Was bedeutet denn eigentlich was beim Wein?

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Wir trinken wohl gerne mal ein Glas Wein, aber so richtige Weinkenner sind wohl die Wenigsten. Jetzt am langen Mai-Wochenende hätten wir vielleicht Zeit, einen kleinen Weinlehrgang zu machen?
Das nachstehende kurze Glossar macht Sie fit für weinselige Fachsimpeleien über das wohl komplexeste Rausch- Genuss- und Kulturgut der Menschheit:

Abgang ist der Nachgeschmack des Weins und beschreibt das Nachwirken von Fülle und Aromen.

Adstringierend stammt von dem lateinischen Wort „adstringere“, was zusammenziehen bedeutet und beschreibt das Gefühl, wenn sich aufgrund von Tannin, Säure oder einer Kombination aus beidem im Mund alles zusammenzieht.

Alkoholisch sollte ein Wein nicht zu stark schmecken, sonst wirkt er wie ein Weinbrand und der Alkohol übertönt alle anderen Aromen.

Barrique ist ein kleines Holzfass, um Wein reifen zu lassen, das meist aus Eiche besteht. Der Barrique-Ausbau verleiht dem Wein eine würzig-rauchige Note.

Blumig beschreibt den Duft nach Blüten.

Bouquet/Bukett ist der Duft des Weins. Er kann sehr komplex ausfallen, zum Beispiel bei Champagner von Laurent Perrier

Botrytis Cinerea (auch Edelfäule oder Edelreife) nennt man den Schimmelpilz auf den reifen Beeren der Weintraube, der wesentlich zur Ausprägung der Spezialität deutscher Weine beiträgt. Der Botrytispilz perforiert die Beerenschale der Trauben. Das hat zur Folge, dass durch die Beerenhaut der Traube mehr Wasser verdunsten kann und die Zuckerkonzentration ansteigt. Somit konzentrieren sich durch den Wasserentzug die Inhaltsstoffe aus dem Fruchtfleisch und die Beeren schrumpfen zu kleinen Rosinen zusammen. Aus derartigem Lesegut lassen sich hochrangige Weine erzeugen, wie Auslesen, Beeren- oder Trockenbeerauslesen.

Cuvée (auch Verschnitt) ist eine Mischung verschiedener Weine mit dem Ziel, sie geschmacklich zu harmonisieren oder einen bestimmten Geschmack herzustellen.

Dekantieren beschreibt das Umfüllen des meist roten Weins in eine Karaffe, damit er „atmen“ und so sein Aroma vollends entfalten kann. Zusätzlich lagern sich so vorhandene Partikel am Boden ab, der dann beim Einschenken in der Karaffe zurück bleibt.

Extraktreich/körperreich sind Weine mit viel Substanz, wie Tannine, Frucht, Duft, Geschmack und Alkohol.

Feinherb bedeutet in der Regel „halbtrocken“. Wie viel Restzucker enthalten sein darf, ist im Gegensatz zur Bezeichnung „halbtrocken“ nicht gesetzlich festgelegt. Halbtrockener Wein darf maximal 9 bis 18 g/l unvergorenen Zucker enthalten. Daher fällt feinherber Wein häufig süßer aus.

Frisch schmecken junge Weißweine mit Kohlensäure und angemessener Säure.

Fruchtig sind Weine, die nach Früchten oder Beeren riechen und schmecken.
Mostgewicht misst man per Grad Oechsle

Grad Oechsle (auch Mostgewicht) gibt die Dichte des Mostes und damit indirekt die Zuckerkonzentration an. Dabei gilt: Umso mehr Zuckergehalt sich im Most befindet, desto dichter ist er und desto mehr Alkohol ist unter Umständen später im Wein.

Grasig beschreibt den Duft oder Geschmack nach frischem Gras und ist ein Zeichen von Unreife, was aber durchaus Absicht sein kann, um einen besonders frischen Weinstil zu fördern.

Grün umschreibt vegetabile Noten eines Weins, wie z.B. grüne Paprika oder Spargel. Man sagt auch, dass ein junger Wein noch „grasig-grün” schmeckt. Es kann ein Zeichen von Unreife, aber auch gewollt sein.

Most ist der abgepresste Saft der Weinbeeren.

Sauer sind Weine mit einem hohen Säuregehalt (Weinsäure und/oder Apfelsäure).

Schwer bezeichnet volle, extraktreiche und alkoholreiche Weine.

Spritzig ist eine Beschreibung für junge, frische Weine mit deutlicher Kohlensäure.

Tannin ist eine Substanz aus der Traubenschale, auch „Gerbstoff“ genannt. Es prägt den Weingeschmack und macht ihn herber und griffiger, zum Beispiel in italienischem Wein. Ebenso gibt es Tannine aus Holz, wenn der Wein im Holzfass (Barrique) gereift ist.

Terroir – einer der umstrittensten Begriffe der Weinwelt: Terroir (franz.: terroir m. = Gegend) beschreibt die schmeckbare Herkunft des Weines aufgrund des Zusammenspiels von Klima, Boden und Winzerkunst.

Trocken sind herbe Weine, bei denen man kaum eine Restsüße herausschmeckt.

Weich beschreibt einen seidigen und samtigen Wein mit wenig Säure und Tannin.

Weinstein ist ein Trivialname für das Kaliumsalz der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes absetzt Weinstein ist weder ein Fehler des Weines noch ein zwingendes Qualitätsmerkmal.

Zweitwein stellt einen günstigeren Wein eines bekannten Weinguts dar. Er ist aus Trauben, die für den „Erstwein“ nicht verwendet werden, bietet dafür aber „viel Wein für‘s Geld“.

Fazit: Mit ein par Vokabeln im Wortschatz lässt sich prima über Wein fachsimpeln – am besten bei einem guten Glas Wein.


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