Video Kritik: Fract Osc

Von Pressplay Magazin @pressplayAT

Veröffentlicht am 5. Mai 2014 | von Florian Kraner

Video Kritik: Fract Osc

Video Kritik: Fract Osc Florian Kraner

Wertung

Summary: "First Person Musical Exploration"-Indie-Titel der Marke Myst, teilweise jedoch etwas unübersichtlich

4

Adventure


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Jeder der schon einmal versucht hat in einem Sequencer Oszillatoren, Filter, mathematische Funktionen oder Algorithmen aneinanderzustecken, um in die Profi-Riege elektronischer Musiker aufzusteigen, wird bestätigen können, dass die Software dazu komplexer aussieht als irgendetwas sonst.

Da liegt der Wunsch nahe, frei nach dem Disney-Klassiker Tron in die virtuelle Welt der digitalen Klänge zu springen um persönlich Hand an der Sound-Maschinerie anzulegen. Ein Wunsch der nun durch Fract Osc erfüllt werden kann.

Schon öfter haben Indie-Titel in den letzten Jahren versucht, die große Lücke die durch den Bankrott des Myst-Entwicklers Cyan entstanden ist auszufüllen, doch den wenigsten gelingt es wirklich eine würdige Welt zu schaffen. Viel zu oft handelt es sich um eine langweilige lineare Abfolge von lauen Rätselaufgaben, die nicht wirklich mitreißen können.

Ein Fehler, den Fract Osc geschickt vermeidet, denn wie zu besten Myst-Zeiten handelt es sich bei der Synthie-Welt des Spiels um eine gigantische, ineinander verschachtelte Rätselaufgabe, die den Spieler Stück für Stück an seine eigene Logik heranführt, bis er den großen Gesamteinblick gewinnt. Durchzogen von zahlreichen Aha-Erlebnissen lernt man schrittweise wie der gigantische Apparat funktioniert und kreiert dabei ganz nebenbei elektronische Musik.

Die weiträumigen Landschaften beeindrucken durch abstrakte Lichterspiele – vor allem die Tatsache, dass die gesamte Spielwelt zusammenhängt und man noch am Horizont die weit entfernten Mechaniken beobachten kann, die man selbst aktiviert hat, verleihen dem Erlebnis einen majestätischen Charakter. Nur manchmal ist es allzu einfach, sich in der abstrakten Welt ohne Hinweise zu verlaufen, weshalb ein Hinweissystem sicher nicht geschadet hätte.

Alles in allem ist Fract Osc aber ohne Zweifel ein durch und durch solider Release, der sich nicht hinter den Myst-Klassikern oder dem unvergesslichem Antichamber verstecken muss.

Plattform: PC (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): KA, Release: 22.04.2014,
http://fractgame.com

Tags:4 von 5AdventureIndie GameMusikspielPCPhosfiend SystemsPuzzlerVideo-Review


Über den Autor

Florian Kraner Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis? Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.