Warum nicht zu handeln dich produktiver macht als zu handeln

Warum nicht zu handeln dich produktiver macht als zu handeln

Handeln wird in unserer Gesellschaft ganz groß geschrieben. "Tu endlich etwas dagegen!", "Kämpfe für deine Liebe!", "Hör auf, faul auf dem Sofa zu sitzen!" Auf die Spitze getrieben wird das Ganze beim täglichen Stress. "Im Stress zu sein" ist inzwischen gleichbedeutend mit hohem Ansehen. Man macht durch diesen Satz den anderen deutlich, dass man sehr viel zu tun hat und deswegen ein wichtiger Mensch ist. Ich hingegen finde: Weniger zu handeln macht dich langfristig produktiver, als ständig im Tun zu sein!

Obwohl das Handeln oft geradezu glorifiziert wird, hat es seine Schattenseiten. Du wirst vielleicht schon gehört oder gelesen haben, dass Stress schädlich für die Gesundheit ist. Doch war dir auch schon bewusst, dass er genauso schädlich für unsere Kreativität und Produktivität sein kann? Wenn du in Eile bist und etwas nicht rechtzeitig hinbekommst (sei es im Berufs- oder Privatleben) - was wirst du dann tun? Zusehen, dass du noch schneller vorankommst? Klar, die Zeit läuft dir schließlich davon und ein Termin reiht sich an den anderen. Dir bleibt also kaum eine andere Möglichkeit, als dich vom Tempo dieser Welt mitreißen zu lassen und bei diesem Rennen auch noch mitzumachen. Oder?

Doch ist dir auch schon aufgefallen, dass uns unglaublich viele Fehler unterlaufen, wenn wir in Eile sind? Wir stoßen uns den Kopf an, ärgern uns darüber, vergessen etwas Wichtiges zu Hause, dann springt das Auto nicht an. Alles scheint an solchen Tagen wie verhext zu sein. Und abends fallen wir erschöpft auf die Couch und sind nur noch in der Lage, die Finger auf der Fernbedienung zu bewegen, während wir uns das Mikrowellengericht apathisch in den Mund schieben. Am Wochenende sieht das Ganze nicht besser aus, denn es warten Unternehmungen darauf, unternommen zu werden, die Familie will besucht werden und die Party mit Freunden steht auch noch an.

Unser Leben wird immer mehr von außen bestimmt - von der Arbeit, der Familie oder sonstigen Ansprüchen. Und wir kennen es auch gar nicht anders - ebenso wenig wie unsere Kinder, die schon in der Vorschule die dritte Fremdsprache lernen und das Ferienprogramm ihren letzten Funken von Freizeit erstickt. Wir sind dauerbeschäftigt. Zeit für Ruhe ist einfach nicht. Und wieso auch? Schließlich müssen wir in allen Lebenslagen voll präsent sein und glänzen! So macht das doch schließlich jeder, oder? Die eigenen Bedürfnisse sind längst begraben, nur noch ein fahler Beigeschmack, dass uns etwas im Leben fehlt, bleibt. Und dann wundern wir uns über Burnout und Depressionen? Wir wundern uns wirklich darüber, dass jemand, der sonst vollkommen "normal" war, plötzlich in der Klinik landet?

Wir leben in einer Gesellschaft, die oft genug kurz vor dem Kollaps ist. Zumindest erscheint mir das so. In einer Gesellschaft, in der die Normalen sich eigentlich ziemlich verrückt verhalten und die als verrückt betitelten eigentlich normal sind. Wenn etwas nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, versuchen wir das immer durch ein Mehr an Handeln wieder auszugleichen. Und wohin bringt uns das?

Glaubst du, der Himmel würde tatsächlich einstürzen, wenn du einen Termin absagst? Wenn du diesen Samstag nicht mit deiner Freundin etwas trinken gehst? Wird sie sauer sein? Werden deine Kinder dich verachten, wenn du sie einfach mal nicht beschäftigst und sie alleine spielen lässt? Werden deine Eltern dich verstoßen, wenn du diesen Sonntag das Essen mit ihnen ausfallen lässt? Wenn du so richtig mit Fieber flach liegst, dreht die Welt sich doch auch ohne dich weiter, oder?

