Was die Linken und der Papst gemeinsam haben

Wieder mal Elitz. Wieder mal geifert er vor sich hin. Diesmal sind jene Abgeordneten des Bundestages an der Reihe, die ankündigten, die Papstrede an eben jenem Orte, zu boykottieren. Eine Schande sei das, weil das Volksvertreter seien, die gerne von Frieden und Gerechtigkeit, auch vom Ende des Krieges in Afghanistan, redeten, jetzt aber, da der heilige Bimbam, als Mann des Friedens, der er ja ist, vor ihnen sprechen möchte, kehren sie ihm den Rücken zu. Doppelzüngig nennt Elitz das. Überhaupt würde man viel von Toleranz und Meinungsfreiheit quaken, nun allerdings, da man beides praktizieren könnte, stopft man sich die Ohren zu.

All das klingt kindlich-naiv. Ist es freilich auch. Ist ja von Elitz! Denn Herr Papst ist nicht das, was der silberhaarige Gelegenheitsschreiber vorgibt. Die Abgeordneten indes, die er schalt, nennt er nicht unmittelbar beim Namen, trotzdem weiß man, wen er meint. Die papstlosen Gesellen, die wenigen Sozis, etwas mehr Grünen und beinahe alle Linken, die ankündigten, Herrn Ratzinger nicht lauschen zu wollen, die sind gemeint. Die machen nämlich das Bild vom "häßlichen Deutschen" wissen die ordinierten Klerikal-Journalisten in jenem Blatt, in dem Elitz infantil blubbert.

Anstrengend nun, darauf hinzuweisen, dass man mit Toleranz und Meinungsfreiheit Päpste nur schwer verteidigen kann. Man frage mal Hans Küng oder den Befreiungstheologen Leonardo Boff, natürlich auch Eugen Drewermann, die für sich theologische Meinungsfreiheit forderten und rüde von Rom abgekanzelt und bestraft wurden - die Herrschaften Papst waren es nie: tolerant. Und nur solange Meinung ist, was der Pontifex auch als diese anerkennt, ist Meinung frei. Mit demokratischen Schlagworten ist dem Papst nicht beizukommen, denn demokratisch ist an seinem Amte wenig. Er, der Imperator über alle katholischen Seelen, wäre schon lange moralisch geächtet, thronte er über einen weltlichen Staat - dann nennte man ihn einen Diktator. Wie gesagt, anstrengend und wohl auch unfruchtbar, Elitz' Philippika so zu entkräften.

Ins Auge sticht jedoch, dass Elitz versucht, die Linke - nennen wir die unpapabilen Gesellen mal so, scheren wir sie mal über den linken Kamm - moralisch unmöglich zu machen. Die, die über Frieden und Gerechtigkeit reden, laufen weg, wenn der Wächter über Frieden und Gerechtigkeit mal vorbeischaut. Bedeutet das eigentlich auch, dass all diejenigen, die sitzen bleiben, wenn Herr Papst kommt, ansonsten nicht über Frieden und Gerechtigkeit sprechen, weshalb sie also sitzen bleiben, um eine kostenlose Lehrstunde zu erhalten? So gesehen könnte man nämlich auch festhalten, dass es die Linke nicht nötig hat, sie braucht keine Bestätigung ihrer Anschauungen. Ehrlicher wäre es allerdings gewesen, wenn Elitz geschrieben hätte, dass es doppelzüngig sei, dass die Linken, die ja viel von Gerechtigkeit sprechen, während deren Parteioberen nichtsdestotrotz in Villen hausen und als begnadete Ferraristi bekannt sind - jedenfalls nach Lesart jenes Blattes, für das Elitz schreibt -, einfach türmen, wenn einer kommt, der viel von Gerechtigkeit spricht, dabei aber in einem Palast residiert, Reichtümer in seinen Kammern herumstehen hat, eine eigene Garde besitzt.

Elitz versuchte im kindlichen Eifer Gemeinsamkeiten herauszuputzen, um die Linke zu verunglimpfen. Dabei gäbe es doch so viele Gemeinsamkeiten mehr: Reichtum und so - Wasserpredigten beim Weinsaufen und so. Messen wir einfach mal die Reichtümer derer, die so viel von Frieden und Gerechtigkeit sprechen, von Linken und von Ratzinger - und dann fragen wir nochmal genau nach, wer hier doppelzüngig ist...


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