Warum die Energiewende Gründer braucht

Von Energystar @energynet
Energiewende erfordert neue Geschäftsmodelle, Foto: pixabay/ hpgruesen

Die Energiewende hat eine große Dynamik in die Branche gebracht, nichts wird mehr so bleiben wie es war. Das sind ideale Zeiten für Gründer im Energiesektor. Denn für die Zukunft sind andere Produkte, Leistungen und Angebote gefragt. Mit dem zweiten Treiber der Veränderungen, der Digitalisierung, kommt zusätzliche Dynamik in die Branche. Auch durch sie werden viele neue Angebote für Kunden möglich. Das sind bereits erste Argumente, insgesamt 5 Gründe warum die Energiewende Gründer braucht findet Ihr in diesem Beitrag.

Der Energiesektor befindet sich in einem großen Umbruch, der die gesamte Energieversorgung auf den Kopf stellen wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird weiter voran schreiten. Dazu brauchen wir Energiespeicher, eine Integration von Sonnen- und Windenergie ins Netz, Kopplung von Strom, Wärme und Mobilität, sowie eine Anpassung an die Nachfrage.

Unterstützung leistet der zweite Treiber der Veränderungen, die Digitalisierung. Diese bringt mehr als nur die umstrittenen Smart-Meter. In allen Bereichen der Energieversorgung und im Vertrieb spielt die Digitalisierung eine zunehmend größere Rolle,

5 gute Gründe warum die Energiewende Gründer braucht

Hier sind die fünf Gründe warum die Energiewende Gründer braucht.

1. Klassische Stromerzeugung kann nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Die großen Energieversorger versuchen auf unterschiedlichen Wege ihre verlustbringenden fossilen Kraftwerke los zu werden. Gleichzeitig suchen sie selbst nach neuen Geschäftsmodellen für die Zukunft und unterstützen Gründer im Wachstum oder bei der Umsetzung ihrer Ideen.

2. Dezentrale Versorgung mit Erneuerbare Energien erfordert andere Leistungen und Produkte.

Strom wird mehr und mehr in der Nähe der Verbraucher und verteilt über das ganze Land erzeugt. Die wachsende Zahl an Anlagen zur Stromerzeugung mit vielen neuen Eigentümern müssen ins Netz integriert werden. Dazu sind völlig andere Prozesse notwendig als bei den bisherigen Groß-Kraftwerken. Beispielsweise können viele kleine Kraftwerke zu einem virtuellen Kraftwerk gebündelt werden, wie die Next Kraftwerke GmbH aus Köln oder der Strom kann regional vermarktet werden, wie bei Lumenaza GmbH aus Berlin.

3. Klimaschutz erfordert neue Wege in der Strom- und Wärmeversorgung.

Um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen ist der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien für Strom, Wärme, Kälte und Mobilität notwendig. Die Innovationen für diesen sehr deutlichen Umstieg kommen vor allem aus dem Bereich junger Unternehmen, die neu auf dem Markt starten. Als Beispiel kann man hier die Bürgerwerke eG nennen, die Strom aus Anlagen von Bürgerenergiegenossenschaften als Stromversorger anbieten. Weitere Beispiele sind prosumergy aus Kassel, die Mieterstrom-Projekte standardisieren und kleinen Vermietern anbieten, sowie die Milk the Sun GmbH, das Portal für den Handel mit bestehenden PV-Anlagen und die Handels-Marktplätze für Solarstrom aus der Nachbarschaft Sunride GmbH aus Berlin und die OEEX GmbH aus Hamburg.

4. Digitalisierung ändert die Prozesse im Netz, in Vertrieb und in der Kommunikation mit den Kunden.

Mit Hilfe der Digitalisierung können die Veränderungen in der Energiewirtschaft schneller umgesetzt werden. Viele der bereits genannten Beispiele von Startups der Energiewende nutzen die Vorteile der Digitalisierung. Hinzu kommt das Energiemanagement im Internet der Dinge, wie von der Kiwigrid GmbH aus Dresden, oder das Energiemanagement in gewerblich genutzten Gebäuden, z.B. von der smartB Energy Management GmbH aus Berlin, oder in Hotels mit der betterspace GmbH aus Kassel.

5. Große Veränderungen und Innovationen kommen eher aus neuen, kleinen Unternehmen als aus Konzernen.

Für den Klimaschutz sind sehr große Veränderungen notwendig. Große Unternehmen verändern sich jedoch nur schrittweise und bieten gleichzeitig Technologien an, die zum Beispiel noch auf fossile Energien basieren. Startups in der Energiewende fokusieren sich auf ihr Produkt, das die Energiewende voran bringen soll. Bei ihnen läuft dieses Produkt nicht neben vielen anderen Angeboten oder Leistungen.

Schwerpunktthema Energiewende Gründer

Geplant war der Beitrag schon länger, aber zusätzlich motiviert hat mich Social-Startups.de mit dem Beitrag „Wie treiben Startups die Energiewende voran?“. Inhaltlich habe ich mich mit dem Thema dieses Jahr besonders intensiv auseinander gesetzt, auch in einigen Gastbeiträgen im Gründerjournal des RKW-Kompetenzzentrums:

  • „Crowdfunding zur Wachstumsfinanzierung von Energiegründern“
  • „So engagiert sich die Energiebranche für Startups“
  • „Noch nie war die Zeit so gut für Gründer in der Energiebranche“

Weitere Gastbeiträge werden in den nächsten Tagen erscheinen. Ende der kommenden Woche werde ich dann gemeinsam mit Kai Morgenstern vom RKW Komptenzzentrum beim Barcamp Renewables eine Session über die „Startups und Gründer für die Energiewende“ halten. Wir freuen uns, wenn viele Startups dabei sein werden und sich persönlich vorstellen.