Vor dem Aufstieg: Chemie schlägt Brause

Vor dem Aufstieg: Chemie schlägt BrauseFünf Spieltage vor Schluss ist die Sache durch, zumindest auf dem Papier. Seit es die neue Regionalliga gibt, war der Tabellenführer nach dem 29. Spieltag jeweils der Aufsteiger nach dem 34. Spieltag: Kiel führte im Jahr 2009 und stieg auf, Babelsberg war 2010 am 29. und am 34. Spieltag vorn, Chemnitz machte es 2011 genauso, nachdem die Sachsen am 29. Spieltag den 1. FC Magdeburg geschlagen hatten, zufälligerweise mit 3:0.
Chemnitz war der glatteste und überzeugendste Aufsteiger, eine Mannschaft, die sich auch eine Liga höher nicht nur hält, sondern vorn mitspielt. Fünf Spieltage vor Schluss war das allerdings noch kaum zu ahnen. Chemnitz lag zwar vorn, hatte aber nur ganze vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Wolfsburg.
Die Bilanz der Himmelblauen aber deutete schon Größeres an: 20 Spiele hatte die Elf von Gerd Schädlich gewonnen, sieben unentschieden gespielt und nur zwei verloren. Die letzte Niederlage kassierte der CFC dabei am 16. März 2011.
Vor dem Aufstieg: Chemie schlägt BrauseEin Jahr später hat bis auf beinharte Statistiker noch niemand gemerkt, dass die Bilanz des Halleschen FC nach 29 Spieltagen nicht nur mit der Chemnitzer mithalten kann, sondern sogar noch ein bisschen eindrucksvoller ist. Die Elf von Sven Köhler hat 21 der letzten 29 Spiele gewonnen, sechs remis geholt und auch nur zwei Spiele verloren. Das letzte in Wilhelmshaven am 23. März - ein Jahr und sieben Tage nach der letzten CFC-Pleite in der Regionalliga.
Daraus resultieren 69 Punkute, zwei mehr als Chemnitz damals hatte. Der Verfolger, diesmal RB Leipzig, liegt mit 65 Punkten im selben Abstand wie letztes Jahr Wolfsburg, das damals 63 Punkte hatte. Dahinter folgt Holstein Kiel mit 63 Punkten, in der Vorsaison war der VfB Lübeck Dritter mit 59 Punkten.
Beide Verfolger rissen damals nichts mehr. Der CFC setzte seine Serie ungeschlagener Spiele nicht nur fort, er krönte die Saison mit einer Serie an Siegen. Fünfmal holte sich die Elf drei Punkte ab, schon einen Spieltag vor Schluss stand der CFC als Aufsteiger fest.
So könnte es wieder kommen, wenn die Papierform über die unberechenbar aufspielende Brausemannschaft aus Leipzig triumphiert. Heute stehen sich in Kiel die beste Heimmannschaft und die beste Auswärtself der Liga gegenüber – in der Formtabelle aber sind der Meisterschaftszweite und der –dritte derzeit nur vierte Wahl. Schafft Kiel keinen Sieg, sind die Störche mit höchster Wahrscheinlichkeit raus aus dem Rennen um Platz 1. Auch RB Leipzig braucht angesichts des Restprogramms, das die Instanttruppe noch zum Formtabellenkrösus Berliner AK und zum Vize HFC führt, unbedingt drei Punkte, um sich wenigstens theoretisch Chancen auf den Aufstiegsplatz zu wahren.
Halle dagegen scheint die Punkte aus seinen zwei letzten Heimspielen vor dem Finale gegen RB sicher zu haben. Selbst bei Niederlagen in den beiden verbleibenden Auswärtspartien beim Tabellenvorletzten Cottbus und beim Tabellenzehnten Meuselwitz käme die Köhler-Elf damit am Ende auf 75 Punkte. RB darf derzeit auch nur mit sechs sicheren Punkten aus den Spielen gegen Wolfsburg und Halberstadt rechnen und käme so auch im Falle eines Sieges in Kiel nur auf 74 Punkte. Die Leipziger müssten dann am letzten Spieltag in Halle siegen – damit wären sie die ersten, denen das gelingt.
Und vermutlich reicht es ohnehin nicht. Gewinnt Halle morgen gegen Plauen, danach im Auswärtsspiel in Cottbus, daheim gegen St. Pauli und in Meuselwitz, ist der Kuchen gegessen. Halle stände vor dem Showdown am 19. Mai im ehemaligen Wabbelstadion bei 81 Punkten, RB könnte selbst mit einem Sieg in Halle nur noch auf 80 kommen.
Anders gesagt, was für eine simple Wahrheit: Jedes Spiel, das RB nicht gewinnt, ist ein Spiel weniger, das der HFC gewinnen muss.
Zur PPQ-Finalsoap:
Vor dem Aufstieg (VdA) V
Vor dem Aufstieg (VdA) IV
Vor dem Aufstieg (VdA) III
Vor dem Aufstieg (VdA) II
Vor dem Aufstieg (VdA) I

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