“Wann darf ich endlich putzen!”

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Dieser Junge hat soeben ein Zimmer gesaugt und will nun den Euro auf den Kopp hauen. Wofür wird er sich entscheiden?

 

So fragen meine Kinder. Fast täglich. Manchmal auch mit zornerstickter Stimme:

“IHR HABT OHNE MICH GEPUTZT???”

“WIESO HAST DU DIE TREPPE GEPUTZT??? DIE WOLLTE ICH DOCH MACHEN!!”

Ich tröste sie mit der Aussicht auf täglich neu produzierte Flusenmasse auf dunkelblauen Stufen oder mit Papierschnipseln durchsetzte Krümelberge unter dem Esstisch.

Bei Morden, absurd anmutenden Zeitungsartikeln und bei Absonderlichen in der Kindererziehung gilt immer dasselbe Prinzip:

Schau, wohin das Geld fließt!

Die Gebührenordnung bei uns ist simpel:

Zwei Fenster putzen = 1€

Ein Zimmer staubsaugen = 1€

Die Treppe fegen und wischen = 2€

Waschbecken und Klo saubermachen = 1€

Handlangerarbeiten wie Müll rausbringen oder Geschirrspüler ausräumen werden nicht bezahlt, ebenso wenig wie das Staubsaugen des eigenen Zimmers oder das Sortieren von 34.151 herunter gefallenden Bügelperlen. Jedes Kind hängt die Anzahl an Wäschestücken auf, die seinem Altern entspricht. Ich muss 39 aufhängen. Noch.

Urlaubsgeld gibt es übrigens für umsonst. In Maßen.

Sieben Gründe, weshalb ich Hausarbeit gegen Taschengeld für sinnvoll halte:

  • Sonst passiert ja nix.
  • Irgendwer muss es ja machen.
  • Die Kinder sind stolz, dass sie mithelfen können.
  • Sie lernen, wie Hausarbeit geht. Und wie nervig sie ist.
  • Sie lernen das Geld schätzen. Wer etwas kaufen will, muss dafür arbeiten.
  • Sie kaufen sich von dem Geld Dinge, die sie unbedingt haben wollen. Sie wägen ab, ob es sich lohnt.
  • Die Skala ist nach oben offen.

Und schließlich: Sie können selbst entscheiden, was sie mit dem Haufen Kohle machen wollen.

“Mama, ich will 100 Euro verdienen!” erklärt mir der beste große Riesensohn von allen.

“100 Euro? Was um Himmels Willen willst du damit machen?”

“Ich will dich zum Kaffee einladen.”

“Du willst mich einladen?” Mein Mutterherz ist entzückt, “aber ein Kaffee kostet nur 3 Euro 50?”

“Mama”, sagt der Große ernst, “wenn wir Kaffee trinken gehen, dann willst du doch bestimmt mehr als einen Kaffee haben, oder?”

Aus der Reihe: Warum ich ihn liebe.


Einsortiert unter:Alltag mit Zwillingen (5 Jahre), Der große Riesensohn (8 Jahre)

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