Vernetzung macht das Leben leichter

NETZWERK- Der Mensch ist kein Einzelkämpfer. Er braucht den Kontakt zu anderen Menschen.
Die Wissenschaft unterscheidet zwischen zwei Formen der Einsamkeit: Die emotionale Einsamkeit und die soziale Einsamkeit.
Erstere stellt sich ein, wenn im Leben jemand fehlt, dem man eng verbunden ist. Ein Partner, der in allen Lebenslagen greifbar und für einen da ist
Soziale Einsamkeit weist auf einen grundsätzlichen Mangel an sozialen Beziehungen hin. Das können Beziehungen zu Freunden, Nachbarn oder Kollegen sein. Auch zu virtuellen Freunden und Kontakten.
Menschen mit sozialem Rückhalt leben länger als jene mit weniger stabilen Beziehungen.als jene mit weniger stabilen Beziehungen.

Was bedeutet sich vernetzen?

Hat man ein stabiles Netzwerk, lebt es sich leichter. Das gilt für alle Menschen. Im Zweifelsfall zu wissen woher man Materielles und immaterielle Dinge bekommen kann beruhigt ungemein. Eltern benötigen dies ganz besonders, da sie immer mal wieder Unterstützung von Anderen benötigen. Sei es einen Rat, jemanden der sich im Notfall um die Kinder kümmern kann, oder jemanden, mit dem man seine knapp bemessene Freizeit verbringen kann.

Aber Vorsicht! Vernetzen bedeutet eben nicht immer nur zu fordern und anzunehmen.
Ein Netzwerk möchte gepflegt werden. Ich stelle mir mein Netzwerk wie ein Spinnennetz vor, von dem ich mir bei Bedarf ein Stück Faden abschneiden kann. Dies funktioniert aber nur dann, wenn ich an anderer Stelle auch wieder einen neuen Faden anfüge.

Ein Beispiel, das dieses Geben und Nehmen unterstreicht, beschreibt Béa Beste in ihrer Kolumne I put the „vereint" in „Vereinbarkeit": Sie erzählt, wie sie es mit Hilfe ihres Betreuungsnetzwerkes geschafft hat Studium und Kind zu vereinbaren.

...teilweise verbrachte meine Tochter die Nächte bei Freunden - die wiederum ganz froh waren, wenn ich ihre Kinder am Wochenende oder in den Ferien nehmen konnte. Ich hatte inzwischen fast so etwas wie eine „Kinderbetreuungskooperative" aufgebaut.

Das Netzwerk ist immer dann im Ungleichgewicht, wenn sich ein Mitglied daraus ausgenutzt fühlt. Das Gefühl kann aber auch entstehen, wenn das Netzwerk nicht als Beziehungsgeflecht gesehen wird. Wenn erwartet wird, daß man von demjenigen etwas bekommt, dem man bereits auch gegeben hat.

Das offline Netzwerk

Es hat lange gedauert zu begreifen, daß ich mit Menschen, die Kinder haben nicht zwangsläufig etwas gemeinsam habe. Oder mit den Eltern der Freunde meiner Kinder. Je älter die Kinder wurden, desto stärker wurde auch das „mein Kind ist das beste"-Gefühl und vergiftete viele freundschaftlichen Beziehungen.
Und doch: wenn ich nicht mehr weiter wußte und mich in irgendeiner Notlage befand, tat sich immer ein (oft unerwartetes) Türchen in meinem Bekanntenkreis auf und ich bekam die dringend benötigte Unterstützung.
Wenn mich ein Anruf erreicht mit der Frage ob ich zufällig ein erkranktes Kind von der Schule abholen könne oder ich Zeit habe einen Nachmittag auf ein paar zusätzliche Kinder aufzupassen, dann schiebe ich schnell Termine im Kopf hin- und her und dann kann ich natürlich. Weil ich es mir in der gleichen Situation auch wünsche und weil ich immer bereit bin etwas von meiner Zeit, meiner Energie und meinem Mittagessen abzugeben. Ohne direkt dafür etwas zurück zu erwarten

Mein Netzwerk 2.0

Ich blogge nun seit fast fünf Jahren und es macht immer mehr Spaß. Während viele immer wieder darüber schreiben aufzuhören und es tatsächlich auch einige tun, finde ich, daß es immer besser wird. Denn ich habe mir in dieser Zeit ein Netzwerk aufgebaut, mit dem ich mein Wissen teile. Sei es mit meinen Lesern, die überwiegend deshalb kommen, weil sie einen Rat suchen, oder Blokkerkollegen, die Fragen rund um Blogtechnik oder Kooperationen haben. Ich gebe breitwillig Auskunft darüber, wie ich verschiedene Themen angehe und gebe auch gerne Kontakte weiter.
Weshalb auch nicht? Bloggen ist weniger Zauberei denn Fleiß und ich muß kein Geheimnis daraus machen. Niemand kann mir etwas wegnehmen, wenn ich mein Wissen teile.

