Warum funktionieren Beziehungen nicht?

Oft gehen Beziehungen zu Bruch, weil man sich auseinander lebt, sich in jemand anderen verliebt, eine schwere Krise nicht gemeinsam überwindet, unterschiedliche Zukunftspläne hat oder oder oder.

Und jedes mal stehen die Verlassenen und auch die Verlassenden da und fragen sich “Warum hat es schon wieder nicht funktioniert?”, “Was ist bloß falsch an mir?”.

Am schönsten ist es, wenn die Freundinnen, die wahrscheinlich ihren Kindergartenfreund heiraten werden und seit 15 Jahren eine Vorbildsbeziehung führen mit Sätzen wie ” Na ja, vielleicht ist eine feste Bindung einfach nichts für dich” Trost spenden wollen.

Für alle, die sich hier wiedererkennen und schon die eine oder andere “gescheiterte” Beziehung hinter sich gelassen haben, habe ich zwei gute Nachrichten.

  1. Beziehungen funktionieren nicht, Beziehungen sind
  2. Die Freundin/ der Freund ist nicht deshalb so lange in seiner / ihrer Beziehung, weil er/sie schöner, klüger, interessanter, toleranter, dünner, sportlicher… ist, sondern weil er/sie selbstzentrierter ist.

1. Beziehungen funktionieren nicht, Beziehungen sind

Das ist jawohl die typischste aller Floskeln, die jeder von uns, wenn nicht selbst benutzt zumindest schon mal von irgendjemandem gehört hat. “Es hat einfach nicht funktioniert”.

Ich bin der Meinung Beziehungen funktionieren nie. Wenn eine Beziehung funktionieren soll, ist sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Beziehungen SIND. Beziehungen sind eine Möglichkeit und Chance mit einem anderen Menschen zusammen zu sein, ihn und sich kennen zu lernen, gemeinsam zu wachsen, Interessen zu entdecken, Menschen kennen zu lernen oder es auch einfach nur zu genießen abends nicht alleine vor dem Fernseher zu sitzen.

Und nicht nur das. Beziehungen sind außerdem das wunderschönste was einem widerfahren kann, wenn man sich darauf einlässt. Wenn man es schafft sich seinem Partner ganz zu öffnen passieren spannende und wunderschöne Dinge :)

Für viele Menschen hat die Beziehung die Funktion des Gebens und Nehmens, des Erwartens und Erfüllens. Wir kennen alle Lieder, Gedichte, Sprüche in denen es heißt “Ohne Dich war ich nichts, mit dir bin ich vollkommen”. Eine Beziehung mit dieser Einstellung anzufangen, kann doch gar nicht klappen.

Was sind das für unser Gegenüber denn für Erwartungshaltungen, die wir in ihm wecken? Und auch für eine Verantwortung die wir ihm auferlegen, indem wir ihn oder sie für unser “Vollkommensein” brauchen.

Auch Erwartungen in einer Beziehung, lassen diese immer wieder “scheitern”. Wenn man für den anderen Dinge tut, nur weil man glaubt oder hofft man würde etwas zurückbekommen, das ist keine Liebe, das ist ein Handel nach dem Motto “Ich gebe dir was, dafür bekomme ich…”. Wir machen damit nicht nur unseren Partner unglücklich, der sich nun in der Verwantwortung fühlt, auch etwas zu geben, nein, wir legen uns selbst Steine in den Weg. Wird die Erwartung die wir haben nicht erfüllt, sind wir traurig, enttäuscht und sauer. Oft fällt am Ende der Beziehung ein Satz wie “Und das nach all dem, was ich für dich getan habe”. Na kennt ihr das auch?

Wenn man sich allerdings darauf konzentriert nur zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, wird man nicht enttäuscht und setzt den Partner nicht unter Druck. Gibt man hingegen nur, in der Hoffnung, das einem Selbst einen Gefallen getan wird, dann sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob man nicht einfach gleich darum bittet, was man eigentlich von seinem Partner möchte und keine “Ich habe, jetzt musst du aber…” Kette anfängt.

2. Selbstzentriertheit

Eine Beziehung ist glücklicher, harmonischer und zufriedenstellender je mehr die Partner nicht an den anderen, sondern an sich selbst denken.

Für viele mag dieser Gedanke kurios und abwegig erscheinen, da man annimmt in einer Beziehung kommt es gerade darauf an, auf die Bedürfnisse des anderen zu achten und diese mit seinen eigenen in Einklang zu bringen.

Natürlich müssen manchmal Kompromisse getroffen werden, vor allem, wenn es um äußere Einflüsse geht. Dabei denke ich vor Allem an Fernbeziehungen, Jobwechsel und -verluste.

Aber das sind Dinge, die müssen im Schnitt alle 3 Jahre mal entschieden werden. Warum den Rest der Zeit nicht mehr an uns, als an den Partner denken?

Meint ihr nicht auch, unserem Partner oder uns selbst als Partner geht es in der Beziehung besser, wenn wir wissen, dem anderen geht es gut, er macht was ihm Spaß macht und vor allem, er will machen was ihm Spaß macht und das zusammen mit uns? Das ist doch wunderbar.

Sich selbst zu formen, sich anzupassen oder auch zu versuchen den anderen zu verändern, bringt nichts. Würde es dich glücklich machen, wenn dein Mann / Freund dir zu liebe mit auf eine Feier kommt, obwohl er gar keine Lust hat? Im ersten Moment vielleicht schon, aber den ganzen Abend über betrachtet würde er sich schlecht fühlen (weil keine Lust) und du dich ebenfalls (weil er keine Lust hat). Warum also nicht den Liebsten zu hause machen lassen, wozu auch immer er Lust hat und allein zur Party gehen?

In dem Buch “Gespräche mit Gott” von Neal Donald Walsh heißt es

Wenn sich jeder um sich selbst kümmern würde, wären wir alle glücklich

Dem stimme ich vollkommen zu und denke nicht, dass diese beiden Überlegungen nur auf Liebesbeziehungen, sondern auf all unsere zwischenmenschlichen Beziehungen übertragbar sind.

Ich versuche das zu verinnerlichen, besonders in der Beziehung zu meinem Freund. Natürlich klappt es nicht immer. Letzte Woche erst habe ich wieder rumgehandelt (“Ich hab das Bad geputzt, dann kannst du jetzt das Wohnzimmer sauber machen”) und war sauer, weil ich nicht bekommen hatte, was ich erwartete (dass er es von sich ausmacht ohne Aufforderung). Und das wird mir wahrscheinlich noch öfter passieren. Aber das ist in Ordnung, solange ich mir nur immer wieder klarmache, dass ich diese Beziehung nicht führe, weil ich jemanden gesucht habe, der für mich das Wohnzimmer sauberhält, während ich das Bad putze.Sagt´s weiter!


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