Wandertrilogie Allgäu: Wiesengängerroute, Etappe 3 Bad Wörrishofen nach Katzbrui

Von Aktivdurchdasleben @aktivddleben

Nach der ersten Begegnung mit der Wandertrilogie auf der Etappe 2 der Wiesengängerroute sollte es an diesem Tag nun eine weitere interessante Tour geben.
Geplant war, dass wir von Bad Wörrishofen, wo wir in herzlicher und nahezu familiärer Umgebung im Hotel Villa Hofmann genächtigt hatten, nach Katzbrui wandern. Aber das sollte an dem Tag noch nicht alles sein, denn im Anschluss erlebten wir noch eine lebendige Stadtführung durch das schöne Mindelheim, besuchten die Erich-Schickling-Stiftung, um schließlich am Abend das Allgäuer Literaturfestival zu besuchen. Wir verbinden Wandern mit Kunst und Kultur - eine tolle Symbiose!

Die Wandertrilogie

Für mich war die Wandertrilogie Allgäu neu. Um sie zu verstehen, musst du dir bewusst sein, dass sie nicht altbewährte, sondern ein neues Konzept nutzt. Wenn du Interesse hast, etwas mehr über sie zu lesen, dann kannst du das gern in dem Beitrag: Wandertrilogie Allgäu - Drei auf einen Streich - Der Überblick tun. Viel Spaß dabei.

Wir befanden uns an diesem Tag auf der Wiesengängerroute und dort auf der 3. Etappe, Bad Wörrishofen nach Katzbrui. Du hast auf der Wandertrilogie immer wieder Begegnungen mit Orten. Bewusst führen die Wege hinein, um die schönen Städte und kleineren Ortschaften zu zeigen. Davon hat das Allgäu nämlich eine ganze Menge.

Etappe 3 der Wiesengängerroute, von Bad Wörrishofen nach Katzbrui

Der Start nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Villa Hofmann erfolgte früh.

Wir gingen zurück zum Kurpark von Bad Wörrishofen, in dem wir am Tag zuvor die wunderbare Barfuß-Wanderung genießen durften. Am Kurhaus betrachten wir noch einmal ausgiebig den Start- und Willkommensplatz. Viele Informationen findest du hier wieder über den Ort und die Umgebung.
Unser Weg führt uns hinaus in die Natur. Wir verlassen eine sympathische Stadt, wenn auch gewiss mit einem Schwerpunkt für ältere Menschen. Aber diese fühlen sich hier sichtlich wohl und das freut mein Herz.

Wir wandern über Wiesen. Wunderschöne Wiesen. Schaut euch mal die Fotos an... die sagen alles.

Es ist nicht langweilig, auch wenn der sportliche Anspruch nicht hoch ist auf der Wiesengängerroute. Ich genieße die frische Luft, den Geruch der Wiesen und Blüten ringsherum. Nach etwa 7 Kilometern wandern wir ein kleines Stück durch den Ort Helchenried, queren die B16 und befinden uns kurz danach wieder auf Wiesen.

Etwas später dürfen Jörg und ich mal unserem weiteren Hobby, dem Geocachen frönen. Unweit des Ortes findet Jörg einen der wenigen Caches, die wir auf der Tour suchen. Wir hatten einfach nicht genug Zeit... 😀

Denn unser Weg geht weiter Richtung Katzbrui.

Es folgen die für mich schönsten Kilometer der Etappe 3. Wir gehen in einen Wald hinein, erreichen nach ein paar Minuten die Mariengrotte mit einer Madonna-Statue. Hier könnte ich ein wenig länger verweilen, aber wir gehen weiter. Wir wandern über Treppenstufen hinauf, rechts am Waldrand entlang, bis es nach ca. 700m wieder in den Wald hinein geht.

Es geht nun Stufen hinab und wir gelangen zur Mühle Katzbrui. Als erstes sehen wir das viele Wasser um die Mühle herum - klar, Wasser brauchts für eine Mühle. Demnächst gibt es auf unserem youtube-Kanal ein Video vom Wasser rund um die Katzbrui.

