Vietnamesische Robin Hoods - Robin Hoods of Vietnam


Ausländer werden von Vietnamesen per se als „reich“ klassifiziert. Ich kämpfe gegen dieses Vorurteil schon seit Langem, mehr oder weniger erfolgreich, an. Meine vietnamesischen Freunde wissen, dass ich nicht der superreiche „Bill Gates“ bin. Trotzdem, diese Einstellung, alle Ausländer sind per se reich, führt zu erheblichen Konsequenzen.
Das Image des Reichen hat zwei Ursachen: Lange Zeit war Vietnam ein Fernreiseland und damit entsprechend teuer. Wer sich in den 1980er und 1990er Reisen nach Japan, China oder Vietnam geleistet hat, der hat nun eben gezeigt, dass er Geld hat. Rundreisen hatten damals Preise im höheren vier- bis fünfstelligen DM-Bereich. Die Reisenden hatten Geld und traten dementsprechend auch in Vietnam auf. Aber auch arme Backpacker konnten sich fast alles leisten, was es in Vietnam gab, denn die Lebenshaltungskosten waren extrem niedrig.
Die zweite Ursache liegt darin, dass in Vietnam lebende Ausländer in der Regel gut verdienten. Es waren vor allem Angestellte, die von ihren Firmen als Repräsentanten nach Vietnam entsendet wurden. Und die ließen sich diese Position, dort, wo der Pfeffer wächst, eben gut bezahlen. Spezialisten, die von der vietnamesischen Regierung nach Vietnam geladen wurden, haben ebenfalls ein gutes Salär. Existenzgründer haben es dagegen etwas schwerer. Und all die anderen, die hier herum krebsen, erst recht – denn die meisten davon haben keine Arbeitserlaubnis und dementsprechend ist ihr Aufenthaltsstatus. Aber selbst viele der letztgenannten haben doch einen vergleichsweise luxuriösen Lebensstil.
Und daraus ergeben sich eben Konsequenzen. Natürlich will jeder Vietnamese einen reichen Ausländer als Freund (für Vietnamesinnen gilt das gleiche). Am besten natürlich direkt noch als festen Freund. Heiratsangebote sind da an der Tagesordnung. Das mag zum Schmunzeln anregen, ist aber nicht einmal das wirkliche Problem. Das Problem sind die Freunde, die vor der Tür stehen, um sich ihr Geld abzuholen. Sprich, diejenigen, die mit dir anbandeln, um finanzielle Vorteile zu haben. Die halten meist auch nicht lange hinter dem Berg, was sie wirklich von dir wollen. Gut, damit muss man eben leben.
Andere alltägliche Dinge sind dagegen mehr als unangenehm. Da ich reicher Ausländer bin, bin ich Freiwild für alle jene, die sich bereichern wollen. Und das können eben alle sein, mit denen ich zu tun habe. Ganz perplex bin ich, wenn ich mal wieder gewaschen und meine Wäsche zum Trocknen rausgehängt habe. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fehlt das ein oder andere Teil dann nämlich. Und das liegt nicht an der Waschmaschine. Letzte Woche kam jemand, der in der Küche etwas reparieren sollte. Der bediente sich auch erst einmal an meinem Vorratslager an Kaffee und Nudelsuppen. Ist ja nur von dem Ausländer, der kann sich das ja leisten. Ganz tolles Beispiel: Ein Freund hatte jemanden mitgebracht. Abends. Ich war noch kurz zuvor aus, um mir mein Abendessen mit nach Hause zu bringen. Wir quatschen. Die beiden verziehen sich. Ich will mein Abendessen bereiten...Es ist nicht mehr da. Einer der beiden muss es mitgenommen haben. Da mittlerweile alle Läden zu waren, ging ich dann ohne Essen ins Bett. Das mögen zwar Kleinigkeiten sein, aber die gehen über das Jahr durchaus ins Geld. Rechne ich mal alles zusammen, was mir an Kleinkram, Kleidung und Essen bereits „abhanden“ gekommen ist, komme ich auf knapp 300 Euro. Das sind 100 Euro pro Jahr.
Überdies bin ich der Meinung, dass jemand, der etwas ungefragt nimmt, stiehlt, auch wenn es nur eine Nagelfeile sein mag. Da geht es mir ums Prinzip. Und überdies, bei einem eingerissenen Nagel wird so eine Feile dann sehr wertvoll, und es ist umso ärgerlicher, wenn man eben keine mehr hat. Okay, bevor jetzt der eine oder andere Leser sagt, hör mal mit den Kleinigkeiten auf, gehen wir doch einfach mal eine Stufe höher. Freunde, die einfach Geld aus meinem Portmonee nehmen. Die mein Motorrad klauen, meinen Laptop, meine Kamera. Etc. etc. Und das tolle? Die meisten davon kenne ich. Keine Spur von Reue! Ich hab's ja! Und andere Freunde? Kein Mitleid. Die meisten sind der Ansicht, da ich ja der reiche Ausländer bin, brauche ich mich ja nicht zu beschweren. Ich kann mir ja direkt ein neues Teil kaufen. Einer meiner Freunde bemerkte trocken, als ich kam, um vom Diebstahl meines Laptops und Handys zu berichten, dass er heute keine Zeit habe, um mit mir einen neuen kaufen zu gehen.
