Was Mäuse nicht dick macht, macht das Menschen dünn?

Mit Laborversuchen ist das ja so eine Sache, dass sie gern auf den Menschen umgemünzt werden, noch ehe sie an Menschen getestet worden sind.

Mäuse sind sozusagen die besseren Menschen. Und so wird das Fressverhalten und seine Auswirkungen bei Mäuseversuchen sofort als wichtigen Wegzeiger für das Verhalten der Menschen gedeutet.

In der Deutschen Medizinischen Wochenschrift war dieser Tage wieder so ein Artikel drin. Wissenschaftler haben dank der Mäuse herausgefunden, dass wir Menschen des Nachts nichts mehr essen sollten. Also durchschlafen ist angesagt. Bei den Mäusen war das relativ einfach, die bekamen ihr Fressen nur innerhalb von acht Stunden untertags und später nichts mehr und siehe da, sie wurden weniger dick als ihre Mausekollegen, die jederzeit fressen konnten, aber gesamt nicht mehr bekamen.

Schuld, so schlussfolgern die Forscher jetzt, ist die Tatsache, dass nächtliches Essen die Hormonarbeit durcheinanderbringt. Was der Körper mit der aufgenommenen Nahrung macht, ob er sie einbunkert in Fettzellen oder gleich verarbeitet hängt davon ebenso ab, wie unser Hunger- und Sattheitsgefühl. Wir müssten des  Nachts eigentlich satter sein ohne viel zu essen, weil unser Huntergunterdrücker Leptin vermehrt des Nachts produziert wird. Dann eben, wenn wir bei einem ungestörten Schlaf sowieso nichts essen möchten, weil wir  lieber weiterschlafen, da hilft das uns.

Wenn wir aber Stress haben, uns Alpträume wach halten, ein Partner ständig schnarcht oder unseren Schlaf anderweitig unterbricht, kann das System nicht richtig arbeiten. Auch Schichtarbeiter, die über Nacht in künstlich erhellten Fabrikshallen mit mehreren Red Bulls im Magen ihre Leistung bringen müssen, haben kaum Chancen, ihr Leptin arbeiten zu lassen und die Phase der Fetteinlagerung einfach zu verschlafen.

Wir sollten wieder davon abkommen, in der Nacht produzieren zu wollen. Dass Ärzte und Polizisten auch nachts gebraucht werden, wird sich kaum vermeiden lassen, aber warum müssen Produktionshallen auch in der Nacht unter Vollbetrieb sein? Wäre es nicht menschenfreundlicher einfach eine zweite Halle zu bauen, sodass doppelt soviel am Tag und dafür nichts in der Nacht hergestellt wird?

Es ist leicht, einen Schichtarbeiter als ungebildeten Dicken zu verlachen und zu verkünden, dass solche Schichten einfach zu ungebildet seien, um sich gesund zu ernähren und dabei die Augen zu verschließen vor der Tatsache, dass seine nächtliche Arbeit unseren Wohlstand mit erhält und er dafür auch noch mit seiner Gesundheit bezahlt, damit wir reichlich, immer und überall einkaufen können, was wir wollen. Es ist leicht, und es ist falsch und zu kurzsichtig. Das zumindest kann man von den Mäusen lernen.


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