipment und schon gar nicht für mehr als ein Fahrzeug für das ganze Leben, mal ganz abgesehen von den vielen Lebensmitteln, welche heute der reinste Chemiebaukasten sind, und sicher nicht zur gesunden Ernährung beitragen, Fleischkonsum hin oder her. Jeder von uns kann ein bisschen wie Greta sein, wir müssen es nur wollen und die absolute Bequemlichkeit loslassen.

Wenn Kinder aufstehenKinder gegen Massentierhaltung

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