Walnuss-Karotten-Kuchen mit Orangen-Ahornsirup-Creme

Momentan ist eine schwierige Zeit. Wohin man schaut, gibt es Krisen. Drohender EU-Zerfall, Flüchtlingskrise, zunehmender Extremismus, Krieg in Syrien, und immer wieder Terroranschläge. Heute, zwei Tagen nach den Anschlägen in Paris, fühlt es sich irgendwie unpassend an, einen bunten, fröhlichen Blog-Beitrag zu schreiben.

Walnuss-Karotten-Kuchen mit Orangen-Ahornsirup-Crem 1

Warum ich es trotzdem tue? Eine Antwort ist nicht einfach, aber ich versuche es. Ich habe derzeit gedanklich oft an ein bestimmtes Bild vor Augen, nämlich das World Press Photo des Jahres 2007. Aus Copyright-Gründen darf ich das Bild hier nicht zeigen, aber unter diesem  Link findet ihr es, als Siegerbild von 2007 . Das Bild zeigt fünf junge Leute mit Sonnenbrillen und Handys in einem roten Mini-Cabrio, die durch das in Schutt liegende Beirut fahren und die Gegend mustern. Das Bild wirkt so, als seien sie Kriegstouristen – und genau mit dieser Bildunterschrift kam das Bild eines amerikanischen Fotografens ursprünglich in die Medien.

Ein Reporter einer belgischen Zeitung machte sich dann die Mühe, die abgebildeten Personen aufzusuchen. Er fand heraus, dass die jungen Leute vor dem Krieg zwischen Israel und Libanon in dem zerbombten Stadtviertel, das auf dem Foto zu sehen ist, gewohnt hatten. Am zweiten Tag des Waffenstillstands fuhren sie hin, um herauszufinden, wie es um ihre alte Wohngegend stand. Und dabei wurden sie fotografiert.

Besonders spannend fand ich in diesem Zusammenhang die Frage des Reporters an die jungen Leute, warum sie so schick angezogen waren. Die Antwort war ganz unspektakulär. Im Libanon sei glamouröses Aussehen einfach wichtig, ein ganz normaler Teil des Lebens. Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist also: Soll man aufhören, sich gut herzurichten, sich zu schminken, Sonnenbrillen und schickes Gewand zu tragen, weil Krieg ist?

Oder: Soll man aufhören zu bloggen, wenn anderswo Terroranschläge stattfinden? Ich habe mich entschlossen, weiter zu bloggen, aber ich möchte das Thema wenigstens ansprechen. Mir ist nicht egal, was gerade passiert, ganz im Gegenteil. Es macht mir in vieler Hinsicht Angst, und ich mache mir Sorgen darüber, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Aber Bloggen ist ein Hobby für mich, genauso wie Sport, Kino, Lesen, Freunde treffen – und auch damit höre ich in dieser krisengeschüttelten Zeit nicht auf.

So, das war ein sehr persönlicher Text zu einem schwierigen Thema. Jetzt kommt der quietschbunte Teil. Der mit dem Kuchen. Der, der eine andere Seite der Realität zeigt!

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Dieser Kuchen hier ist der pure Herbst. Das merkt ihr schon an den Zutaten: Walnüsse, Karotten, Zimt, Ahornsirup, Orangen. Karotten, Walnüsse und Orangen sind jetzt besonders frisch und schmackhaft, der wärmende Zimt passt gut zu den ersten kühlen Tagen. Und Ahornsirup hat einen angenehm nussigen Geschmack, der die anderen Zutaten schön ergänzt.

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Bei Kuchen mit Karotten oder Zucchini im Teig bin ich eigentlich eher skeptisch. Da ist mir schon zu oft etwas danebengegangen, sprich, die Kuchen blieben sitzen, wie wie dieser Walnuss-Karotten-Kuchen, oder sie waren nicht durch und viel zu feucht.

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Auf Grund dieser schlechten Erfahrungen war ich bei diesem Walnuss-Karotten-Kuchen aus dem Buch „Bake and Decorate“ von Fiona Cairns, das ich heuer bei der Welser Kuchenmesse erstand, auf ein ähnliches Missgeschick gefasst. Außerdem kam mir die Backzeit von einer Stunde eher kurz für einen Teig mit einem so hohen Anteil an Karotten.

