Warum eine fleischfreie Ernährung schlecht ist für Haus- UND Nutztiere

Der Konsum von Fleisch wird zunehmend kritisch gesehen. Immer mehr Verbraucher kehren tierischen Nahrungsmittel den Rücken zu und kommen sogar auf die Idee, ihre Haustiere vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Warum das für die Haustiere und sogar für die Nutztiere denkbar schlecht ist, erkläre ich dir im folgenden Artikel.

Warum eine fleischfreie Ernährung schlecht ist für Haus- UND NutztiereFleisch – war es einmal ein hochwertiges und wertvolles Nahrungsmittel, so ist es in der heutigen Zeit immer mehr zur Massenware geworden. Das, was man in vielen Supermärkten als Nahrungsmittel Fleisch von Schwein, Rind, Huhn, etc. kaufen kann, lässt sich kaum mehr anders bezeichnen als „billiger Schund“.

Kaum jemand – außer den großen Konzernen – kann aus der Massenware Fleisch noch einen Gewinn oder Vorteil ziehen:

  • Die Tiere, von denen das Fleisch stammt, haben ein leidvolles Leben hinter sich gebracht und mussten oft sogar qualvoll sterben.
  • Die Arbeitskräfte, die bei der Fleischproduktion ihren Lebensunterhalt verdienen, sind oft unterbezahlt und/oder arbeiten häufig unter denkbar schlechten Bedingungen.
  • Den Landwirten, die sich bemühen, eine vernünftige Land- und Tierwirtschaft zu betreiben, wird durch die Dumpingpreise der Großkonzerne zunehmend der Boden unter den Füßen weggezogen und viele können kaum noch ihren Lebensunterhalt bestreiten.
  • Die konsumierenden Menschen leiden unter immer mehr Erkrankungen, weil sie sich mit Fleisch ernähren, dass einerseits schlechte Nährstoffe liefert, andererseits den Organismus mit Krankheitserregern, Hormonen und anderen Schadstoffen belastet. Den Tieren, die damit gefüttert werden, ergeht es nicht besser.
  • Immer mehr Menschen können kaum mehr ertragen, was wir Menschen da so alles mit unseren Nutztieren anstellen (Küken die geschreddert werden, Schweine, die zur Bewegungslosigkeit verdammt sind, damit sie ihre Ferkel nicht tottrampeln, Rinder, die in ihrem ganzen Leben keinen einzigen Grashalm zu Gesicht bekommen, geschweige denn zu Fressen, usw.)
  • Und als wäre das noch nicht genug, wird unsere Umwelt, die sowieso arg gebeutelt ist, durch die Massentierhaltung weiter geschädigt, indem der Mist die Luft und das Wasser verpesten (siehe z.B. Klage der EU-Kommission 2016 gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitrat-Richtlinien)

Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen sich entscheiden, vegetarisch oder sogar vegan zu leben. Sie wollen nicht mehr Teil dieser schlimmen Entwicklungen sein, wollen die Tiere schonen, ihre Gesundheit erhalten und die Welt zu einem besseren Ort machen.

Leider klappt das so aber nicht.

Natürlich gibt es auch den Fall, dass jemand darauf verzichtet, tierische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, weil sie ihm/ihr schlicht nicht schmecken … aber, das ist wohl in den wenigsten Fällen der Fleischabstinenz gegeben, warum sonst gibt es massenweise Fleischersatzartikel (das nennt man dann „wieFleisch“) wie Tofuschnitzel, vegane Fleischwurst aus Soja, usw. …

Für die anderen mit den hochtrabenden Motivationen …

Klar … die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wer wirklich glaubt, es gäbe irgendeinen Weg, dass die Ernährung der Menschen (und ihrer Haustiere) irgendwann einmal völlig fleischfrei sein wird, der glaubt möglicherweise auch noch an den Weihnachtsmann.

Warum eine fleischfreie Ernährung schlecht ist für Haus- UND NutztiereTatsächlich ist es sogar so, dass die Fleischproduktion hier bei uns immer weiter zunimmt, obwohl es hier immer mehr Menschen gibt, die auf Fleisch verzichten.

