Warum sich zur Schule quälen?

In Würzburg ist die Hölle los. Lehrer, Eltern und Schüler eines ortsansässigen Gymnasiums sehen sich einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt, den ein Dresscode ausgelöst hat, auf den sie sich gemeinsam und einvernehmlich geeinigt haben. Und der Sturm tobt heftig, bundesweit in den Medien und weltweit im Netz. Auf Facebook gibt es sogar eine eigens für dieses Thema eingerichtete Seite: Der Dresscode muss weg. Dort wird sogar das Grundgesetz bemüht und zitiert: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.“ Ergo: „Wer bauchfrei tragen will, darf bauchfrei tragen.“ Es gibt allerdings auch viel banalere Gründe, um gegen den Dresscode zu sein: „Mal davon abgesehen, dass Hotpants der Hauptgrund waren, warum ich mich im Sommer überhaupt noch zur Schule gequält habe, geht dieser ‚Dresscode’ einfach gar nicht“, schreibt ein männlicher Facebook-Nutzer, von dem wir nun aber auch wissen, warum er sich demnächst im Sommer wieder zur Schule quält. Denn der gute Mann studiert, wie er selber schreibt, Lehramt im dritten Semester an der Uni Greifswald. Bis dahin hat es sich also offensichtlich noch nicht herumgesprochen, dass es seit Anfang 2013 auf Twitter einen Hashtag #aufschrei gibt, unter dem eine leidenschaftliche Sexismus-Debatte geführt wird. Was soll ich sagen? Um bei den Worten unseres angehenden Lehrers zu bleiben: Diese Bemerkung geht einfach gar nicht – findet übrigens auch Oma, die bei diesem Thema ansonsten einen bemerkenswerten Gleichmut beweist.


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