Von den kulinarischen Krimis…

Von Vielleserin @lanceforfree
… bin ich wie viele von euch wissen ein großer Fan. Ich liebe Essen und ich liebe Krimis. Auch das Kochen macht mir durchaus Spaß wen wundert es dann also, dass ich die kulinarischen Krimis zu meiner Leidenschaft erklärt habe. Mit den kulinarischen Krimis von Carsten Sebastian Henn hatte ich damals angefangen. Genauer gesagt mit dem Buch „Der letzte Aufguss“.
Doch recht bald entdeckte ich, dass es sich dabei leider um den zweiten Fall rund um Adalbert Bietigheim handelte. Schnell folgte also der erste Teil und auch der dritte. Ich war absolut begeistert und wartete dann auf den vierten Teil...
Für den vierten Teil, „Der letzte Whisky“ musste ich dann ein wenig warten. Als ich ihn dann schließlich in den Händen hielt freute ich mich sehr. Whisky ist zwar nicht so ganz mein Getränk, aber wie ich schon sagte, mich interessieren die kulinarischen Genüsse.

Aufbau der Reihe

Carsten Sebastian Henn gelingt es nun eine recht ungewöhnliche Mischung, denn seine Protagonisten mordeten mit bestimmten Speisen. Ob es nun Käse (wie in „Die letzte Reifung“), Tee (wie in „Der letzte Aufguss“), Pralinen („Die letzte Praline“) oder wie im aktuellen Fall Whisky („Der letzte Whisky“) ist, ist dabei eigentlich gar nicht mal so wichtig, denn Carsten Sebastian Henn überzeugte mich vor allem durch seine Kenntnisse in all diesen Bereichen. Zu jedem einzelnen Genuss brachte er nicht nur die perfekte Geschichte, sondern auch das perfekte Surround und die Hintergründe. In jedem Buch dieser Reihe gibt es ein Glossar mit allem, was man so kennen und wissen sollte.

Inhalt des aktuellen Falls

Aber ich möchte euch gar nicht lange aufhalten, indem ich euch den Aufbau seiner Bücher erkläre, vielmehr soll es um sein aktuelles Buch „Der letzte Whisky“ gehen. In diesem wurde Adalbert Bietigheim von einem Bekannten aus einem vorigen Buch, nämlich Edward Macallan aus „Die letzte Praline“, nach Schottland eingeladen. Wobei eigentlich ist es keine Einladung, es ist vielmehr die Aufforderung ihn umgehend in Schottland zu besuchen.
Die Hintergründe erfährt Adalbert Bietigheim erst als er schon in Schottland eingetroffen ist. Auf einer kleinen schottischen Insel, die bekannt für ihren Whisky ist, wurde eine Leiche gefunden. Mitten im Moor. Wer der Tote war, ist schnell erklärt, aber die Hintergründe bleiben lange verborgen.
Adalbert, der sich in seinen vergangenen Fällen schon eine Art kriminalistischen Spürsinn erworben hat, folgt den Spuren und schon bald ist man mittendrin in einem spannenden Fall, und um Whisky, die schottischen Moore, die Traditionen der Highländer und mittendrin in einem Winterkrimi.
Nun habe ich euch schon die wichtigsten Aspekte dieses Buches beschrieben. Denn eigentlich geht es nur darum, um Whisky und den Genuss, um das Wetter und den Umgang zwischen Menschen. Adalbert wird aber wieder von seinen zahlreichen Bekannten, Freunden und Mitarbeitern unterstützt. Zuvorderst möchte ich hier Rena und Pit anführen, die auch in allen anderen Büchern schon eine wichtige ermittelnde Rolle übernommen hat.

Atmosphäre und Figuren

Ich persönlich muss an dieser Stelle sagen, dass mir die Atmosphäre in diesem Buch nicht ganz so gemundet hat, wie bei seinen Vorgängern. Zwar waren auch hier die Protagonisten alles andere als alltäglich und hatten nichts von ihrem Kultfaktor eingebüßt, aber wie sagt man so schön: „Man gewöhnt sich an alles!“
Ich möchte mich aber gar nicht an alles gewöhnen, sondern auch mal überrascht werden. Tatsächlich sind die Figuren, die ich in den vorherigen Büchern als vielschichtig erlebte, mittlerweile leider ein wenig verblasst, was nicht heißen soll, dass sie nun langweilig wären, aber ich persönlich empfinde die Weiterentwicklung, die die Figuren in diesem Buch gemacht haben, als minimal und somit ein wenig vorhersehbar.
Atmosphärisch möchte ich außerdem anmerken, dass man wieder einmal und das habe ich positiv empfunden sehr viel über die Hintergründe der kulinarischen Genüsse und in diesem Fall speziell über den Whisky erfahren hat.
Wäre ich ein Whiskyfreund, so würde ich dieses Buch lieben, so erfreue ich mich an dem neu erworbenen Wissen über Whisky. Ich kann jetzt einen Single Malt von einem Blend unterscheiden und weiß auch was genau ein Finish ist. Natürlich weiß ich nach wie vor nicht, wie die einzelnen Dinge schmecken, denn probiert habe ich sie ja nicht, aber zu mindestens würde ich mich nun besser in einem Spirituosen-Geschäft zurechtfinden und konnte mich auch wesentlich besser beraten lassen.
Da ich es aber nicht mit einem Sachbuch zu tun habe, spielte dieser Aspekt für mich nur eine hintergründige Rolle. So werfe ich nun einen konkreteren Blick auf den Krimi.
In diesem Fall gab es ungewöhnlich viele Leichen und durchaus auch viele unterschiedliche Arten zu morgen. Die Protagonisten dieses Buches waren durchaus kreative Täter und Opfer und auch Außenstehende, denn sie alle brachten ihre eigene Geschichte mit und waren in ihren Nebenrollen durchaus spannend.
Habe ich vorhin noch die Serien-Protagonisten, also jene die sich durch die gesamte Serie ziehen als ein wenig vorhersehbar und von zu keiner Entwicklung beschrieben, so möchte ich die Nebenrollen in diesem Buch als interessant und multidimensional, sprunghaft und unerwartet war beschreiben.

Fazit

Wenn ihr mich nun nach meiner persönlichen Meinung befragen möchte, so möchte ich es euch sagen: ich glaube, dass dieser Fall ein wenig anders war, als die vorherigen, irgendwie scheint er aus der bisherigen Reihe hervor zu stechen. Im Übrigen lebt er weniger durch den „Hauptcast“ als vielmehr durch seine Nebenrollen.
Man merkt auch diesen kulinarischen Krimi wieder an, wie viele feine Details Carsten Sebastian Henn in diese Geschichte eingebaut hat. Es war zu keiner Zeit langweilig und doch war es ein anderes Buch-Erlebnis als seine bisherigen, mir bekannten, Bücher.
Ich würde mich natürlich wie immer freuen, wenn ich auch noch andere Bücher von ihm lesen dürfte und freue mich schon auf den nächsten Teil der Adalbert-Bietigheim-Reihe.