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Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, habe ich mir die Sorgen umsonst gemacht. Der Teig war wunderbar durchgebacken und überhaupt nicht feucht, klebrig oder sitzengeblieben, sondern nur herrlich saftig. Außerdem schmeckte er großartig, dank der Gewürze und der Nüsse. Ich kann ihn wirklich empfehlen!

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Mein Plan war ursprünglich, den Boden aufzuschneiden und in der Art eines Naked Cake mit Creme zu füllen und zu bestreichen. Ich stellte mir das hübscher vor als einen einfachen Kuchen mit Creme-Topping. Allerdings musste ich meinen Plan sehr schnell aufgeben, als die Creme fertig war: Die Creme war sehr weich, fast schon flüssig. Undenkbar, darauf einen Deckel zu setzen; der wäre sofort abgerutscht. Also habe ich den Kuchen doch so fertig gestellt, wie das Rezept vorsah, und die Creme vorsichtig auf den Boden gelöffelt.

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Die Creme wurde beim Abkühlen fester und blieb brav an ihrem Platz.  Zur Dekoration kamen noch Walnüsse, Zimt und Zuckerstreusel darüber.

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Vom Geschmack des Kuchens bin ich schwer begeistert. Richtig schön saftig und würzig, mit zartem Orangengeschmack und ganz leichter Ahornsirup-Note im Topping – mir hat´s geschmeckt!

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Walnuss-Karotten-Kuchen mit Orangen-Ahornsirup-Creme

  • Portionen: 1 Springform mit 24 cm Durchmesser
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Zutaten

Teig
175 ml Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl
60 g Walnüsse
200 g Mehl
½ TL Natron
½ TL Backpulver
Prise Salz
2 TL Zimt
1 TL gemahlene Muskatnuss
175 g brauner Zucker
3 Eier
250 g Karotten, fein geraspelt
50 g Kokosraspel

Creme
80 g Butter, Zimmertemperatur (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
60 g Staubzucker
2 EL Ahornsirup
150 g Frischkäse, laktosefrei
Saft einer Orange

Dekoration
40 g Walnüsse
Zimt (optional)
Zuckerstreusel (optional)

Zubereitung
1. Backrohr vorheizen auf 160° C Ober-/Unterhitze. Eine Springform mit 24 cm Durchmesser leicht einfetten.
2. Die Walnüsse für Teig und Dekoration, also insgesamt 100 g, grob hacken und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Im Backrohr 5-7 Minuten rösten, dabei nach der halben Zeit das Backblech kurz schütteln oder die Nüsse umdrehen. Die Nüsse herausnehmen, wenn sie hellbraun sind, und abkühlen lassen. Die 60 g für den Teig abwiegen.
Achtung: Die Nüsse beim Rösten gut im Auge behalten: Sie dürfen auf keinen Fall zu dunkel werden, dann werden sie bitter. Also lieber etwas zu früh rausnehmen als zu spät!
3. Für den Teig das Mehl, Natron, Backpulver, Salz, Zimt und Muskatnuss in einer Schüssel vermischen. Öl und Zucker in eine zweite Schüssel geben und mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine etwa eine Minute lang schlagen. Die Eier einzeln dazu geben, dabei jedes Ei gründlich einrühren. Mit einem Kochlöffel die geraspelten Karotten, 60 g geröstete Walnüsse und die Kokosraspel einrühren, zuletzt die Mehlmischung unterheben.
4. Den Teig in die Springform geben und auf der mittleren Schiene eine Stunde lang backen. Stäbchenprobe machen: Wenn an einem in den Boden gesteckten Stäbchen kein Teig kleben bleibt, ist der Boden fertig. Aus dem Backrohr nehmen und einige Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach den Rand und evtl. auch den Boden der Form entfernen und den Kuchen komplett auskühlen lassen. Auf einen Tortenteller oder eine Servierplatte stellen.
5. Für die Creme die Butter, den Staubzucker und den Ahornsirup mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine hell und luftig schlagen, mindestens 5 Minuten lang. In einer zweiten Schüssel den Frischkäse weich rühren, dann unter die Buttercreme ziehen. Den Orangensaft zugeben und gut einrühren. Die Creme ist weich, fast flüssig.
6. Die Creme mit einem Löffel vorsichtig auf dem Kuchen verteilen. Mit gehackten Walnüssen und evtl. Zimt und Zuckerperlen dekorieren.

Walnuss-Karotten-Kuchen mit Orangen-Ahornsirup-Creme 4

Lasst es euch schmecken!



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