VW Karmann Ghia wird 55 Jahre alt

In diesen Beitrag sind auch einige Fotos und Bilder von Karmann Ghia’s eingestellt.

Der erste VW Karmann Ghia rollte im Jahre 1955 vom Band.

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 Bereits im Jahr 1951 gab es erste Gespräche zwischen dem damaligen Volkswagen Chef Heinrich Nordhoff und Wilhelm Karmann über ein sportliches Coupe.
Man war sicher, auf der robusten Basis des VW Käfer auch eine elegante Hülle platzieren zu können.

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Das italienische Stylingstudio von Ghia lieferte die äußere Form, zu jener Zeit gehörte die Firma noch nicht zum Ford-Konzern.
Da die schnittige Form des Karmann Ghia mehr versprach, als die luftgekühlten 22 kW/30 PS des Motors halten konnten, sprachen Spötter bald vom Hausfrauen Porsche oder vom Sekretärinnen Ferrari.

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Am Erfolg des ebenso simplen wie stilvollen Coupes änderte das jedoch nichts.
Insgesamt wurden 443.466 Fahrzeuge produziert und verkauft.
Es waren 362.585 Coupes und 80.881 Cabriolets, zwischen den Jahren 1955 und 1974.

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Wie vom VW Käfer gab es ab dem Jahr 1957 auch eine Cabrio-Variante des Karmann Ghia.
Beide luftgekühlten Volkswagen wurden bei Karmann gebaut.

1974 war Schluß für den Karmann Ghia. Dieser musste Platz für den Nachfolger, den Scirocco, machen. Auch vom Scirocco und vom großen Karmann Ghia 1500 gab es kein Serien-Cabriolet.

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Der Karmann Ghia 1500, der unter dem Typencode 34 lief und ab dem Jahr 1961 den Aufstieg in die Coupe-Mittelklasse schaffte, nicht an die Erfolge des verspielten Typ 14 Karmann anschließen.
Das kantige Coupe mit dem zornigen Proffessorenblick lief schon im Jahr 1969 nach nur 42.505 Stück aus. Ein Cabrio gab es vom großen Karmann Ghia nur als Prototyp.

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Die Technik aller KG’s war dank der Käfer-Basis sehr robust.
Das gilt auch heute noch. Die Ersatzteilversorgung Motor, Getriebe, Lenkung oder Achsteile sollten keine Probleme darstellen, jedoch fehlender Chromzier oder Innenausstattung könnten etwas Sorgen bereiten. Deshalb sollte man beim Kauf eines VW Karmann Ghia unbedingt auf Vollständigkeit achten.

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Genauere Informationen über den Karmann Ghia von Volkswagen:

Der Typ 14 (die interne Typennummern 141 bis 144 standen für die verschiedenen Ausführungen, wie Coupe, Cabriolet, Rechts- oder Linkslenker) wird des öfteren als kleiner Karmann Ghia bezeichnet. Volkswagen hatte von 1961 bis 1969 mit dem Typ 34 ein Coupe mit dem selben Namen auf dem Markt, das auf dem größeren Typ 3 (VW 1500 und VW 1600) basierte. Auch gab es noch den Typ TC (stand für Touring Coupe oder auch Typ 145 genannt), der nur im Karmann Werk in Sao Bernardo do Campo (in Brasilien) erzeugt und produziert wurde.

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Der Italiener Luigi Segre, war ein Mitarbeiter von Carrozzeria Ghia in Turin galt lange Zeit als Designer des Karmann Ghia. Segre war jedoch von Haus aus Maschinenbauer und für Ghia als Kontaktmann zu Karmann zuständig.
Im Karosseriebaubetrieb, Ghia in Turin wurde der Prototyp des Typ 14 von Felice Mario Boano und dessen Sohn Gian Paolo entworfen. Als Grundlage für dieses Projekt war ein zuvor von Ghia gebauter Prototyp für Chrysler in den USA. Dieser Entwurf stammte vom Chefdesigner der US Amerikanischen Firma, Virgil Exner. Deshalb hat die Karosserielinie des Karmann Ghia eigentlich mehrere Väter, deren Anteile sich heute nicht mehr genau abgrenzen lassen.