Oftmals haben wir solche Angst davor, vor anderen als "faul" dazustehen, dass wir uns selbst mit einer ansteckenden Krankheit in die Arbeit quälen, um den anderen zu beweisen, dass wir auch wirklich krank sind. Erst dann darfst du nach Hause gehen. Ist das nicht verrückt? Wenn du schon beim ersten Halskratzen konsequent einen Tag im Bett verbringen würdest, müsstest du jetzt nicht drei Wochen mit der Schweinegrippe darniederliegen.

Das Schlimmste, das passieren kann, wenn wir uns eine Auszeit nehmen und einfach mal aufhören, ständig zu handeln und verfügbar zu sein, ist, dass uns tatsächlich jemand als "faul" wahrnimmt. Und ich würde mal sagen, es gibt Schlimmeres. 😉

Seien wir doch mal ehrlich: Eigentlich sollte Qualität doch vor Quantität kommen, wenn es um das Leben geht. Ist es nicht sinnvoller, einige wenige Dinge zu tun und sie dann voller Begeisterung und Leidenschaft auszuüben, als jeden Tag mit Kleinigkeiten zu verbringen, die einem eigentlich gar nichts bedeuten, aber "nun mal so gemacht werden müssen"?

Ich bin der Meinung, dass ein Vollzeitjob Verschwendung von Zeit und Energie ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass du gleich deinen Job an den Nagel hängen solltest, aber sei mal ganz ehrlich: Wie viele der acht Stunden bist du wirklich hochkonzentriert und motiviert? Ich kenne Tage, an denen ich scheinbar nichts hinbekomme und einfache Tätigkeiten nur im Schneckentempo ausführen kann. Dann quäle ich mich mit Dingen, die mir ansonsten Spaß machen.

Genau an diesen Tagen halte ich mich an dieses wundervolle Zitat von St. Francis de Sales:

"Eine halbe Stunde Meditation am Tag ist essentiell. Außer, wenn Du sehr beschäftigt bist. Dann brauchst Du eine Stunde."

Was de Sales sagen will, ist, dass wir Klarheit benötigen, wenn wir gestresst sind. Und nicht noch mehr Stress. Das ist einleuchtend. Doch obwohl uns das eigentlich verständlich ist, handeln wir nicht danach. Wir handeln und handeln und handeln und halten nicht inne. Wir wollen mehr leisten und tun und machen und ackern uns ins Grab und wundern uns, warum die Qualität dessen, was wir tun, sich einfach nicht verbessert. Weil wir auf Quantität aus sind und die Qualität vernachlässigen. Egal ob im Berufs- oder Privatleben. Die Qualität unseres Daseins wird sich erst verbessern, wenn wir lernen, auch mal nicht zu handeln.

Es gibt eine wundervolle Parabel aus dem Buddhismus: Stelle dir deinen Geist als einen Teich vor. Oftmals ist er aufgewühlt und schlammig. Er kann erst klar werden, wenn sich der Schlamm auf dem Boden des Teichs absetzt. Genauso kommen auch wir nur durch Ruhe zur Klarheit. Oftmals wollen wir jedoch handeln, etwas unternehmen, um klar zu werden. So rühren wir den Teich immer und immer wieder um und wundern uns darüber, dass unser Geist nicht klar wird. Dabei ist alles, was wir tun müssten, zur Ruhe zu kommen und der Unklarheit die Chance zu geben, sich abzusetzen. Diese Klarheit führt dich schließlich zu der von dir ersehnten Konzentration, Kreativität und Produktivität. Auch wenn es zunächst paradox erscheint, sich gerade dann eine Auszeit zu nehmen, wenn du eigentlich keine Zeit dafür hast.

