Was muss ich beim Skischuh Kauf beachten?

Tipps zum Skischuh KaufWinterurlaub. Vielleicht in St. Moritz oder Davos? Wer träumt nicht davon, auch wegen seiner schönen Skiausrüstung neidische Blicke auf sich zu ziehen? Und achtet deshalb beim Kauf der neuen Skischuhe vor allem auf die Optik. Doch genau das ist verkehrt: Denn das Wichtigste dabei ist, dass der neue Skischuh auch passt. Denn wenn er drückt, wird das Skivergnügen zur Qual. Mit ein paar ganz einfachen Tipps und Tricks lässt sich das aber vermeiden. Auch das teure, passgenaue Aufschäumen der Skischuhe ist dann nicht mehr nötig.
Zunächst einmal sollte sich zum Kauf auch Zeit gelassen werden. Und zwar mindestens eine halbe, besser eine ganze Stunde. Auch der Verkäufer sollte Geduld mitbringen. Deswegen empfiehlt sich ein Fachgeschäft. Wer beim Discounter oder im Internet kauft, spart an der…

Nicht an der falschen Stelle sparen

…falschen Stelle! Beim Discounter fehlt der Fachverkäufer, der zum Beispiel wegen der richtigen Einlegesohle berät. Denn damit fährt nicht nur der sportliche Fahrer sofort schneller. Er verbessert so auch die Anatomie und vor allem die Gesundheit seiner Füße. Das Angebot reicht dabei von der orthopädischen bis hin zur teilweise individualisierten Sohle.
Falls der Verkäufer die Länge des Fußes nicht abmisst und auch nicht auf Breite und Form achtet, ist er kein Fachmann. Dann besser ein anderes Geschäft aufsuchen. Im Internet entfällt das vorherige Anprobieren. Darauf darf der Käufer aber auf keinen Fall verzichten. Er sollte dabei die typische Haltung wie auf der Piste einnehmen, also Knie nach vorne beugen. Und das in alle Richtungen mehrere Male. Jetzt dürfen die Zehen die Spitze der Schuhe nicht berühren. Als nächstes nimmt der Käufer eine waagerechte Position ein. Nun müssen die Zehen die Schuhspitzen ganz…

Skischuhe in der Wohnung testen

…leicht berühren. Erst jetzt ist sicher, dass die neuen Schuhe auch passen.
Es empfiehlt sich außerdem, sie auch zuhause in der Wohnung abends mal für eine Stunde anzuziehen. Um sich so langsam an die neuen Skischuhe zu gewöhnen. Und zwar am besten nicht nur einmal, sondern mehrere Tage. Sowohl im Sitzen als auch im Gehen. Dabei in unterschiedlichen Lagen die Schuhe auch unterschiedlich belasten.
Denn der richtige Skischuh ist wichtiger als der richtige Ski. Und wer sich neue Skier kauft, braucht meist auch neue Schuhe. Denn Beide sollten miteinander harmonisieren. Viele Skifahrer glauben, dass es nicht schlimm ist, wenn die Schuhe zu groß sind. Sie schnallen dann einfach die Schuhe enger. Doch dann wird der Fuß gequetscht. Er wird kalt und schmerzt. Experten schätzen, dass dies bei 90 Prozent aller Skifahrer der Fall ist.
Doch stattdessen einen ganz harten Schuh zu kaufen, ist auch verkehrt. Denn die Regel, „je härter der Skischuh, umso besser“ gilt heute…

Zu weite Skistiefel genauso verkehrt wie zu enge

…nicht mehr. Zwar ist dann die Kontrolle der Skier am besten, doch der Komfort lässt natürlich zu wünschen übrig. Deswegen ist heute eine gute Mischung dieser beiden Möglichkeiten angesagt.
Ein weiterer wichtiger Tipp: Die Skischuhe müssen morgens oder mittags gekauft werden. Denn bis zum Abend erweitern sich die Füße bei jedem Menschen um bis zu einer halben Nummer der Schuhgröße. Da sich die Blutgefäße im Laufe des Tages vergrößern. Und nicht nur dass: Nach zwei bis drei Tagen auf der Piste vergrößern sich auch die Schuhe. Auch um etwa eine halbe Nummer. Deswegen findet der Käufer zur genannten Zeit ungefähr ein realistisches Mittelmaß. Vor dem Anprobieren im Geschäft am besten ein paar Minuten warten, damit sich die Füße erwärmen. Denn auch kalte Gliedmaßen verändern ihre Größe. Sie werden schmaler, da sich die Blutgefäße leicht zusammen ziehen.
Von Bedeutung sind aber auch die richtigen Socken. Beim Anprobieren deswegen unbedingt dieselben wie auf der Piste tragen. Und…