Wie kann das sein? Ganz einfach, es wird einfach immer mehr Fleisch ins Ausland exportiert. Nicht, um hungrige Mäuler zu stopfen, sondern z. B. weil die Entwicklung in anderen Ländern ähnlich verläuft wie bei uns, nur etwas Zeitversetzt. Fleisch boomt dort.

Und die Politik, die am wirtschaftlichen Wachstum unseres Landes immer interessiert ist, sieht es natürlich gerne, wenn Deutschland sich im Exportgeschäft behauptet. Deutschland ist übrigens sogar führend im Export von Schweinefleisch an Drittländer (Nicht-EU).

Diese und weitere interessante Informationen zur Fleischproduktion in Deutschland findet man übrigens im Fleischatlas, der jedes Jahr von der Heinrich Böll Stiftung herausgegeben wird. Wer sich dafür interessiert, wie das mit dem Fleisch und der Massentierhaltung in Deutschland nun genau ist, kann den aktuellen Fleischatlas HIER (sogar kostenlos) bestellen oder downloaden.

Was ist dran am Fleisch?

Aber zurück zum Thema – Fleisch. Fleisch ist ein Nahrungsmittel, das neben vielen anderen Nährstoffen vor allem die wichtigen Proteine liefert. Proteine sind z.B. deshalb so bedeutsam, weil sie der einzige Nährstoff sind, der sogenannte Baustoffe liefert, weshalb sie auch besonders im Wachstum ausgesprochen wichtig sind. Außerdem sind die besten Proteine die, die den körpereigenen am meisten ähneln, weil sie z.B. ein ähnliches Aminosäurenprofil haben. Logisch also, dass das bei Mensch und Haustier z.B. das Rind oder Schwein sind und nicht die Sojabohne.

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen die Proteine bestehen. Sowohl Mensch als auch Tier haben einen bestimmten essentiellen Bedarf an Aminosäuren. Essentiell bedeutet, diese Nährstoffe MÜSSEN von außen zugeführt werden. Auch, weil sie gebraucht werden, um nicht essentielle Aminosäuren zu bauen. Warum erkläre ich das jetzt so ausführlich? Ganz einfach. Ich finde, es ist wichtig, zu verstehen, warum gerade tierische Nahrungsmittel so wertvoll für die Versorgung mit Proteinen sind. Sie liefern nämlich genau DIE Aminosäuren, die vom Mensch und auch Haustier benötigt werden und auch gut verwertet werden können.

Warum eine fleischfreie Ernährung schlecht ist für Haus- UND Nutztiere

Dem Löwen in der Savanne geht es da nicht anders. Er benötigt von der gerissenen Antilope neben vielen anderen Nährstoffen, die er vielleicht auch anders bekommen könnte, vor allem die seinen sehr ähnlichen Proteine, bzw. Aminosäuren. Und ich glaube nicht, dass wir ihn davon überzeugen können, auf den Verzehr der Antilope zu verzichten (Allerdings – wenn wir Menschen so weiter machen, müssen wir uns möglicherweise nicht mehr solche Fragen stellen – weil es dann vielleicht schon bald keine Löwen mehr geben wird).

Fressen und/oder gefressen werden ist ein Naturgesetz. Es dient nur einer einzigen Sache. Dem Überleben – noch genauer ausgedrückt der Arterhaltung. Eine Giftschlange, die einen Menschen beißt, weil sie sich bedroht fühlt, handelt aus der gleichen Motivation heraus. Es ist ein Naturereignis, das zum qualvollen Tod führen kann. Und niemand käme auf die Idee, alle diese Schlangen auszurotten oder allen die Giftdrüsen zu entfernen. Ganz nebenbei benötigt die Schlange ihr „Werkzeug“ natürlich auch, um Beute zu machen und so für ihre Nahrung zu sorgen.

All das ist Natur. Und es war auch einmal ein „natürlicher“ Vorgang, dass Menschen Tiere genutzt haben, um Hunger zu stillen und den Nährstoffbedarf zu decken. In der Not (Die Kannibalen von Flug 571 in den Anden im Jahr 1972) oder bei bestimmten Naturvölkern haben Menschen sogar Menschen verspeist.

