Weih-Nacht · holospirit · Coaching & aktive Begleitung für inneren Frieden, Freiheit und ganzheitliche Erfahrung

Der 24.12. nähert sich wie jedes Jahr ganz spon­tan und plötzlich mit­ten im Dezem­ber. Dabei hätten wir es durch­aus schon früher bemer­ken können – wur­den wir bereits im Sep­tem­ber zuhauf in den Supermärkten daran erin­nert. Pas­send zum Spätsom­mer – Spe­ku­la­ti­us und Leb­ku­chen…

Der Ein­zel­han­del fährt dieses Jahr wieder neue Rekord­ge­win­ne ein und so gut wie jeder, der Waren zu ver­kau­fen hat weiß, dass dies seine umsatzstärks­te Zeit ist.

Doch hatte dies jener klei­ne Kna­ben im Sinn, als er in einem ver­schis­se­nen Stall bei bet­tel­ar­men Men­schen auf die Welt kam? Immer­hin fei­ern wir die­sen Tag ja.

Doch warum fei­ern wir eigent­lich?

Weihe

Das Wort Wei­he stammt vom urger­ma­nisch weiha-, „hei­lig, geweiht, numi­nos“ und ist des Wei­te­ren aus der indo­ger­ma­ni­schen Wort­wur­zel “ueik” aus-, abson­dern, wei­hen abge­lei­tet. Es ist reli­giöse Zere­mo­nie, die sich auf Men­schen oder Din­ge bezie­hen kann.

Da wir manch­mal auch von der “Hei­li­gen Nacht” spre­chen, gleich­sam “Wei­he” von der Ety­mo­lo­gie her eben­falls “hei­lig” bedeu­tet: Hei­lig bezeich­net etwas Beson­de­res, Ver­eh­rungswürdi­ges und stammt wort­ge­schicht­lich von Heil ab, was sich abge­schwächt noch in heil („gan­z“) wie­der­fin­det (vgl. eng­lisch: holy, „hei­li­g“, von who­le). Im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch ist hei­lig ein reli­giöser Begriff mit der zuge­dach­ten Bedeu­tung zur göttli­chen Sphäre zugehörig, einer Gott­heit geweiht.

Nacht

An dieser Stel­le bio­lo­lo­gi­sche, his­to­ri­sche, astro­lo­gi­sche oder astro­phy­si­ka­li­sche Hin­ter­gründe für den 25. näher zu beleuch­ten würde den Rah­men spren­gen, zumal sich die For­schung hier oft wider­spricht und uneins ist.
Die Ger­ma­nen hatten ihre Son­nen­wen­fei­er oder ihr Licht­fest am 21.12. Die Urchris­ten den „Tag der Geburt der unbe­sieg­ba­ren Son­ne“ am 25.12. (ab 274 nach Chris­tus auf­ge­zeich­net), wo das Licht über längs­te Nacht des Jah­res die Ober­hand behält. In der Weih­nachts­li­tur­gie wird von bib­li­schen Aus­drücken wie „Son­ne der Gerech­tig­keit“ (Mal 3,20) und „Licht der Wel­t“ (Joh 1,4 ff.) gespro­chen.

Wer nun even­tu­ell wen über­la­gert und assi­mi­liert hat ist im Grun­de nicht wich­tig, wenn man das Fest als sol­ches betrach­tet. Einig sind sich alle, dass dieser Tag, oder kon­k­re­ter die Nacht, eben die Nacht ist, in der das Licht aus tra­di­tio­nel­ler Sicht die Ober­hand über die Dun­kel­heit erhält.

Weihnacht

Jesus wur­de am 25. Dezem­ber gebo­ren. Somit ist die Fei­er am Abend des 24. in die Nacht und den Tag des 25. genau die Zeit, in der sich die “Hei­li­ge Nacht” voll­zieht. Das Licht siegt über die Dun­kel­heit – nicht nur astro­no­misch, son­dern auch welt­lich, wenn Got­tes’ Geist Fleisch wird und sich als sein Sohn mani­fes­tiert (“Der Vater und ich sind eins“). Um die­sen Körper auch noch in die fins­ters­te, ver­steck­tes­te Ecke, zu den Ärms­ten der Armen zu schi­cken. Dem Lotus aus dem Schlamm wach­send gleich, trot­ze er wid­rigs­ten Umstände und allen Ver­su­chun­gen. Nahm das Leid der Men­schen auf sich und verkünden­de ihnen, dass sie von nun an und für alle Zeit von der Sünde (Schuld) bef­reit sind. Als “König der Könige” ver­kehr­te er -modern gesagt- unter Men­schen ohne fes­ten Wohn­sitz, Käufli­cher Lie­be und Finanz­beam­ten. Er starb am Kreuz um durch die Auf­er­ste­hung zu bewei­sen, dass das Leben (das Licht) ewig wärt (bis ca. 5 Jahr­hun­dert war Wie­der­ge­burt Teil der “offi­zi­el­len” christ­li­chen Leh­re).

Selbst wenn Weih­nach­ten von den Chris­ten anfangs nicht gefei­ert wur­de (vgl. z. B. Origenes, PG XII,495) und man Jesu Todes­tag -das Ein­ge­hen in den Him­mel- als Geburts­tag fei­er­te, so hilft dieser klei­ne Arti­kel viel­leicht, ein wenig zu erah­nen -wenn man dieses Fest fei­ert-, wel­che Bedeu­tung es haben könnte und wie sehr wir uns mit­un­ter davon ent­fernt haben.

Wenn in der geheil­ten (Hei­lung kommt von Hei­lig) Nacht, der Geist der Gna­de unter uns weilt und sich derer annimmt, die ihn am drin­gends­ten benötigen – wol­len wir uns die­sem Geis­te ansch­ließen oder wol­len wir ein­fach nur -weils schon immer so war- ein Fest fei­ern?
Ich will jetzt gar nichts von Kon­sum­ver­zicht sch­rei­ben oder den Zei­ge­fin­ger heben oder von Geschen­ken an wir­k­lich bedürfti­ge Men­schen spre­chen. Aber wäre es zu viel ver­langt, sich wenigs­tens ein klit­ze­k­lei­nes bis­schen an die­sem Tag eben­falls in Gna­de zu üben und viel­leicht ein­fach einem (oder meh­re­ren) Men­schen in unse­rem Leben, die uns auf die Füße get­re­ten sind zu ver­ge­ben? Ein­fach mal so zu tun, als ob die Ursa­che für unse­ren Groll, die Dun­kel­heit, durch das Licht hin­weg geleuch­tet wäre und unwie­der­bring­lich auf­gelöst wäre. Denn wenn wir schon Weih­nach­ten fei­ern, soll­ten eine Kern­aus­sa­ge von Jesus nicht ver­ges­sen wer­den: “Seid doch wie ich, denn ich bin wie ihr. Liebe Brüder, ich bitte euch, ihr habt mir kein Leid getan.“.

In die­sem Sin­ne – eine segens­rei­che Weih­nachts­zeit.

Das der Weih­nachts­mann mit sei­nen rot-weißen Far­ben um 1900 von Coca-Cola erfun­den wur­de und ursprünglich auf Nikolaus von Myra zurück geht, ist ver­mut­lich kein großes Geheim­nis mehr. Aber das war ja auch der 6. Dezem­ber…

Quel­le / Refe­renz
Mate­rial Kir­chen­da­ten von Opus Dei
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