Die Historische Mühle Katzbrui

Dieses Katzbrui hat neben einem Mühlenmuseum noch viel mehr zu zeigen.
In der kleinen Kapelle von Katzbrui wird wohl viel geheiratet, ich fand es dort drin einfach nur chillig. Blaue Farbe, rund, es erinnert ein bisschen an eine große Dampfsauna, ist aber tatsächlich eine wunderschöne Kapelle mit tollen kleinen bunten Glasfenstern. Schaut euch das unbedingt an, wenn ihr dort seid.

Im Restaurant der Katzbrui Mühle haben wir gut gegessen, die Bedienungen waren sehr freundlich und unser Essen kam zügig. Du kannst draußen im Biergarten sitzen oder drinnen. Die Gasträume sind mit niedrigen Decken und rustikalen Tischen und Bänken ausgestattet. Sehr gemütlich!

Mindelheim

Wir fuhren nun weiter nach Mindelheim, erstmal auf die Mindelburg.
Mindelheim ist zu Fuß auf einer Variante der 3. Etappe der Wiesengängerroute zu erreichen. Dass sich dieser Abstecher durchaus lohnt, erfuhren wir nun hier. Eine Stadtführung mit Frau Bärbel Audebert stand uns bevor. Wir treffen sie auf der Mindelburg oberhalb von Mindelheim und es geht gleich richtig gut los.

Wir erfahren vieles über die Geschichte der Burg, besuchen die Kapelle und gehen hinauf auf den Aussichtsturm. Frau Audebert hat es wirklich drauf, uns sehr viel Interessantes in kurzer Zeit zu vermitteln. Und sie tut es sehr lebendig, ich habe ihr sehr gern zugehört. Über die Mindelburg erfahren wir, welche Herrscher hier lebten und regierten, warum die Farben schwarz/gelb sind (furchtbar, hat aber zum Glück nichts mit Fußball zu tun 😉 ). Die Herzöge von Teck und die Herren von Frundsberg haben hier lange Zeit residiert, errichtet wurde die Burg im 12. Jahrhundert, hat also schon allerhand erlebt.

Nachdem wir die Mindelburg inklusive der Kapelle besucht haben, sehen wir uns das schöne Städtchen Mindelheim an. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn du die Wiesengängerroute wanderst. Du findest sie auf den Glückswegen auf der Etappe 3/4 von Bad Wörrishofen nach Ottobeuren. Zwar gehst du einen kleinen Umweg, aber vielleicht findest du hier ja auch ein Nachtlager...
Schau dir mal diese Fotos an:

Leider wurde in der Zeit unseres Besuches in Mindelheim richtig viel gebaut. Deswegen seht ihr vor der Jesuitenkirche die nicht so hübschen Bauzäune.
Insgesamt, so erzählte und Frau Audebert, gibt es in Mindelheim 14 Kirchen und Kapellen. Bei 15.000 Einwohnern ist das schon echt viel. Die Innenstadt hat mir sehr gut gefallen. Die Stadtmauer, die Türme, die Museen und vor allem auch das Frundsbergfest, eines der größten Historienfeste Deutschlands, das alle 3 Jahre stattfindet, begeistern die Besucher der Stadt.
Im nächsten Jahr ist es übrigens wieder so weit, vom 29.06. bis zum 08.07.2018 wird die Stadt wieder im Ausnahmezustand sein und Festzüge, Gauklerdarbietungen, Bauernmärkte, Stadtfeste, mittelalterliches Lagerleben und Konzerte zeigen.

Die Schickling-Stiftung

Von Mindelheim fuhren wir weiter zur Erich-Schickling-Stiftung. Es begann unterwegs zu regnen, angekommen an der Stiftung liefen wir erstmal etwas orientierungslos herum. Ein großes Gelände mit einigen Gebäuden empfangen uns. Wir sehen Pfauen, die es hier in großer Zahl gibt und am eigentlichen Künstlergebäude treffen wir nun Frau Meyer und auch Herrn Peter Kraus, den Tourismusleiter von Ottobeuren, an dessen Rand auch die Schickling-Stiftung liegt.

