Warum ein einfacher Eintopf hier ein Topf voller Glück ist und warum ich jetzt endlich mal einen Gemüsegarten brauche

Von Isabelle @applewoodblog



Gestern war ein guter Tag hier im Applewood House. Nicht nur, das schon morgens gleich die ersten Sonnenstrahlen hervorkamen und wir auf dem Weg zum Auto schon die ersten Vögel zwitschern hören konnten, nein, das waren nicht die einzigen Gründe. Richtig gut wurde der Tag gestern dadurch, daß es ein Mittagessen gab, das wirklich alle hier im Hause glücklich machte. Nicht nur alle drei Mädchen (und die sind sich sonst nie so richtig einig beim Essen), sondern auch noch die Schulfreundin der Kleinsten, die bei uns zu Besuch war. Ein Volltreffer, den ich in dieser Form eigentlich gar nicht erwartet hatte.


So ein Erbseneintopf ist doch wirklich ein einfacher und fix vorbereiteter Glücklichmacher, auch wenn die Gründe für das dadurch ausgelöste Glücklichsein unterschiedlicher nicht sein könnten. Zunächst einmal bin ich glücklich, wenn das Essen ruckizucki vorzubereiten ist und dann einfach nur noch vor sich hin köcheln muß. In der Zeit kann man dann nämlich prima etwas anderes tun. Bügeln oder putzen oder so. Oder Blogs lesen ;)  Kind 1 ist glücklich, weil es tatsächlich sehr gerne Erbsen ist. Kind 3 ist glücklich, weil es für sein Leben gerne Würstchen ist. Und in diesem Eintopf sind gleich zwei Sorten Würstchen, welch ein Glück! Kind zwei ist schon etwas schwieriger. Kind zwei mag hier nur die eine Sorte Würstchen, die aber umso lieber, weist mich aber beim Servieren an "bitte keins von den ekligen weissen Teilen" in den Teller zu schöpfen. Auf Nachfrage klärt sich dann, daß die Kartoffeln gemeint waren. Eindeutig eine Spätfolge der Schlußszene von "Fünf Freunde Teil 3", den wir neulich gesehen haben, kennt einer von Euch die Szene? Mit der Fischsuppe?

Auf jeden Fall hat es dann allen ganz ausgezeichnet geschmeckt. Und das macht mich dann ein zweites Mal glücklich. Noch glücklicher wäre ich gewesen, die Kinder hätten nicht alle vier noch so viel Nachschlag verlangt, daß die horrend große Menge an Eintopf fast komplett verschwunden war. Eigentlich dachte ich nämlich, ich friere die Hälfte ein, denn ich finde, so ein Eintopf schmeckt umso besser, wenn er erstmal richtig durchgezogen ist. Aber egal, ich nehme beim nächstenmal dann halt gleich die dreifache statt der doppelten Menge ;) Geht ja ganz fix.
Für einen Erbseneintopf nehme ich grundätzlich Tiefkühlerbsen, aus der Dose mag ich Erbsen so gar nicht. Am allerliebsten mag ich ja frische Erbsen und freue mich immer wie verrückt, wenn ich im Sommer von Freunden mit einem eigenen Gemüsegarten frische Erbsen bekomme. Und anderes selbstgezogenes Gemüse natürlich auch. Schon letztes Jahr wollte ich einen eigenen Gemüsegarten in Angriff nehmen. Leider sehen solche Pläne bei mir immer gleich aus: zunächst bestelle ich mir ein Buch (dieses hier) dazu. Dann habe ich den Gärtner, der die Trockenmauer in unserem Garten gebaut hat, gefragt, was er denn für die Errichtung eines Hochbeetes nehmen würde. Leider war die Zahl, die er daraufhin nannte völlig jenseits von dem, was ich mir so in meinem Anfall von Leichtsinn vorgestellt hatte. Also habe ich mir stattdessen so hübsche Weidengeflecht-Begrenzungsteile für Hochbeete bestellt, um alles selbst anzulegen. Leider stehen diese jetzt immer noch hinterm Haus herum und veranlassen meinen Mann, immer wieder dumme Sprüche über meinen Gemüsebeetplan zu machen. Naja, er kennt halt meinen braunen Daumen ;)
Aber dieses Jahr wird das hoffentlich was! Ich habe das Buch, ich habe die Hochbeetelemente und gestern Abend habe ich mir auch schon überlegt, was ich alles pflanzen möchte. Erbsen natürlich, Zucchini, Pflücksalat, Rucola, Möhren (davon fressen unsere Pferde schon immer soooo viel!) und vielleicht noch Paprika und Auberginen. Jedenfalls wenn die gut wachsen hier im hohen Norden. Und Kräuter, jede Menge Kräuter natürlich. Eine ziemlich gute Auswahl habe ich da schon nebenbei auf der Suche nach Gartengedöns auf Hellweg.de gefunden. Nach Gartengeräten, die die Arbeit von selbst machen mußte ich ja natürlich auch gleich suchen, Ihr wißt ja, erst ein Plan, dann ein Buch, dann das Zubehör kaufen ... mein Mann war jedenfalls schon wieder herzlich am Lachen. Bis ich ihn dann mit dem letzten Rest vom Erbseneintopf ruhig gestellt habe ;)

Und hier kommt das Rezept von meinem ganz klassischen Erbseneintopf:
(für ca. 4 Personen)


4 Mettenden
4 Bockwürstchen
4 mittelgroße Kartoffeln
750 g TK Erbsen
1,2 l Gemüsebrühe (selbstgemacht oder fertige)
Salz, Pfeffer


Die Mettenden in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und in einem großen, schweren Topf, zu dem es einen Deckel gibt, andünsten. Dazu ist kein weiteres Fett nötig, da kommt genug raus ;)  In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Gemüsebrühe, Kartoffelwürfel und Erbsen zu den Würstchen geben und das Ganze im geschlossenen Topf ca. 45 Minuten köcheln lassen. Zum Schluß wird der Eintopf mit einem Kartoffelstampfer leicht angedrückt, nur ganz leicht, damit er ein bißchen sämig wird. Die Bockwürstchen nun ebenfalls in Scheiben schneiden und im Eintopf kurz erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Natürlich kann man diesen Eintopf auch mit allen möglichen anderen Gemüsesorten zubereiten, sehr gerne esse ich ihn auch mit Linsen oder mit weißen Bohnen, bei den Kindern sind Erbsen aber der absolute Eintopfs-Liebling der Nation ;) Und sind die Kinder glücklich, ist die Mama glücklich, ist doch so, oder?


Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Tag!
Liebe Grüße,
Isabelle