Verlinken heißt empfehlen

Als Blogger lebt man von und mit sozialen Beziehungen: man diskutiert verschiedene Themen online, tauscht sich aus, trifft sich im sogenannten realen Leben und empfiehlt sich gegenseitig weiter.
Dabei ist es völlig egal, ob ich denjenigen kenne dessen Texte ich verlinke oder teile oder gar ob er schon mal etwas von mir empfohlen hat. Denn es empfehlen andere Menschen aus dem Netzwerk meinen Blog oder manchmal sogar mich als Fachfrau auf meinem Gebiet.

Vorsicht! Auch wenn ich einen Artikel empfehle bedeutet es nicht, daß ich allgemein einer Meinung mit dem Autor bin. Und umgekehrt: nur weil ich nicht alles teile, heißt es nicht, daß ich den Autor persönlich nicht mag.

Online und Offline: einmal gemischt bitte!

Und da es mir selbst so viel Spaß macht nicht nur die Texte anderer Blogger weiterzuempfehlen, sondern Blogger auch untereinander zu vernetzen, habe ich nicht nur zusammen mit (den ich in einem Netzwerk kennengelernt habe) die Familienbloggerkonferenz ins Leben gerufen, sondern ich bin auch sehr gerne selbst Teilnehmer solcher Netzwerkveranstaltungen.
Denn es macht Spaß „das Gesicht dahinter", hinter dem Blog, dem Twitter- oder Instagramaccount kennenzulernen. Manchmal ist es doch so, daß sich Meinungen online ganz anders lesen als sie gemeint sind.

Es macht viel Arbeit so eine Konferenz zu organisieren, das kann jeder bestätigen, der schon einmal etwas in der Art auf die Beine gestellt hat. Und es schmerz im Nachgang ein wenig, wenn es immer wieder Menschen gibt, die meckern um des Meckerns Willen. Dem einen war das Essen zu kalt, dem nächsten zu hipp. Der Übernächste ist von einem anderen Blogger nicht angemessen begrüßt worden, dem Dritten haben manche Themen nicht gepaßt oder es gab zu viele Sponsoren.
Ja, allen kann man es tatsächlich nicht recht machen. Doch Sven und mir (ich kann nicht für die anderen Organisatoren sprechen) geht es tatsächlich darum die Menschen zu vernetzen und Themen ins Gespräch zu bringen. Das haben wir in diesem Jahr geschafft und für die denkst17 haben wir schon viele neue Ideen für eine ncoh bessere Vernetzung.

2016 habe ich viele Menschen getroffen und mein Netzwerk vertieft und erweitert. Begonnen hat es für mit der #denkst16 in Nürnberg, kurz darauf trafen sich viele Familienblogger in Berlin wieder.

Blogfamilia

Die Elternbloggerkonferenz fand bereits zum zweiten Mal statt. Das Motto: Austausch. Vernetzung. Weiterbildung. Die Schwierigkeit auch hier, für alle spannende Themen anzubieten. Denn es treffen sich Blogger die gerade dabei sind, solche die schon alte Hasen sind und welche die das Bloggen zum Beruf gemacht haben und die, für die es einfach nur ein schönes Hobby ist. Gemeinsam ist ihnen alle die Elternschaft. Und die ist politisch. Das macht auch die steigende Relevanz von Elternblogs aus.

Danach war ich erst mal gesättigt mit Eindrücken, neuen Kontakten und der Nachbereitung der beiden Veranstaltungen.
Hin und wieder war ich auch zu firmeneigenen Bloggerevents eingeladen. Das freut natürlich mein Ego, aber viel mehr mein Netzwerkerherz, denn auch hier trifft man immer wieder auf alte Bekannte und knüpft neue Kontakte.