Doch aus meiner eigenen Erfahrung - und viele andere konnten sie bereits bestätigen - muss ich sagen, dass man tatsächlich Zeit gewinnt, anstatt sie zu verlieren. Oft reichen schon ruhige 15 Minuten, um wieder voll und ganz da zu sein und sich nicht mehr mit dem Stress zu identifizieren.

Diese Frage mag dich vielleicht verwirren, schließlich wissen wir alle, was Ruhe ist. So gerne ich auch selbst Serien schaue, bedeuten die ständigen Bilder für unseren Geist keine Ruhe. Auch beim Computerspielen oder Treffen mit Freunden kann man abschalten, aber es ist eher eine Ablenkung, in der sich unsere Verwirrung oft nicht auflöst. Wir verschieben sie dadurch lediglich. Das ist auch vollkommen in Ordnung, solange wir uns zusätzlich Zeiten "echter Ruhe" gönnen.
Unter "echter Ruhe" verstehe ich, Zeit für sich alleine zu haben. Das kann sein: Spazieren gehen, joggen, Yoga, Meditation, künstlerische und kreative Tätigkeiten oder einfach nur dasitzen, die Sonne genießen und in den Himmel starren. Auch wenn Lesen sehr beruhigt, hält es doch auch einen ständigen inneren Monolog aufrecht, weswegen ich auch das nicht zur "echten Ruhe" zähle.
Es fällt uns oft sehr schwer, diese Art von Ruhe überhaupt auszuhalten, weil wir den Eindruck haben, etwas Sinnloses zu tun und unsere Zeit zu verschwenden. Oft rebelliert unser Kopf dagegen und will beschäftigt werden. Aber wenn wir trotzdem weiterhin ruhen, beruhigen sich auch diese Gedanken und dann spüren wir tatsächliche Freiheit. Freiheit vor dem eigenen, plappernden Kopf. Und aus dieser Freiheit heraus entsteht Kreativität, höchste Konzentration und somit Produktivität.
In einem Beitrag auf meinem Blog berichte ich über meine Erfahrung mit einem sogenannten "Home-Retreat", einem "Ruhetag". Dort kannst du nachlesen, wie er auch dir dabei hilft, Klarheit zu erhalten.

Wenn wir den Zwang, ständig und überall zu handeln, loslassen und lernen, die Ruhe zu genießen und als etwas sehr Nützliches zu betrachten, erfahren wir Lösungen von Problemen oft intuitiv. Unser Unterbewusstsein entscheidet sich oft sehr schnell, doch da wir so viele Gedanken und Stimmen in unserem Kopf haben, können wir auf diese sehr weise Entscheidung oft nicht zugreifen. Ruhe und Nichthandeln geben uns einen Zugang zu unserer inneren Stimme und somit zu kreativen Lösungen, auf die wir durch zwanghaftes Denken (oft im Kreis) nicht gekommen wären.

Wenn du das nächste Mal in einem Kreisel steckst und einfach nicht vorankommst, wenn du spürst, dass dein Denken langsam an eine Grenze stößt und du nicht mehr weiterkommst - erinnere dich daran, dass die Option des Nichthandelns in diesem Fall oft besser ist, als wie gewohnt weiterzumachen. Sie kann dir neue Sichtweisen eröffnen und ist sehr viel nützlicher als sie so oft in unserer Gesellschaft dargestellt wird. Sie bringt dir Klarheit und Offenheit. Und dann brauchst du einfach nur zu warten und die Magie geschehen zu lassen!

Ich bin Anna und schreibe auf meinem Blog www.passionflow.de über die Begeisterung, die es auslöst, seine eigenen Leidenschaften zu finden und ihnen zu folgen. Obwohl ich mit dem Leben lange Zeit auf Kriegsfuß stand, gelingt es mir jeden Tag besser, es voller Hingabe und Begeisterung zu leben. Denn ich habe gelernt: Der Weg zu mir selbst führt nur über Klarheit, Ruhe und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, die jeder in sich trägt! Warum nicht zu handeln dich produktiver macht als zu handeln

Warum nicht zu handeln dich produktiver macht als zu handeln

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