Warum ein Vogel mit zwei Köpfen uns ähnelt!

Von Wernerbremen

Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,
ich möchte Euch heute eine alte asiatische Legende zu lesen geben,
nacherzählt von Christoph Georges:

„Der Vogel mit den zwei Köpfen“

Quelle: Helmut Mühlbacher

„Das Märchen des Vogels mit den zwei Köpfen ist in Indonesien unter den Kindern so bekannt wie unsere Märchen unseren Kindern und Enkelkindern.
Aus einem großen Ei schlüpfte am Morgen eines frühlingshaften Tages ein Vogel:
Sonderbar“, sagte die Mutter des kleinen Vogels, „unser kleiner Sohn hat ja zwei Köpfe!“

Sonderbar“, sagte auch der Vater, und damit erhielt der Vogel seinen Spitznamen, denn von nun an wurde er von allen, die ihn kannten, „Sonderbar“ genannt.“

Der kleine Sonderbar brachte alle Tiere, denen er begegnete, zum Staunen:
Während andere Vögel nur eine Portion Futter verspeisten, verdrückte Sonderbar mit jedem seiner beiden Köpfe eine Portion.

Und wenn irgendjemand den einen Kopf von Sonderbar ärgern wollte, so passt der andere Kopf auf und zwickte den Angreifer. Sonderbar war niemals einsam. Immer hatte Sonderbar jemandem zum Erzählen und zum Spielen.

Quelle: Astrid Müller


Im darauf folgenden Sommer kam eine grüße Dürre über das fruchtbare Land.
Die Menschen hatten kaum noch etwas zu essen und auch die Vögel fanden nicht mehr genug Würmer und Körner zum Leben.

Auch Sonderbar ging es schlecht:
So gut die beiden Köpfe in den guten Zeiten zusammengehalten hatten, so schlecht verstanden sie sich nun in den Zeiten der Not. Wollte der obere Kopf nach rechts, um nach Würmern zu suchen, so strebte der untere Kopf nach links. Doch der obere Kopf war stärker. Er schnappte dem unteren Kopf die guten Würmer weg. Der untere Kopf musste sich mit halb vertrockneter oder gar verfaulter Nahrung begnügen.

„Bitte lass mir doch auch etwas zum Leben“, bettelte der untere Kopf, aber ohne jeden Erfolg. In seiner Verzweiflung und in seinem Hunger aß der untere Kopf giftige Pilze. Jetzt erst merkte der obere Kopf, dass auch er schwach und krank wurde.
Doch es war zu spät – der ganze Vogel starb.“

Quelle: Astrid Müller

Ihr Lieben,
im ersten Moment, wenn man diese Geschichte liest, dann fragt man sich, was diese Geschichte wohl mit unserem Leben zu tun hat. Ich behaupte: Sehr viel!
Das Leben eines jeden Menschen, also auch Dein Leben und mein Leben, ist mit einem solchen Vogel mit zwei Köpfen zu vergleichen.
Als der Vogel noch jung ist, da bilden die beiden Köpfe eine Einheit, einer ist für den anderen da, beide teilen sich schwesterlich/brüderlich die Nahrung, beide verteidigen sich gegenseitig.
So ist das auch mit unserem Leben. Unser Leben setzt sich zusammen aus unserem Körper und unserer Seele. Als wir noch jung waren, da waren unser Körper und unsere Seele noch eine Einheit.
Wenn wir als Kinder Hunger hatten, dann wurde dieses Bedürfnis befriedigt und wir haben gegessen und getrunken. Und wenn unsere Seele hungrig war, dann hat uns unsere Mutter getröstet, die Großmutter hat uns in den Arm genommen, wir haben fröhliche Lieder gesungen oder es hat uns jemand ganz viel Liebe erwiesen. Wir waren eine Einheit. Wie man in unserer Sprache so schön sagt:
Wir waren ein Herz und eine Seele.

Quelle: Astrid Müller

Dass heute so viele Menschen einsam sind, dass heute so viele Menschenleben aus den Fugen geraten sind, dass so viele Menschen keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen, liegt an der Tatsache, dass unser Körper und unsere Seele keine Einheit mehr bilden.
Und wenn uns dann die Schwierigkeiten, die Nöte und Ängste des Lebens begegnen, dann bricht die Einheit von Körper und Seele auseinander. Dann vergessen wir, dass beide Teile unseres Leben Bedürfnisse haben, dass beide Teile unseres Lebens Nahrung benötigt.
Dann wird entweder der Körper oder die Seele vernachlässigt.
Dabei übersehen wir eine ganz wichtige Tatsache:
Wenn wir unsere Seele vernachlässigen, dann schaden wir auch unserem Körper
Und wenn wir unseren Körper vernachlässigen, dann schaden wir auch unserer Seele.

Das kann im Extremfall dazu führen, dass wir, wenn wir z.B. die Bedürfnisse unserer Seele nicht beachten, auch unseren Körper vergiften und zugrunde richten.
Wenn jemand z.B. körperlich noch gesund ist, aber die Bedürfnisse seiner Seele missachtet, dann kann das zur Folge haben, dass eine Depression seiner Seele auch seinen Körper zugrunde richtet.

Deshalb Ihr Lieben, sollten wir immer auf die Einheit unseres Lebens achten und auch darauf, dass nicht nur unser Körper Essen und Trinken benötigt, sondern auch unsere Seele.„Dein Körper trägt Dich zu Deinen Zielen, Deine Seele aber hilft Dir dabei, niemals aufzugeben!“
Alexander Rykow

Quelle: Helga und Gerd Steuer

Ihr Lieben, Ich wünsche Euch einen Abend der Einheit von Körper und Seele und ich wünsche Euch, dass Ihr fröhlich, glücklich und zufrieden seidund ich grüße Euch aus der Stadt der Bremer Stadtmusikanten
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen