Vergleich: eBooks per iPhone oder eBook-Reader lesen?

Erstellt am 15. April 2013 von Iphone-Magazin.org @iPhoneMagazin

Auf welchem Gerät lassen sich elektronische Bücher, sogenannte eBooks, besser lesen und kann die heutige Technik dem traditionellen Buch wirklich den Garaus machen? Diese Frage möchte wir in diesem Artikel erörten und dazu die Apple iPhone-App iBooks mit einem Standalone eBook-Reader vergleichen. 

Wer hatte nicht schon einmal eins in der Hand: ob in der Schule, an der Uni oder in der Bibliothek, Bücher sind kulturelles Gut und erzählen Geschichte in zahlreichen Facetten. Mal ist es ein Krimi, mal ein Drama und auch Fantasy ist oft gern gelesen. Bekanntlich gibt es Bücher auch in mehreren Bänden, die jeweils ein Stück des Gesamtwerks enthalten. Und da wären wir auch schon bei dem eigentlichen Problem: Wer schleppt sich mit 10-20 Büchern ab, um unterwegs oder auf Reisen genau das Genre lesen zu können, nach dem einem gerade ist?

Die rhetorische Frage kann man wohl ganz klar mit: “Wenige” beantworten. Denn in der heutigen Zeit braucht man nur noch ein einziges Gerät, worauf man nicht 5, nicht 50, sondern gleich mehrere Tausend Bücher gleichzeitig speichern kann. Diese liegen dabei digital meist als “ePUB“-Format vor und sind den Seiten einer gedruckten Lektüre nachempfunden, wobei das Format es erlaubt, das Buch individuell an die Bildschirmgröße des jeweiligen Gerätes anzupassen, sodass der Leser sich voll auf den Inhalt konzentrieren kann. Im Gegensatz dazu ist eine PDF-Datei sozusagen eine Kopie der Buchseite, was ePUB somit einen entscheidenden Vorteil bringt.

Die Konkurrenten

Welches Anzeigegerät ist am besten geeignet, um eine große Büchersammlung immer dabei zu haben? Auf dem Markt gibt es viele eBook-Reader, doch mindestens genauso viele Apps für Smartphones und Tablets, die Bücher digital darstellen können.

iBooks

Apple beispielsweise bringt seine iBooks-Applikation ins Rennen, mit welcher sich durch den App Store-Account direkt aus dem iBookstore per iPhone, iPod touch oder iPad aktuelle Beststeller genauso gut wie Klassiker kaufen lassen. Das skeumophoristische Design eines Bücherregals sowie die Apple-typische, einfache Bedienung der App begeistern, praktische Zusatzfunktionen erweitern den Spaßfaktor beim digitalen Lesen.

Man kann durch Fingerwisch zwischen einzelnen Seiten wechseln, dabei werden sie originalgetreu animiert, als würde man ein echtes Buch umblättern. Hat man eine wichtige Textstelle entdeckt, kann man diese entweder markieren, eine Notiz hinzufügen oder direkt ein Lesezeichen setzen. Bei Ersterem ist es später möglich, alle Eintragungen und Markierungen in einer Übersicht abzurufen. Die Ansicht des Inhaltsverzeichnisses ist jederzeit durch Tippen auf den entsprechenden Button möglich.

Speziell für das iPad bietet der iBookstore einen Mehrwert. Man findet zum Einen reich illustrierte Bücher, etwa Bildbände, Kochbücher oder Bücher für Kinder, zum Anderen sind diese teilweise interaktiv, sodass man sogar Videos darin anschauen kann – unvorstellbar bei einer gebundenen Lektüre.

Jedes Buch im iBookstore bietet eine kostenlose Leseprobe, man kauft somit nicht “die Katze im Sack”. Hat man allerdings den Kauf eines e- bzw. i-Books abgeschlossen, so gibt es in der iBooks-App die Wahl zwischen sieben verschiedenen Schriften, drei unterschiedlichen Seitenfarben und drei Seitenlayouts (Buchformat, Vollbildschirm und Scrollen). Es ist zugleich möglich, die Helligkeit des Bildschirms per Slider anzupassen oder die Textgröße zu verändern. Der Nutzer kann summa summarum seine individuellen Bedürfnisse in die Anzeige des Buches einfließen lassen.

Das Teilen von Büchern ist auch direkt über Facebook, Twitter, Nachricht oder Mail möglich. Was ich persönlich bei realen Büchern vermisse, sind die Suchfunktion und die Vorlese-Funktion. Natürlich kann man in iBooks auch nach einer bestimmten Textstelle oder einem Wort suchen sowie sich Wörter oder ganze Seiten vorlesen lassen.