Wenn du die Etappe 4 der Wiesengängerroute wanderst, diese geht von Katzbrui nach Ottobeuren, kommst du nach ca. 21km hier an, die Erich-Schickling-Stiftung wurde in die Wandertrilogie integriert. Mir sagte bis zu dem Zeitpunkt Erich Schickling nichts, aber nach dem Besuch hier hat er sich in mein Gedächtnis gebrannt. Warum?

Erich Schickling (1924-2012) war ein bedeutender Maler und bildender Künstler. Am bekanntesten machten ihn seine bunten Glasfenster für Kirchen. Viele dieser Glasfenster sind in Deutschlands Kirchen zu sehen, so zum Beispiel in St.Peter-Ording, Regensburg oder München-Pullach, um nur einige zu nennen. Seine Bilder und Fenster haben oft einen religiösen Bezug, aber auch Stilleben und Landschaften haben wir gesehen.

Die Stiftung wurde 1999 ins Leben gerufen, Schickling selbst hat die Geländegestaltung übernommen und die Gebäude so entworfen.

Diese Erich Schickling Stiftung hat mich auf eine ganz merkwürdige Weise ergriffen. Ich kann nicht sagen, dass mich die Bilder von ihm im Herzen erreicht haben. Nein, sie regen zum Nachdenken an, du brauchst Zeit, um sie zu betrachten. Recht modern, abstrakt oder zeitgenössisch kann sein Stil beschrieben werden. Wir hatten eine sehr interessante Zeit in der Stiftung, Frau Meyer hat uns viel über Herrn Schickling erzählen können. Ein paar Worte von ihr, die mir im Kopf geblieben sind: „Wir gehen mit der Phantasie spazieren". Ja, das kannst du hier sehr gut...

Literaturfestival Allgäu

Am Abend besuchten wir das Literaturfestival Allgäu. Zum zweiten Mal fand es dieses Jahr statt und im Luther-Jahr war das Thema vorgegeben, denn: Luther wirkte und lebte im Allgäu eine lange Zeit. In Memmingen besuchten wir in der Kinderlehrkirche die Lesung von Willi Winkler. Er las aus seinem Buch „Luther, Ein deutscher Rebell", vor. Das, was ich gehört habe in der fast hintersten Reihe war interessant, aber auch sehr speziell. Winkler ist mit Luther sehr vertraut, hat lange an diesem Buch gearbeitet und das merkst du auch. Um es zu verstehen, musst du aber schon ein wenig mehr Einblick in die Materie Luther haben, als ich es habe.
Das Literaturfestival Allgäu ist eine Veranstaltungsreihe, die an verschiedenen Orten im Allgäu stattfindet, für 2018 gibt es aktuell noch keine Daten.

Fazit:

Die Etappe 3 der Wiesengängerroute hat wieder einmal viele Highlight zu bieten. Du wanderst von Bad Wörrishofen nach Katzbrui, wo du wunderbar einkehren kannst. Unterwegs kannst du einen Abstecher nach Mindelheim machen, eine wunderschöne und besuchenswerte Stadt. Eine Stadtführung bietet sich an, da es so viel zu entdecken gibt.
Die Erich-Schickling-Stiftung nahe Ottobeuren, auf der Etappe 4, von Katzbrui nach Ottobeuren gelegen, wird nicht jeden interessieren. Wer allerdings offen dafür ist, Neues zu entdecken, ist hier genau richtig.

Die folgende Nacht verbrachten wir im schönen Ottobeuren, zu Hotel und Basilika erfahrt ihr im nächsten Bericht zur Wandertrilogie mehr.

Links zu Beiträgen von uns:
Die Wandertrilogie Allgäu - Drei auf einen Streich - der Überblick Die Wandertrilogie Allgäu - Unterwegs auf der Wiesengänger Route Teil 1
Weiterführende Links:
Wandertrilogie Allgäu Hotel Restaurant Mühlenmuseum Katzbrui Bad Wörrishofen Mindelheim Erich-Schickling-Stifung Allgäuer Literaturfestival

Die Wandertrilogie Allgäu besuchte ich (Claudia) im Rahmen einer Pressereise in Zusammenarbeit mit der Allgäu GmbH.
Ich bedanke mich herzlich für die Einladung.
Unsere Meinungsbildung erfolgt grundsätzlich frei von Einflüssen.

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