Weltreise und Rentenversicherung? Was passiert mit meiner Rente?

Weltreise und Rentenversicherung – Worauf Sie achten sollten

Immer mehr Deutsche zieht es in die weite Welt hinaus. Für einige reichen die paar Urlaubswochen pro Jahr nicht aus. Sie wandern aus oder leben zumindest vorübergehend im Ausland. Andere sind noch abenteuerlustiger und gehen sogar auf Weltreise. Was du im Bezug auf die Rente wissen sollten, wenn du eine Weltreise planst, erfährt ihr in den folgenden Abschnitten.

Weltreise und Rente – was hat das miteinander zu tun?

Auf den ersten Blick gibt es zwischen den beiden Themen keine Verbindung. Wer plant, um die Welt zu reisen, ist in den meisten Fällen noch jung und macht sich keine Gedanken, was passiert, wenn er später das Rentenalter erreicht. Zudem gehören zur Planung einer Weltreise viele Dinge. Die Rente, egal ob es sich um die gesetzliche Rentenversicherung oder eine private Rentenversicherung handelt, hat da eine ziemlich niedrige Priorität. Trotzdem wirkt sich so eine Reise um die Welt auch auf die spätere Rentenzahlung aus.

Wie ist das möglich? Ganz einfach. So eine Weltreise dauert im Schnitt gut und gern 2 – 3 Jahre, eventuell auch länger. In der Zeit werden in der Regel keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, weil sich der Reisende vor der Abreise bei den Behörden abmeldet. Dadurch wird die gesetzliche Rentenversicherung automatisch beitragsfrei gestellt. Durch die beitragsfreie Zeit verringert sich der Rentenanspruch. Allerdings fällt die Verringerung der Altersrente bei den meisten Arbeitnehmern nicht besonders hoch aus. Gravierendere Folgen kann es haben, dass die Monate, in denen der Weltreisende nicht in Deutschland war, bei den Beitragszeiten nicht berücksichtigt werden. Möchte ein Arbeitnehmer eher in Rente gehen, kann es passieren, dass er die Zeit, während der er um die Welt gereist war, später nacharbeiten muss, um seine Rente antreten zu können.

Was sagt die private Rentenversicherung?

Wer eine private Rentenversicherung abgeschlossen hat, ist damit oft besser bedient als in der gesetzlichen Versicherung. Die Beiträge zur privaten Rentenversicherung sind niedriger als zur gesetzlichen. Zudem können die Zahlungen, zumindest für eine Zeit lang, ausgesetzt werden, ohne dass es allzu große negative Folgen hat. Natürlich verringert sich durch die Ruhezeit das spätere Rentenniveau, andererseits gibt es aber keine Mindest-Beitragszeit wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer eine Weltreise planen möchte, sollte sich am besten rechtzeitig vorher mit seiner privaten Versicherung in Verbindung setzen und fragen, welche Optionen es gibt. Wenn die Beiträge nicht allzu hoch sind, ist es erfahrungsgemäß am besten, die Beiträge auch während der Dauer der Weltreise weiter zu bezahlen.

Lohnt es sich, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen?

Wenn die Versicherung beitragsfrei gestellt wurde, besteht im Prinzip die Möglichkeit, freiwillig weiter Beiträge zu bezahlen. Dadurch geht die Zeit für die Rentenanwartschaft nicht verloren. Wie hoch die Beiträge sind, hängt von der individuellen Situation ab. Der Mindestbeitrag beträgt im Moment 83,70 EUR pro Monat, der maximal mögliche Beitrag wird durch die Rentenversicherung auf 1.209 EUR im Monat festgelegt. Zwischen diesen Beträgen ist alles möglich.
Wer darauf hofft, durch das freiwillige Fortsetzen des Beitragszahlungen später mal eine höhere Altersrente zu erhalten, wird allerdings in vielen Fällen enttäuscht werden. Wer zum Beispiel ein ganzes Jahr lang jeden Monat den Mindestbeitrag in die Rentenkasse einzahlt, erhöht seine spätere Altersrente gerade einmal um 8,90 EUR pro Monat.

Bei vielen Mitgliedern der gesetzlichen Rentenversicherung lohnt sich eine freiwillige Fortsetzung der Beitragszahlungen nur, um die Zeit in der Rentenanwartschaft nicht zu verlieren.

Am besten ist es, sich an einen Rentenberater zu wenden und sich genau zu informieren. Die Deutsche Rentenversicherung bietet praktisch in jeder Stadt eine kostenlose Rentenberatung an. Der Termin muss aber rechtzeitig gebucht werden, weil es wegen der hohen Nachfrage monatelange Wartezeiten gibt. Die Wartezeit lohnt sich aber, weil der Rentenberater aufgrund der geschätzten Dauer der Weltreise genau sagen kann, wie viel Zeit durch die Reise um die Welt verloren gehen wird.

Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Arbeitnehmer haben die Option, die fehlenden Beiträge zur Rente nachträglich einzuzahlen. Das ist jedoch nur als Einmalzahlung möglich. Die Zahlung für das abgelaufene Jahr muss spätestens bis März des folgenden Jahres erfolgen. Für die meisten lohnt sich diese Option nicht.

Kann der Arbeitgeber helfen?

Das ist nur möglich, wenn er dem Arbeitnehmer für die Dauer der Weltreise trotzdem seinen Lohn bezahlt. Manche Firmen bieten Mitarbeitern zum Beispiel ein Sabbatical an. Das ist eine bezahlte Freistellung von der Arbeit über eine längere Zeit. Während dieser Zeit werden auch die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung weiter gezahlt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Arbeitszeitkonto zu nutzen, um längere Zeit Urlaub zu machen. Eventuell lässt der Chef mit sich reden und gestattet dem Mitarbeiter, Überstunden zu machen, um das Zeitkonto vor der Abreise aufzufüllen. Das Sammeln von Urlaubstagen ist laut Gesetz nicht möglich. Der Urlaubsanspruch des vergangenen Jahres muss bis zum 31. März des folgenden Jahres genommen werden. Geschieht das nicht, verfällt er.

Bei unbezahlten Urlaub oder unbezahlter Freistellung werden keine Beiträge in die Versicherung eingezahlt. Dadurch wird sie automatisch beitragsfrei gestellt.

Vorsicht!
Es ist keine gute Idee, sich einfach arbeitslos zu melden und dann zu verschwinden. Zwar werden während der Arbeitslosigkeit die Rentenbeiträge durch die Arbeitsagentur weitergezahlt, aber sobald der Arbeitslose Deutschland für längere Zeit verlässt, steht er nicht mehr für eine Vermittlung zur Verfügung. Leistungen der Arbeitsagentur würden unrechtmäßig bezogen werden. Das würde den Tatbestand des Betrugs erfüllen und strafrechtlich geahndet werden.

Welche andere Versicherungen sind notwendig?

Menschen, die eine Weltreise planen, benötigen auf jeden Fall eine Krankenversicherung. Sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen gewähren Versicherungsschutz bestenfalls innerhalb der Mitgliedsländer der EU und selbst dann nur für eine begrenzte Zeit. Der Schutz durch eine private Krankenversicherung ist zwar besser, geht aber auch nicht weit genug für eine längere Reise.

Die Lösung des Problems: eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Die übliche Auslandskrankenversicherung gilt nur für kurzfristige Reisen von 60 – 90 Tagen. Langzeit-Auslandskrankenversicherungen können dagegen bis zu einem Zeitraum von maximal 5 Jahren abgeschlossen werden. Wer erwägt, so eine Versicherung abzuschließen, sollte folgendes beachten:

  • Ein Abschluss ist nur möglich, wenn der Versicherungsnehmer in Deutschland gemeldet ist. Nach dem Antritt der Reise, aus dem Ausland, kann die Langzeit- Auslandskrankenversicherung nicht mehr abgeschlossen werden.
  • Beim Vergleich werden die Kosten pro Tag angegeben. Die meisten Anbieter verlangen jedoch, dass der Jahresbeitrag im Voraus bezahlt wird. Nur wenige sind mit einer monatlichen Zahlung der Prämien einverstanden.
  • Immer mehr Länder verlangen bei der Einreise den Nachweis einer Krankenversicherung mit ausreichender Deckung.
  • Viele Krankenhäuser und Ärzte im Ausland verlangen vor Beginn der Behandlung die Vorauszahlung des Betrags.

Welche anderen Versicherungen sind wichtig?

Die Unfallversicherung ist in der Regel weltweit gültig. Bei der Haftpflichtversicherung ist es ratsam, sich beim Anbieter zu erkundigen. Manche sind weltweit gültig, andere nicht. Da die Beiträge im Normalfall jährlich bezahlt werden und relativ niedrig sind, lohnt es sich meist nicht, den Vertrag zu kündigen. Eine Rechtsschutzversicherung kann im Ausland sehr nützlich sein. Außerhalb der EU gilt der Versicherungsschutz jedoch häufig nur für eine begrenzte Zeit. Am besten ist es, sich rechtzeitig zu erkundigen.

Fazit

Eine Weltreise ist ein Vorhaben, dass die meisten Menschen nur einmal im Leben in die Tat umsetzen. Wenn es gelingen soll, ist sorgfältige Planung und rechtzeitige Vorbereitung unumgänglich. Je besser das geschieht, um so reibungsloser wird die Reise ablaufen. Experten empfehlen, sich eine Liste mit Maßnahmen und den idealen Zeitpunkten dafür zusammenzustellen. Bestimmte Dinge wie Visa, Reisepässe und Impfungen benötigen Zeit und können nicht in der letzten Sekunde erledigt werden. In der Praxis hat es sich bewährt, Notizen auf dem Smartphone zu erstellen und sich rechtzeitig an das bevorstehende Ereignis erinnern zu lassen. Das vermeidet Stress und Verzögerungen und trägt zu einem ungetrübten Reiseerlebnis bei.


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