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Die Serienproduktion des VW Typ 14 begann im Jahr 1955. Das luftgekühlte Coupe war ein voller Erfolg, in der Zeit von 1964 bis 1970 wurden jährlich rund 30.000 Autos produziert.
Rund 61 Prozent (das entspricht 271.736 Autos) verkaufte Volkswagen in den USA, auch wenn der kleine Karmann des öfteren als Hausfrauen-Porsche oder als Sekretärinnen-Ferrari bezeichnet wurde, Das Fahrzeug sieht zwar aus wie ein Sportwagen, war aber mit anfänglichen 30 PS und 118 km/h Höchstgeschwindigkeit weit enfernt von sportlichen Hochleistungen.

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Von 1962 bis 1972 wurden in Brasilien im Werk Sao Bernardo do Campo in der Nähe von Sao Paulo in etwa 23.500 Coupes und 176 Cabriolets einer veränderten Typ 14 Version mit anderen Stoßstangen und Heckleuchten, ab dem Jahr 1970 mit zusätzlichen Ausstellfenstern vorn, produziert. In diesem Werk wurden in den Jahren von 1970 bis 1976 auch 18.119 Exemplare des Karmann Ghia TC (auch Typ 145 genannt) nur als Coupe produziert.

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Mit der Bezeichnung “Karmann Ghia” verbindet man heute hauptsächlich den Typ 14 (der kleine Karmann), da der Typ 34 eher selten ist und auch als “großer Karmann Ghia” noch bekannt ist.
Der Typ TC wurde in Europa nicht angeboten und ist hier auch so gut wie nicht bekannt.

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Kurzgeschichte - die Geschichte des Karmann Ghia im Kurz-Überblick:

1951: Wilhelm Karmann und er VW Generaldirektor Heinrich Nordhoff reden erstmals über ein Sportcoupe auf Basis des Käfers. In Osnabrück entstehen die ersten Entwürfe.

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1953: Luigi Segre fertigt in Turin den Prototyp. Wilhelm Karmann ist sofort begeistert und zeigt die Entwürfe am 16. November 1953 dem Volswagen Chef Heinrich Nordhoff.
Beide beschließen noch an diesem Tag, die Serienproduktion.

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1954: Karmann entwickelt den Prototypen zur Serienreife, richtet in Osnabrück ein Montageband ein und legt die logistischen Grundlagen für die Serienfertigung an.

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1955: Nun ist es soweit, der VW Karmann Ghia Coupe wird den VW-Händlern und Journalisten vorgestellt. Kurz nach der Veröffentlichungsfeier am 14. Juli im Kasino-Hotel Georgsmarienhütte stelle man fest, dass die Meinungen über den Wagen auseinander gehen.
Die Zeitschrift “Auto, Motor und Sport” lobt einerseits die Eleganz und die Solidität, hält den getesteten Typ 14 aber auch für die Parodie eines schnellen Auto.
Der VW Karmann wurde von einem 30 PS, luftgekühlten Vier-Zylinder-Boxermotor angetrieben und kostete ab Werk in Osnabrück 7.500 DM.

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1956: Das zehntausendste Typ 14 Coupe verläßt das Band. Mehr als die Hälfte der Produktion wird exportiert.

1957: Auf der 38. IAA wird das Karmann Ghia Cabriolet das erstemal vorgestellt. Das sportliche Cabriolet das ab dem 1. November 1957 im Werk in Osnabrück erzeugte wurde kostete 8.250 DM.

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1959: Nach den Werksferien erhält der VW Typ 14 seine erste Modellpflege.
Folgende Änderungen erfolgten:

größere Scheinwerfer, die nun ca. 5 cm höher montiert wurden
die vorderen Lufteinlässe (auch Nassenlöcher genannt) werden vergrößert und in Chrom gefasst
die Fenster im Fond werden ausstellbar
die Heckleuchten erhalten getrennte Gehäuse für Schluss-, Stopp- und Blinklicht
an der Innenseite de Fahrertüre wird eine Armlehne verbaut
Scheibenwaschanlage und Lichthupe sind nun Serie

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1960: Karmann eröffnet das Werk in Sao Bernardo do Campo. Am 31. Dezember 1960 beginnt die Produktion bei Karmann-Ghia do Brasil. Der Typ 14 wird nun mit einem neu konstruierten 34 PS Motor ausgestattet, wie ihn auch der VW Käfer in der Export Version besaß.