Besitzt man mehrere iOS-Geräte, so hilft die iCloud aus. Auf allen iPhones, iPod touches und iPads werden die Bücher synchronisiert und man kann auf jedem einzelnen Gerät an der Stelle weiterlesen, wo man auf dem anderen aufgehört hat. Alle Markierungen, Notizen und Lesezeichen sind direkt verfügbar.

Tolino eBook-Reader

Gegen die Apple iBooks-Applikation wettert der Tolino eBook-Reader mit Zugriff auf den eBook Shop von Weltbild. Dank integriertem WLAN braucht man keinen Computer, um sich Bücher zu laden und seine Sammlung zu erweitern.

Das Gerät kommt mit E Ink-Technologie, die den Text gestochen scharf ohne Flimmern darstellt. Ein weiterer Vorteil ist die längere Akkulaufzeit (bis zu 7 Wochen), denn nur wenn sich der Bildschirminhalt ändert muss Strom fließen. Prädestiniert ist solch ein Reader also vor allem für’s in der Sonne liegen, denn Reflexionen gibt es darüberhinaus keine. Braucht man das Gerät dann doch einmal bei Dunkelheit, springt die Bildschirmbeleuchtung ein. Insgesamt funktioniert der Tolino Shine per intuitiver Touchscreen-Bedienung.

Wenn man eBooks lesen will, dann kann das Gerät sie in fünf Schrittypen und sieben Schriftgrößen darstellen. Das Schriftbild ist immer ideal dank angepasster Silbentrennung und Zeilenumbruch. Möchte man wichtige Textpassagen markieren, sind auch hier Lesezeichen möglich und man kann jederzeit auf das Inhaltsverzeichnis zugreifen. Die obligatorische Suchfunktion trägt zu einem ungestörten Lesevergnügen bei.

Dank der Telekom-Cloud hat man mit dem Tolino Shine an über 12.000 HotSpots in ganz Deutschland kostenlosen Internetzugriff. Es lässt sich also von nahezu überall neuer Lesestoff besorgen. Zusätzlich bietet die Cloud – wie bei iBooks – den Vorteil, dass Inhalte zwischen mehreren Geräten synchronisiert werden können.

Schließlich ermöglicht das Gerät noch die Umwandlung von PDF-Dateien ins ePUB-Format (Vorteile oben aufgelistet), man kann im Internet surfen per Webbrowser, Bücher direkt bei Facebook empfehlen und sich eBooks bei Bibliotheken ausleihen.

iPhone oder eBook-Reader?

Nachdem die beiden Geräte zum mobilen Lesen von eBooks vorgestellt wurden, stellt sich die Frage, womit man eher zufrieden wird. Dazu sei gesagt, dass jeder andere Anforderungen hat und es nicht allen Recht gemacht werden kann.

E Ink bietet laut Wikipedia eine geringere Auflösung als Drucker, wenig Kontraste, kann Grau und Weiß nicht originalgetreu darstellen, hat einen eingeschränkten Farbraum und ist anfällig für Ghosting-Effekte. Dagegen ist das Retina-Display vom iPhone 5 eine Augenweide mit viel höherer Pixeldichte und Auflösung. Im Vergleich dazu hält der Akku in iOS-Geräten nicht dermaßen lange wie im Tolino Shine und die Spiegelungen sind viel zu extrem, um in der Sonne zu lesen.

Fazit

Allgemein kann gesagt werden, dass man sich nur für einen Standalone eBook-Reader entscheiden sollte, wenn man eine große Büchersammlung besitzt und diese digitalisieren möchte. Oder man kauft oder leiht sich gerne eBooks und möchte viel und über längere Zeit ungestört lesen. Jedenfalls bringt solch ein Gerät ohne seine Kernkompetenz wenige bis keine Zusatzfunktionen mit, setzt man dies in Beziehung mit einem Smartphone wäre es hiergegen ein Schweizer Taschenmesser.

Schlussendlich entscheidet der Preis über den Kauf, den Tolino Shine gibt es für knapp 100 Euro, wohingegen ein iPad mini mindestens bei 329 Euro, ein iPhone 5 bei 679 Euro liegt. Dafür hat man jedoch auch einen deutlichen Mehrwert an Funktionen. Wer einfach nur lesen will, nutzt eben weiterhin reale Bücher oder legt sich einen Standalone eBook-Reader zu.