Von der Erfindung unsichtbarer Windenergie: Interview mit York Walterscheid von X-Wind

Das Konzept von X-Wind: bewegliche Windräder. (c)x-wind.de

Das Konzept von X-Wind: bewegliche Windräder. (c)x-wind.de

Vireo: “Mit X-Wind wollt ihr die Energieerzeugung durch Windenergie auf die nächste Stufe heben. Was genau ist so einzigartig an dem Projekt?”

York Walterscheid: “Wir wollen es schaffen, nicht nur ökologisch sondern auch nachhaltig ökonomische Energie zu erzeugen. Sozusagen die wirtschaftliche Energiewende! Die konventionelle Windenergie ist klasse. Nachteile sind jedoch u.a., dass sich a) immer mehr Bürger gegen die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wehren und b) die Auslastung der eingesetzten Kapazität relativ gering ist. Hier wollen wir bzw. hier will die Höhenwind-Community ansetzen und Innovationen im Markt platzieren, die insbesondere die Höhe der „Windernte“ wesentlich optimiert.

Die Vorteile unserer Innovation sind:

  • Weltweit verfügbar, unabhängig von der landschaftlichen Topografie (Nähe zum Verbrauchsort)
  • Stromkosten nicht erhöhend und wettbewerbsfähig mit Strom aus fossilen Brennstoffen
  • Auch ohne Förderung profitabel
  • Stromlieferfähigkeit / Auslastung von bis zu 70% p.a.
  • Vernachlässigbare Beeinträchtigung des Landschaftsbildes”

Vireo: “Wie kam die Idee für die Energiedrachen? Das Konzept ist ja doch sehr ungewöhnlich.”

York Walterscheid: “Meine umweltaktiven Kinder stupsten mich eines Tages an und wollten eine unsichtbare Energiequelle. Nachhaltig natürlich auch. Und wie Kinder so sind – Wirtschaftlichkeit war nicht mal eine Forderung. Da ich aber schon einmal ein Unternehmen aufgebaut und an die Börse gebracht habe, wusste ich um diesen, ich glaube sogar wichtigsten Aspekt. Aber – wie das so ist mit den Ideen. Da entsteht plötzlich ein Bild im Kopf und lässt einen nicht mehr los.

Als ausgebildeter Flugzeugbauer und früherer Hobbysegelflieger kam mir die Kraft und die Stetigkeit des Windes mit zunehmender Höhe in die Erinnerung. Aber wie erntet man diese Energie besonders effektiv? Klar man kann immer höhere Türme bauen, um mit den konventionellen Rotoren dort oben Strom zu produzieren. Das stand aber klar im Widerspruch zu meiner Aufgabe: Unsichtbarkeit. Unsichtbar geht ja gar nicht, beruhigte ich mich, aber klein, das geht. Ein Flugzeug, ob nun Segel-, Privat-, Kampf- oder Verkehrsflugzeug, ist aufgrund seiner Höhe am Himmel eigentlich immer nur als kleines Tüpfelchen zu erkennen. Selbst Zeppeline oder Heißluftballone werden mit der Höhe immer unsichtbarer.

Aber wie bekomme ich mit Fluggeräten Windenergie vom Himmel? Und da fielen mir die Drachen und Ballons ein, die ich als Kind häufig gehalten hatte. Die Zugkraft in meinen Händen spüre ich heute noch. Und – das gab es damals noch garnicht- sehe ich heute, wenn Kitesurfer/innen sich ziehen lassen und mit kleinen Tuchflächen höllische Geschwindigkeiten entwickeln oder in extreme Höhen katapultiert werden.

Man muss die Fluggeräte fesseln, um die Kraft des Windes an den Boden zu bekommen.

Und wo eine Zugkraft ist, da kann man auch Energie erzeugen. Aber, auch da oben ist ab und zu (wenn auch fast vernachlässigbar) so wenig Wind, das ein Fluggerät herunter fällt. Der Kitesurfer packt dann ein und geht nach Hause und wartet auf besseres Wetter. Ein Kind dagegen läuft meist hartnäckig eine ganze Weile um den Drachen in der Luft zu halten.

Das war die zweite zündende Idee: Mit der Zugkraft kann ich Energie erzeugen und wenn ich Zugkraft einbringen kann, kann ich mein Fluggerät auch für die kurzen Flautezeiten in der Luft halten. Die X-Wind Technologie (sprich: Crosswind Technologie) war geboren.”

Vireo: “Ihr habt euch ein großes Ziel gesteckt: 3,5 Millionen Euro durch Crowdfunding. In der Größe ist das eine einzigartige Summe, oder?”

York Walterscheid: “Eigentlich nicht. Es ist eine dem Bedarf entsprechende Summe. Ich glaube Crowdfunding kann auch 30 Mio. oder mehr stemmen. Letztendlich ist Crowdfunding ja vergleichbar mit Geld auf dem Sparkonto, nur mit deutlich besseren Ertragserwartungen.

Der Nutzungsgrad von konventieller und Höhenwind-Energie im Vergleich. (c)x-wind.de

Der Nutzungsgrad von konventieller und Höhenwind-Energie im Vergleich. (c)x-wind.de

Beim Sparkonto weiß ich noch nicht mal, wo mein Geld angelegt ist. Und bezüglich des Risikos: Wenn ich mein Geld in der Crowd-Welt anlege, kann ich über das Risiko es zu verlieren, selbst entscheiden. Und Banken gehen auch pleite.”

Vireo: “Wie kam die Idee mit dem Crowdfunding?”

Neue Ideen zu finanzieren ist in der jetzigen Bankenwelt aussichtslos. Crowdfunding ist die ideale Kombination aus Projektfinanzierung mit Risiko und Einbindung der Investoren in das Höhenwindprojekt. Für uns ist Geld aus der Menge intelligentes Geld. Unsere Investor/innen geben ja nicht nur Geld, sondern investieren ja auch in unsere Umwelt, in die Energiewende, in die Zukunft unserer aller Kinder und – vielleicht sogar noch wichtiger – sie fiebern mit uns. Ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor!

Vireo: “X-Wind ist nur ein Projekt, euer Unternehmen ist die NTS GmbH. Könnt ihr kurz umreißen, für was ihr steht?”

NTS ist das Unternehmen, X-Wind die Technologie. Die NTS GmbH ist der Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung und dem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde verpflichtet. Es ist das erklärte und höchste Ziel des Unternehmens, Produkte und Services anzubieten, die dazu geeignet sind, den Verbrauch der begrenzten Ressourcen zu entlasten und dafür Sorge zu tragen, dass die Belastungen der Umwelt verringert werden.

Die NTS GmbH (c)x-wind.de

Die NTS GmbH (c)x-wind.de

Extrem leichte Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit sind hierbei für uns wichtig. Deshalb werden auch alle Auswirkungen auf Fauna und Flora geprüft und bei der Auslegung so weit gehend wie wirtschaftlich vertretbar berücksichtigt.

Vireo: “Vielen Danke, dass wir euch mit ein paar Fragen löchern durften! Wo kann man euch unterstützen?”

Das geht ganz einfach über www.deutsche-mikroinvest.de/nts.

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