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1961: Am 1. September geht der große Karmann Ghia (Typ 34) in Serienproduktion.
Der Öffentlichtkeit wird der VW Typ 34 erst acht Tage später auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Der 45 PS Motor ereichte im großem Karmann 137 km/h. Das ebenfalls vorgestelle Cabriolet ging nie in Serie. Dafür ist der 34er Karmann von Anfang an mit einem elektrischen Schiebedach für einen Aufpreis von 750,- DM zu bekommen. Der Preis des Coupes ist mit 8.750,- DM für die damalige Zeit sehr hoch und wird später um 450,- DM gesenkt (Als Vergleich, der Typ 14 mit 34 PS Motor kostete 6.935,- DM). Trotz einer Preissenkung konnte der Absatz des großen Karmann Ghia nicht voran getrieben werden.

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1963: Ab August wird der Typ 34 zum 1500 S mit 54 PS. Nun besitzt er eine für diese Klasse erforderliche Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 18 Sekunden.

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1965: Ab August erhält der Typ 14, wie auch der VW Käfer, einen 40 PS Motor mit 1300 cm³ Hubraum. Der Typ 34 wird zum 1600 L mit 54 PS. Jetzt besitzt der größere Karmann auch vorne Scheibenbremsen.

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1966:  Der Typ 14 erhält nun schon nach einem Jahr einen neuen Motor, der aus 1500 cm³ nun 44 PS schafft, ebenfalls parallel zum stärksten VW Käfer Modell. Auch Änderungen am Fahrwerk und die Umstellung von Trommelbremsen auf Scheibenbremsen werden gemacht.

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1967:  Beide Karmann Ghia Modelle, Typ 14 und Typ 34 erhalten eine weitere Modellpflege. die Tanköffnung wird aus dem Kofferraum auf den Kotflügel verlegt und die Fahrzeugelektrik wird von 6 Volt auf 12 Volt umgestellt. Ab dem September gibt es den Typ 14 mit einer Halbautomatik zu kaufen, der Aufpreis dafür beträgt 465,- DM, auch eine fahrsicherere hintere Schräglenkerachse wird verbaut.

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1968:  Der kleine VW Karmann Ghia erhält nun serienmäßig eine Warnblinkanlage. Fahrer- und Beifahrersitz rüchen näher aneinander, was zu einer besseren Sicht der vorderen Passagiere führt. Der große Typ 34 ist nun wie die VW 1600 ebenso mit Vollautomatik lieferbar. Mit der Einführung der optionalen Vollautomatik geht bei dem großen Karmann die Umstellung auf Schräglenker-Hinterachse mit und auch das Schaltgetriebe-Autos bekommen die sicherere Achse. Die Hinterachse des kleinen Karmann in der Schaltgetriebe Ausführung bleibt bis Mitte 1970 die altbekannte Pendelachse.

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1969: Im Juni wird die Produktion des VW Typ 34 nach nur 42.505 Stück eingestellt.
Der Typ 14 erhält vorne eckige Blinker. Bei der Cabriolet Version wird die Heckscheibe nun aus Glas anstatt aus Kunststoff erzeugt.

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1970:  Die in Brasilien produzierte Version des VW Typ 14 bekommt ausstellbare Seitenscheiben. Im August läuft in Brasilien die Produktion des Typ TC an. Das Fahrgestell des  Typ TC kommt wiederum von Volkswagen, dieses mal nicht vom VW Käfer, sondern vom VW Typ 3. Der Karmann rollt ab 1970 in deutscher als auch brasiliansicher Produktion mit dem gleichen 50 PS Motor mit 1600 cm³ vom Band, so wie ihn auch der VW Käfer 1302 S hat. Nun besitzen alle neuen Karmann Ghia die sichere Schräglenker-Achse.

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1972:  Die brasilianische Version des Karmann Typ 14 wird eingestellt. Die in Deutschland produzierten Karmann Ghia bekommen eine weitere Modellpflege mit großen Rückleuchten.

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1973: Letzte optische Änderungen, wie große Stoßstangen und leichte Änderungen an der Karosserie und große Blinke vorne.

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1974: Im Frühjahr kommt der Nachfolger, der VW Scirocco auf den Markt und die deutsche Produktion des Karmann Ghia endet am 31. Juli.

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1976: In Brasilien wird die Produktion des TYP TC Coupes eingestellt. Dieses Modell wurde rund 18.000 mal gebaut.

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Produktionszahlen:

Typ 14 Coupe: 385.803
Typ 14 Cabrio:  81.053
Typ 34 Coupe:  42.505
Typ TC:   18.119

Der Karmann Ghia ist einer der schönsten Autos der Welt.
Die Form, die Linien dieses wundervollen Autos sind einzigarig.


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