VW Billigmarke? Muss das sein?

Rund, billig, Altes aufleben lassen, kostensparend produzieren, geringe Leistung, wenig Sicherheitsausstattung, Plattform-Technik und schlicht – All das charakterisiert die neue Billigmarke von Volkswagen. Aktuell führt man dieses Projekt noch unter dem Namen “Budget Car“. Mit dieser Strategie will man weniger den deutschen Markt angreifen, vielmehr geht es um Russland, China und Indie, wo diese Fahrzeuge weit unter 10.000 Euro besonders gut funktionieren. Doch muss das alles wirklich sein?

Das SUV Dacia Duster - Nur 3 von 5 Punkten im NCAP Crashtest.

Dacia als Vorbild für die VW Billigmarke

VW will echten Volkswagen bringen

Einerseits könnte man sagen, dass VW mit dieser Strategie einen echten Volkswagen auf den Markt bringen wird, so wie es damals der Käfer und Golf waren. Zwischen 6.000 und 8.000 Euro teuer sollen die drei geplanten Modelle werden. Eine viertürige Limousine für 6.000 Euro, der Kombi 1.000 Euro teurer und der Van soll für 8.000 Euro kommen. Erschwingliche Preise, doch auf welche Kosten? Umfangreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme und ESP serienmäßig? Fehlanzeige! Dabei wird gespart, genauso wie bei den Motoren, der Plattform und dem Design. Was bedeutet das genau?

Wie bereits erwähnt, darf man nicht mit umfangreicher Sicherheitsausstattung im Einstiegsmodell rechnen. Diese wird es zwar gegen Aufpreis in günstigen Paketen geben, doch sollte man dann nicht lieben direkt zur neuen Technik in herkömmlichen Modellen zurückgreifen? Diese Frage möchte ich später beantworten. Was bedeuten die erwähnten Einsparungen konkret? VW möchte für das Budget Car die Hinterachse des alten Polos nutzen und geringfügig anpassen. Damit spart man an diesem Punkt schon eine Menge Geld. Geht man einen Schritt weiter, die Plattform. Hier nutzt man natürlich nicht den modularen Querbaukasten, die Assistenzsysteme und die Möglichkeit der alternativen Antriebe. Es kommt die alte Plattform-Technik zum Einsatz, die gemeinsam mit dem Werkzeug nur noch rumliegt und nicht mehr genutzt wird. Kurz und knapp: Das Zeug ist abgeschrieben und ultra günstig. Damit kann man die Konkurrenz preislich unterbieten und dennoch qualitativ hochwertige Fahrzeuge produzieren.

Was kommt noch? Einerseits sortiert man die Modelle der Billigmarke zwischen Polo und Golf an und gibt ihnen 4,20 m Länge. Darüber hinaus wird man wohl einen quer eingebauten Dreizylinder-Motor nutzen, der nicht mit Leistung überzeugen soll. Will man auch nicht, denn es geht viel mehr darum, dass die Leute mobil sind und das möglichst günstig. Das gilt wie bereits erwähnt weniger für Deutschland, sondern eher für Russland, China und Indien. Des Weiteren spart man durch Einheitlichkeit, denn alle Modelle sollen einen Radstand von 2,50 m bekommen. In Sachen Sicherheit gibt es wohl nur wenige Airbags und ABS. Ansonsten steht vor allem der Platz im Vordergrund. Genügend Platz für die Personen im Innenraum sowie für Einkäufe und Gepäck im Kofferraum.

Muss das für den europäischen Markt wirklich sein?

Einerseits ist es absolut verständlich, dass VW in die Kategorie vordrängen will und Dacia/Renault die Stirn bieten möchte. Anderseits stellt sich mir die Frage: “Ich gebe 6.000 bis 8.000 Euro aus, wenn ich das Geld habe und etwas drauflege, bekomme ich entweder einen günstigen Neuwagen im Internet oder einen guten Gebrauchten. Warum dann ein Billigauto?” Ok, viele kaufen mittlerweile auch in Deutschland Dacia. Das beste Beispiel ist der Duster, der trotz geringer Sicherheitsausstattung und einem schlechten Abschneiden im NCAP Crashtest eins der beliebtesten SUVs im Land sind. Auch Deutsche stehen auf günstige Fahrzeuge, doch ich bin wieder an dem Punkt: Warum in Deutschland/Europa?

Um mal drei Modelle zu nennen: Ford Fiesta, Opel Corsa und Fiat Punto! Das sind drei Modelle, die aktuell zwischen 8.000 und 9.000 Euro zu haben sind. Durch günstige Angebote kann man sich also auch ein ordentlich ausgestattetes Auto kaufen, ohne auf Sicherheit zu verzichten. Das gleiche Spiel beim Dacia Duster! Bei 10.990 Euro geht es los, und das ohne essenziell wichtige Ausstattungselemente. Wir wagen einen Blick auf den Qashqai, Sedici und Yeti. Diese Modelle sind im Internet zwischen 12.000 und 16.000 Euro zu haben. Hier gibt es die wichtigen Ausstattungsfeatures allerdings schon serienmäßig.

Damit wäre ich an meinem entscheidenden Punkt angelangt, die Sicherheit. Fakt ist, die Sicherheitsausstattung ist wesentlich schlechter als bei einem herkömmlichen Modell. Doch gekauft werden diese Modelle trotzdem. Wenn man sie schließlich auf ein ähnliches Sicherheitsniveau bringt, wie vergleichbare Fahrzeuge sind die Preisunterschiede minimal. Also kauft man am Ende wirklich ein Billigauto zu dem Preis, der angepriesen wird? Wahrscheinlich nicht, denn Autokäufer legen großen Wert auf Sicherheit, das bewies auch der Pkw-Monitor 2012 des ADAC:

ADAC Gruende fuer den Autokauf

ADAC: Top-Gründe für den Autokauf

Ein weiterer Punkt: Schießt sich VW damit nicht selbst ins Knie? Man schafft eine große Konkurrenz für die oftmals günstigeren Modelle von Seat und Skoda. Diese Modelle leben doch davon eine qualitativ hochwertige und günstigere Alternative zu VW Modellen zu sein. Also eine Frage in die Runde: Muss eine VW Billigmarke (in Europa) wirklich sein?


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