Meine gesamten Verluste an Kleidung, Kleinteilen etc. gehen mittlerweile auf eine Summe von knapp 4000 Euro.
Mich regt nicht einmal auf, dass mir ständig was geklaut wird, sondern vor allem, wie meine vietnamesischen Bekannten und Nachbarn damit umgehen. Mein fester Freund bemerkte lapidar: Du bist halt Ausländer. Also, nur weil ich Ausländer bin und reich (was ich ja nicht einmal bin), kann ich als kostenloses Warenhaus herhalten? Naja, mittlerweile scheint es auch den einen oder anderen meiner vietnamesischen Freunde zu betreffen – einer klagte, seine Kleidung verschwinde auch dauernd. Ein anderer hatte eine Wohnungsbesichtigung, weil er umziehen wollte. Er meinte, danach sei auch das ein oder andere Teil verlustigt gewesen. Es ist nicht vielmehr so, dass es Ausländer betrifft, sondern Reiche. Aber Ausländer sind halt immer reich...
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Foreigners are classified per se as „rich“ by the Vietnamese. I am fighting against this prejudice since long, sometimes more or less successfully. My Vietnamese friends do know, I am not the super-rich „Bill Gates“ type. However, this attitude – that all foreigners are rich – leads to dramatic consequences.
This image has two reasons. For a long time Vietnam was a long haul travel country and therefore very expensive. Who flew in the 1980s and 1990s to Japan, China or Vietnam showed that he has money. Round trips were around a higher four- or five digit Dollar range. The travellers had money and so they also appeared in Vietnam. But also poor back packers could afford nearly everything, since Vietnam was a very cheap living country.
The second reason is that most foreigners living in Vietnam have a very high salary. These are most office men who were sent by their companies to represent them in Vietnam. And these men are well paid by living in a country far away from home. Specialists, invited by the Vietnamese government, also have a very good salary. Business founders instead do not have a nice living here. And the others, coming to Vietnam for looking for work, are not really well paid – some do not even have a legal status for this country. But even most of these people have a high standard of living – for the Vietnamese they look „rich“.
Anyway, these two situations formed the Vietnamese image of foreigners. Foreigners are rich. They can afford not working a long time, flying by plane to curious places, only visiting old houses, going by boat through nice sceneries and have a lot of fun. So, foreigners destroyed their reputation.
Because of this, their exist heavy consequences. For sure, nearly every Vietnamese want to be friend with a rich foreigner – who does not want a rich friend! The best would be a rich lover. So, everyday I get many offers for marriage. This may be an amusing anecdote for some party in the West, but gets annoying when you live here in Vietnam. And women hoping to catch a big fish are not the real problem. The problems are the bunch of people coming to your home everyday begging for money. Some want to be friend of you, some you do not even know. Everyone comes and only wants one thing: your money. OK. You have to deal with this.
But other things are more annoying. Since I am „rich“ foreigner, I am prey for all who want to successfully enrich themselves. Unfortunately, not only strangers but also friends have the plan to do such. I am always perplexed, when I washed clothes and dry them in my home. With a high likelihood there is some things missing after drying them. And this is not due to the washing machine! Last week, someone came to my home to repair something in the kitchen. This man first seems to have satisfied himself by taking my coffee and noodle soup rations there. Another, very amusing example: I went out to buy something for my dinner and took my food home. One friend called me to meet and talk. He brought another friend with him. A guy I did not know. OK. We sit there and talked. Then, my friends went home. After some time I got hungry and wanted eat my dinner. Guess what? It was gone. One of the both must have taken it! Since it was late, I went to bed without eating. Calculating all together which disappears through the years I come to a sum of about 300 Euros. This means, I only loose 100 Euros in one year for small things like stolen food, clothes and others.
However, in my opinion someone who takes things not belonging him and does not ask for them, steals them. And even if it is only a small thing like a nail file. When your nail is lacerated, such a file gets very precious. For me it is a matter of principle. Okay, dear readers, let's stop about dealing with small things. What about motorcycles, laptops and cameras? Friends who take money out of my wallet? Stealing my bike, my laptop, camera already...Most of the people who stole from me I know. And the most amazing thing? Not one word for excuse or guilt! Most of them see in me only the rich foreigner, and I can afford it. Truly spoken: they excuse the stealing from me by saying, I am so rich, so I can be stolen of. Because, when I loose something, I can easily afford a new one. When I came to one friend to talk with him about my stolen laptop and mobile, he only answered, that he has no time now to buy a new with me.
Summing up all stolen things I come to the amount of around 4000 Euro altogether.
I am not really upset that something is stolen from me regularly, but mostly that my Vietnamese friends and neighbours seem so cold by dealing with it. My boyfriend only said: Oh, yeah, you're foreigner. So, only because I am foreigner and rich (I am not even rich, not even compared with Vietnamese), my home is esteemed to be a cost-free ware house? However, it is not really a racist thing – against foreigners. It is against rich people. Why do you think, Vietnamese rich people live in houses looking like forts. One Vietnamese friend also complained, his clothes are stolen regularly. And another had an apartment view. After this, most of his consumables were missing. It is true, it is against wealthy people. But foreigners are always rich....

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