Die Vegetarier und Veganer lassen die Tiere im Stich …

Menschen, die sich abwenden vom Konsum tierischer Produkte, vor allem aus ethischen und moralischen Gründen, glauben, sie können die Welt durch ihr Handeln besser machen. Wenn man es aber einmal genau betrachtet, ist das Gegenteil der Fall. Denn sie ziehen sich quasi zurück und „überlassen dem Feind das Feld“.  Diese Aussage kommt einem auf den ersten Blick ziemlich fies vor.

Aber – wie ist das denn? Wer wählt/übt denn den Beruf des Metzgers aus? Wer arbeitet in der Fleischindustrie? Wer fragt im Geschäft, wo das Fleisch liegt, das von artgerechten gehaltenen Tieren stammt? Wer führt einen Bauernhof mit dem Konzept einer artgerechten Tierhaltung? Wer kümmert sich um eine tierfreundliche und artgerechte Schlachtung der Nutztiere? Wer schlachtet Tiere? Wer kümmert sich darum, dass der Weg der Tiere zur Schlachtbank angenehm verläuft? Wer sorgt mit seinem Konsumverhalten dafür, dass mehr Fleisch angeboten wird, das aus einer ordentlichen Tierhaltung kommt? Wer sorgt dafür, dass Fleisch teuer verkauft werden kann, weil er bereit ist, viel zu zahlen?

Unterstellen wir einmal, dass es eine Nutztierhaltung auch weiterhin, oder zumindest noch sehr, sehr lange geben wird. Wer kümmert sich darum, dass es DIESEN Nutztieren gut geht? Sicher nicht der Veganer, der raus ist „aus dem Geschäft“ und mit alledem nichts mehr zu tun haben will. Auch nicht der Vegetarier, der nur noch die Eier von den glücklichen Bio-Hühnern kauft (die in Wirklichkeit gar nicht viel glücklicher sind, als die anderen, es kümmert sich nur kaum jemand weiter darum, weil man mit Bio drauf sein Gewissen ja beruhigt hat).

Wer also kümmert sich?

Wir kümmern uns. Wir, die weiter Fleisch konsumieren und z. B. auch an unsere Hunde verfüttern. Wir, wenn wir kritische und (artübergreifend) tierliebende Konsumenten sind. Wir, wenn wir nicht müde werden, ORDENTLICHES Fleisch und ORDENTLICHE Zustände in der Nutztierhaltung zu fordern.

Niemand käme auf die Idee, eine Kampagne zu Rettung der Antilopen zu starten. Der Tod durch den Löwen wird als natürlich angesehen, wie grausam er auch oft sein mag. Tod ist auch etwas natürliches, er gehört zum Leben dazu.

Ein Nutztier kann ein artgerechtes Leben führen, versorgt mit allem, gefüttert, beschützt behütet. Als Preis dafür gibt es irgendwann sein Leben, um dem Mensch als Nahrungsmittel zu dienen. Das ist nicht die schlechteste Variante und überhaupt nicht verwerflich.

Dehalb – wenn du vor der Entscheidung stehst, dich vom Fleisch und damit von den Nutztieren abzuwenden, oder gar dein Haustier fleischlos zu ernähren, überlege dir genau, ob das die richtige Entscheidung ist.

Warum eine fleischfreie Ernährung schlecht ist für Haus- UND NutztiereVielleicht hast du auch einen Sohn oder eine Tochter, die du überzeugen kannst, den Beruf des Metzgers oder Landwirts auszuüben und sich auf diesem Weg für eine artgerechte Nutztierhaltung einzusetzen. DAS wäre ein unschlagbar toller Beitrag zum Wohle unserer Nutztiere.

Allen, die meinen Gedankengängen nicht so ganz folgen können, möchte ich das Buch *Emmas Glück ans Herz legen. Es ist eine lohnenswerte, teils sehr lustig aber auch traurig geschriebene Lektüre, nach der man so manches vielleicht anders betrachtet …


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