Von Rajastan nach Mumbai

Normalerweise ist die erste Klasse in deutschen Regionalzügen relativ übersichtlich besetzt. Selten einmal muss man einen Doppelsitz teilen oder gar die Beine anziehen, weil gegenüber jemand Platz nimmt. Dafür, man sollte es wirklich einmal betonen, bezahlt man allerdings auch einen Aufpreis von 50 Prozent auf den Normalpreis. Unlängst fuhr ich mit dem RE von Singen nach Basel. Der Zug war gut gefüllt, die erste Klasse noch besser. Kurz, ich erkämpfte ergatterte den letzten freien Sitzplatz. Mit mir im Abteil saßen:

  • einige Bauarbeiter, die an ihren (erkennbar nicht den ersten) Bierflaschen nuckelten,
  • eine viel zu junge Mutter, die ihren Säugling am Tisch wickelte,
  • ein Besoffener (man kann es wirklich nicht freundlicher ausdrücken),
  • ein Dauerstudent in dem Outfit, das in den Achtzigern angesagt war,
  • eine Frau, die einen Doppelsitz für sich allein benötigte und den Wocheneinkauf für eine achtköpfige Familie (oder auch nur für sich allein) in Aldi-/Lidl- und Netto-Tüten um sich verteilt hatte,
  • eine Nonne, der anzusehen war, dass sie sich ihrer Schuld bewusst war,
  • ein Schweizer, der vermutlich mit mir der Einzige war, der eine Fahrkarte für die erste Klasse erworben hatte.

Ehrlich, ich wunderte mich wirklich, dass keine lebenden Hühner und Gänse an Bord waren. Fahrkarten wurden an diesem Tag übrigens nicht kontrolliert. Schade.