Besonders freute mich, daß Julia, Susanne und Miriam im September bereits zum zweiten Mal zum WUBTTIKA nach Wuppertal einluden. Wie im Vorjahr war es eine gelungene Veranstaltung mit einer Mischung aus Workshops und Meetup. Gemeinsam lernen und sich vernetzen.

Im Vorfeld haben wir uns als Organisatoren von Familienblogger-Veranstaltungen ausgetauscht und konnten uns gegenseitig unterstützen. Dieses Miteinander war äußerst bereichernd und es entstanden viele Ideen für gemeinsame Projekte.

BloggerBureau

Doch ich wagte mich auch auf fremdes Terrain und war Gast bei Anna und dem Bloggerbureau in Nürnberg. Hier ging es mehr um das Bloggen allgemein, gekonntes Storytelling und Digitale Transformation. Mich hat folgender Satz in der Beschreibung des Events gereizt: Für alle Blogger, die einfach auf andere Leute zugehen und deren erste Frage NICHT lautet „Wie viele Follower hast Du auf Instagram"? Für alle Blogger, die länger als nur für ein paar Bilder in der schönen Location bleiben. Denn genau darum geht es bei guten Events: Menschen treffen, sie näher kennenlernen und gemeinsam Neues dazu lernen. Und selbstverständlich versteckten sich unter vielen symphatischen Lifestylebloggern auch eine handvoll Familienblogger.

Lieblingsblogger

Anfang November luden Annette und Stefi zum dritten Mal zum Lieblingsbloggertreffen ein. Diese Lieblingsbloggertreffen ist etwas ganz besonderes für mich. Denn zum 1. Lieblingsbloggertreffen in Berlin war ich auch schon dabei. Hier verbringen Blogger ein Wochenende zusammen in einer schönen Stadt.

Es wird geklönt, gegessen, gelacht und diskutiert. Blogthemen, Lebensthemen, alles was sich so ergibt. Angefangen hat es damit, daß Annette und Stefi ihre persönlichen Lieblingsblogger einluden. Mittlerweile dürfen die Lieblingsblogger wieder ihre liebsten Blogger einladen. So ist ein Sammelsurium der unterschiedlichsten Blogs entstanden und dieses Mal war es wieder eine tolle Mischung aus alten und neuen Gesichtern. Stefi, Annette , Inka, Julika, Cora, Billa, und Yna waren schon in Berlin beim Lieblingsblogger Treffen dabei. Julia, Barbara und Helga traf ich zum ersten Mal in Bielefeld. Trotz nicht so ganz sonnigem Wetter hatten wir eine wunderbare Zeit in Bielefeld.

Swissblogfamily

Meine letzte Veranstaltung in diesem Jahr fand in Basel in der Schweiz statt: die , organisiert von Séverine und Katharina, um schweizer Familienblogger zu vernetzen. Hier gibt es nach wie vor großen Bedarf.

Die schweizer Familienbloggerszene ist noch relativ überschaubar. Als Blogger in der Schweiz benötigt man zwar kein aussagekräftiges Impressum, dennoch gibt es das Recht am eigenen Bild und eine Privatsphäre, die es zu schützen gilt. Bei Familienbloggern immer wieder ein Thema: wieviel Kind kann ich öffentlich zeige? Auf der Swissblogfamily ging es dann hoch her, als Andrea ihren Vortrag zum Schutz der eigenen Privatsphäre hielt. Selbst im Nachgang erschienen viele verschiedene Artikel zu diesem Thema. Es scheint vielen unangenehm zu sein und diskussionsbedürftig.

Raus aus der eigenen Filterblase

Wenn ich mich immer nur mit Menschen zu tun habe, die die gleichen Themen beschäftigen wie mich, dann werde ich irgendwann betriebsblind.
Mein Leben besteht momentan hauptsächlich aus Kinderthemen und meiner Arbeit. Deshalb finde ich es wunderbar auf Veranstaltungen, die zwar bloggeraffin, aber familienthemen fern sind zu netzwerken. Nachzufragen, wie es in den anderen Blogsparten so läuft. Sei es Foodblogger, Lifestyleblogger, Blumenblogger oder Technikblogger. Alle haben ihre Erfahrungen, die man gemeinsam abgleichen und ergänzen kann.

Wie netztwerkt Ihr off- und online? Habt Ihr Spaß Netzwerkveranstaltungen zu besuchen?


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