Welcher Lesetyp bist du?

Von Vera Nentwich @veraswelt

Du meinst, Lesen bedeutet, sich ein Buch schnappen, auf die Couch legen und zu lesen? Damit liegst du aber nur bedingt richtig, denn es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Wege, aus dem Lesen eines Buches eine Art Event zu machen. Also kannst du dir überlegen, ob du weiter für dich alleine lesen möchtest oder es abwechslungsreicher gestaltest. Es gibt viele Möglichkeiten. Welche liegt dir?

Lesen, wie es für mich ist.

Zugegeben, ich bin eher eine klassische Leserin. Lesen bedeutet für mich das völlige Abschalten vom Alltag. Gerne Zuhause auf der Couch, um die Gedanken an Arbeit und Herausforderungen des Alltags wieder in die Schranken zu verweisen, oder auch mal auf der Bahnfahrt oder im Café, um die Umgebung in den Hintergrund zu drängen und sich ein wenig abzuschotten. Wenn dann das Buch ausgelesen ist, packe ich es zufrieden oder auch mal nachdenklich weg, das hängt vom jeweiligen Buch ab. Vielleicht erzähle ich mal einer Freundin davon, wenn mich das Buch begeistert hat oder das Gesprächsthema passt. Doch damit beginnt für viele erst das Vergnügen.

Hast du einen SuB?

Wenn dir die Abkürzung »SuB« nichts sagt, dann wahrscheinlich nicht. SuB steht für »Stapel ungelesener Bücher«. In den sozialen Medien werden Fotos dieser Stapel geteilt und die jeweiligen Höhen verglichen. Ich schaue mir die Fotos immer an und prüfe, ob auch eines meiner Bücher dort auftaucht. Noch viel zu oft ist das nicht der Fall. Ich frage mich auch, ob das Vorhandensein dieses Stapels beim jeweiligen Besitzer nicht riesigen Druck auslöst. Bei mir ist das so. Wenn ich von meiner monatlichen Tour in die Stadtbücherei zurückkomme und die ausgeliehenen und ungelesenen Bücher ins Regal lege, kommt automatisch der Gedanke, ob ich sie denn auch bis zum Ende der Ausleihfrist gelesen bekomme. Dabei ist doch Stress und Druck beim Lesen das Letzte, was ich haben möchte. Aber bei den Profileserinnen scheint so ein SuB eher das beglückende Gefühl einer anzugehenden Herausforderung auszulösen. Vergleichbar mit einem Bergsteiger, der von unten den Gipfel des Berges als Ziel ausgemacht hat.

Liest du alleine oder mit Anderen?

Wie schon geschildert, gehöre ich eher zu den Sololeserinnen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Aktionen, bei denen ich mein Lesevergnügen mit anderen teilen könnte.

Leserunden

Bei einer Leserunde beschließt ein Kreis von Menschen, ein bestimmtes Buch zeitgleich zu lesen und sich jeweils über die Erkenntnisse und Meinungen zu einzelnen Abschnitten auszutauschen. Leserunden werden auch gerne von Verlagen und Autoren initiiert, um direktes Feedback und ggf. auch Rezensionen zu ihren Büchern zu bekommen. Dabei werden dann auch gerne Bücher an die Teilnehmer verschenkt. Als Autorin liebe ich Leserunden und das direkte Feedback. Als Leserin würde mich der Gedanke, ich muss ein Buch zu einem bestimmten Termin lesen, unangenehm unter Druck setzen.

Lesechallenges

Challenges, also Herausforderungen, gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Da gibt es Lesenächte, in denen sich ein Kreis findet, um in einer Nacht zu lesen und die Eindrücke zu teilen. Es gibt monatliche Challenges oder thematische Challenges. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wanderbuch

Eine schöne Aktion ist das »Wanderbuch«. Leser senden jeweils ein Buch zum nächsten Leser und erhalten ein anderes Buch von einem anderen Leser. So kreisen verschiedene Bücher und man wird als Leserin für Bücher interessiert, die man sonst vielleicht nie gelesen hätte.
Es gibt sicher noch jede Menge anderer Arten, wie man das Lesevergnügen ausgestalten kann. Nicht jede dieser Aktionen ist für mich geeignet, da ich finde, dass Zeitpläne und das Lesen sich diametral gegenüberstehen.
Lesen beschreibt den größten Abstand zu Arbeit und Stress.
Wie liest du? Kennst du noch andere interessante Leseaktionen? Oder tust du es mir gleich und liest lieber für dich alleine?
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