Funktionssocken sind Pflicht

…zwar auf jeden Fall Funktionssocken. Sie nehmen nicht nur am besten den Schweiß auf, sondern besitzen Polster an den empfindlichsten Stellen. Da sich die Schuhe ja noch weiten, sind dünne Socken zu empfehlen. Auf keinen Fall zwei Paar Socken übereinander tragen. Auch selbst gestrickte sind nicht zu empfehlen. Das links/rechts-Muster verursacht oft Hautreizungen. Auch bei den Strümpfen gilt: Wer zu Billigprodukten greift, spart am falschen Ende!
Sind die Schuhe dann am Fuß, schließt der Käufer die Schnallen von unten nach oben. Und zwar möglichst an der ersten, höchsten an der zweiten Raste. Da er nicht ununterbrochen Skischuhe trägt, hat er zunächst das Gefühl, dass sie etwas zu eng sind. Da ist aber wichtig, denn neben dem Mittelfuß muss vor allem die Ferse fest sitzen. Ansonsten sind es die…

Schnallen müssen fest geschlossen sein

…falschen Schuhe! Denn wenn die Füße wackeln, ist die Sturzgefahr weitaus größer. Deswegen müssen bei passenden Schuhen auch unbedingt die Schnallen fest geschlossen sein!
Wichtig ist aber auch, die Schuhe so früh wie möglich in der Saison zu kaufen. Denn die meisten Interessenten probieren vor Ihrem Kaufentscheid einige Schuhe aus. Das Innere der Skistiefel leidet dadurch und verformt sich immer mehr. Wenn im Herbst die ersten zum Verkauf anstehen, ist zudem das Angebot in allen Kategorien und Größen am umfangreichsten.
Man unterscheidet zwischen Allround- Komfort- und Tourenschuhen sowie zwischen Performance/Racer und Freeride/Freestyle. Komfort-Schuhe sind bequemer, denn ihr Inneres ist warm und besonders weich. Dadurch allerdings lässt sich die Kraft von den Beinen in die Ski nicht so gut übertragen. Dafür sind sie einfach zu bedienen.
Im Gegensatz dazu besitzen Performance/Racer eine steife Schale. So lassen sich die Skier besonders gut steuern. Die Innenschuhe sind bei festen Schuhen immer besonders dünnwandig. Diese Skistiefel sind allerdings nicht sehr bequem.

Allround-Stiefel für den sportlichen Fahrer

Die Allround-Skistiefel sind ein Kompromiss aus den beiden Sorten. Im Innern einigermaßen bequem, ihre Schale eher schon ein bisschen härter. Sie eignen sich besonders für den sportlich-schnellen Läufer.
Bleiben noch Freestyle- und Tourenschuhe. Bei Letzteren ist natürlich die Erleichterung des Aufstiegs am wichtigsten. Die große Rotation des Schafts behindert nicht die Länge der Schritte und spart so Kraft. Genauso wichtig ist der sichere Halt des Schuhs. Denn nach dem Aufstieg muss die Abfahrt auf verschiedenen Untergründen möglich und sicher sein.
Bei den Freeride/Freestyle ist der Flex-Wert und damit die Steifigkeit des Schafts nach vorne sehr gering. Die Betonung wird hier natürlich vor allem auf die Beweglichkeit gelegt. Eine gedämpfte Schale sorgt dafür, die harten Stöße und Schläge bei diesem Fahrstil möglichst zu dämpfen. Und damit die Gefahr für die waghalsigen Fahrer zu verringern.
Neben den verschiedenen Sorten gibt es natürlich auch für die Ehefrau und die Kinder den richtigen Skistiefel. Für die Dame ist der Schuh…

Skischuhe für die Kinder besser mieten

…etwas wärmer als für die Herren der Schöpfung. Auch durch eine weiche Schale und niedrigen Schaft passt er sich der Anatomie der Frau an.
Wer Kinder hat, sollte für sie am besten gar keine Skistiefel kaufen, sondern stattdessen mieten. Denn schließlich wächst der Nachwuchs noch, der ständige Neukauf unterschiedlicher Größen würde zu teuer. Beim Mieten der Schuhe ist wie beim Erwachsenen darauf zu achten, dass ihr Profil nicht zu sehr abgenutzt ist. Sonst hat der Skifahrer sowohl beim Laufen als auch in der Bindung weniger Halt, das Unfallrisiko steigt.
Doch auch wer die richtigen Skistiefel gekauft hat, sollte sie nicht für immer sein Eigen nennen. Sondern „nur“ sieben bis zehn Jahre oder 100 bis 150 Tage auf der Piste. Sonst kann während der Nutzung die Außenschale abbrechen. Denn nach dieser Zeit wird der Kunststoff spröde, da sich der Weichmacher nicht mehr in den Schuhen hält.
Auch im Urlaub muss dann noch ein wichtiger Tipp beachtet werden: Die Schuhe nach dem Fahren warm lagern. Ansonsten verziehen sie sich manchmal so, dass sie nicht mehr passen. Oder der Läufer hat am nächsten Tag ständig Eisklumpen an den Füßen, die im Skischuh schwitzen.
Hält man sich an alle diese Tipps, ist die wichtigste Voraussetzung für gute Laune im Winterurlaub erfüllt. Und damit für den ein oder anderen Flirt.


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