Versteckte Schätze der Löwin Amy Winehouse

 

Foto: amazon.de

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Sie war nicht einmal 28 Jahre alt, hatte zwei Studioalben („Frank“ und „Back To Black“), war mehrfache Grammy Awards Preisträgerin und erhielt unzählige Goldene und Platin Schallplatten. Sie war unvergleichlich und verstarb leider viel zu früh: Die britische Sängerin Amy Winehouse. Weniger als fünf Monate nach ihrem Tod erschien ihr letztes Meisterwerk „Lioness: Hidden Treasures“. Auf dem Album sind zwölf musikalische Schätze bisher unveröffentlichter Songs, alternativer Versionen von Klassikern und einige Kompositionen von Amy Winehouse – darunter die Originalversion des Megahits „Valerie“ mit einem langsamen Tempo, der Reggae-Neubearbeitung des 1960er Jahre Doo Wop Klassikers „Our Day Will Come“ oder „The Girl From Ipanema“, der erste Song der damals 18jährigen Sängerin.

Das Album stieg in den britischen, österreichischen und Schweizer Albencharts auf Rang 1, in den USA auf Platz 5 und in Deutschland auf Platz 3. Auch in den diversen Download-Portalen ist „Lioness: Hidden Treasures“ unter den Top 3. Das Album wurde von einigen jener Produzenten und Musiker, die eng mit Amy Winehouse zusammengearbeitet hatten, sowie ihre Familie zusammengestellt.

Mitch Winehouse, Vater von Amy Winehouse, über das Album: „Ich habe so viel Zeit damit verbracht, Amy hinterherzujagen und ihr eine Standpauke zu halten, dass ich nie erkannt habe, was für ein wahres Genie sie war. Erst als ich mich hinsetzte und mit dem Rest der Familie dieses Album anhörte, erkannte ich die Bandbreite von Amys Talent, von Jazz Standards bis HipHop, und es hat mir wirklich die Sprache verschlagen. ‚Halftime‘ hatte ich bis dahin noch nie gehört. Es ist einfach nur unglaublich schön. Wenn die Familie nicht sicher gewesen wäre, ob dieses Album den Anspruch von „Frank“ und „Back To Black“ erfüllen würde, hätten wir niemals einer Veröffentlichung zugestimmt. Wir glauben, es wird eine angemessene Anerkennung an Amys musikalisches Erbe sein.“

Das Album ist absolut hörenswert und ist eine bravouröse Huldigung einer genialen Künstlerin. Manche Kritiker meinen, dass dieses Album ein Versuch ist, aus dem Ableben der Sängerin, Songwriterin und Interpretin von Klassikern nochmals Geld zu lukrieren, ohne allerdings auf die musikalische Qualität zu achten („Wenn die Qualität stimmt, warum wurden die Songs bisher dann nicht veröffentlicht …“). Musik-Schlagzeile kann sich solcher Kritik nicht anschließen. Die Tracks geben auch einen Teil des Menschen Amy Winehouse Preis. Viel zu oft wird übersehen, dass hinter all dem Ruhm, Glanz und Glamour eines Stars ein zerbrechlicher Mensch steckt. Der Tod von Amy Winehouse war das Finale eines langen Schreis nach Hilfe. Leider konnten oder wollten manche diesen Schrei nicht hören. Auf „Lioness: Hidden Treasures“ ist ebenso „A Song For You“ zu hören. Dieser Song ist eine herzzerreißende und emotionale Version des Leon Russell Klassikers vom US-Soul-Musikers Donny Hathaway. Der an Depressionen leidende Hathaway starb mit 34 Jahren und zählte zu Amy Winehouse absoluten Lieblingskünstlern. Der Coversong entstand in einer einzigen Session – nur Amy Winehouse und ihre Gitarre in ihrem Haus in London im Frühjahr 2009 – einer Zeit, als sie wie eine Löwin erneut mit ihren Dämonen kämpfen musste. Einem Kampf, den sie am Ende dann doch verlor.

Recherche und geschrieben: Heidi Grün


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