Vegan reisen und speisen in Frankreich – Geht das überhaupt?

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Regenbogenkombüse,

seitdem die “wunderbaren Wechseljahre” über mich hereingebrochen sind, leide ich u.a. unter heftigen Muskel- und Gliederschmerzen. Mehr als drei Jahre fand ich mich mit diesem Zustand ab, weil man mir von ärztlicher Seite verkündete, dass sich das “irgendwann von selbst wieder gibt”. Eine Alternative zum Abwarten und Ausharren  stellen entzündungshemmende  Medikamente wie Diclolfenac oder eine Hormonersatztherapie dar. Beides lehnte und lehne ich immer noch undankbar, aber strikt ab!

Nachdem ich im letzten Frankreichurlaub im Mai sehr viel bzw. zu viel des wunderbaren französischen Käses geschlemmt hatte, beschloss ich nach der Rückkehr, essenstechnisch eine Kehrtwende einzuschlagen und zwei vegane Monate durchzuziehen. Gesagt, getan und gewundert. Denn nach nichtmals einer Woche mit rein pflanzlicher Kost waren die Muskel- und Gliederschmerzen komplett verschwunden! Ich wechselte nicht die Ernährungsform, sondern den Gynäkologen. Der neue Gynäkologe wies mich darauf hin, dass es sich bei den Muskel- und Gliederschmerzen wohl nicht um die in den Wechseljahren typischen Verspannungen, sondern  eher um  rheumatische Schübe gehandelt hatte. Na, prima! Jetzt auch noch das!

Aber: Jammern hiflt nichts! Vor allem, da ich die Lösung ja bereits durch Zufall (?!) gefunden habe. So lange ich keine tierischen Lebensmittel zu mir nehme, geht es mir gut. Sehr gut sogar! Eigentlich so gut wie lange nicht mehr!

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Vegan in Frankreich  – Ein Widespruch in sich?

Der Haken dabei ist nur, dass ich gern nach Frankreich reise. Und fest plane, dies auch in zwei Wochen wieder zu tun. Da ich ein wenig Gourmet und Gourmand zugleich bin, war Frankreich stets auch im kulinarischen Sinn immer mein Lieblingsreiseland. Dieses Mal habe ich mir jedoch vorgenommen,  auch im Urlaub strikt vegan essen. Da drängt sich selbst dem erfahrenen Frankreichreisenden wie mir die Frage auf, ob das überhaupt möglich ist.

Gemischte Oliven auf provenzalischem Markt. Provenzalische Küche.

Denn die Grande Nation liebt Fleisch. Sowie Geflügel, Fisch und Austern. Dazu gibt es viele Hunderte verschiedene Käsesorten. In Frankreich sind die fleischlichen und käsigen Genüsse also allgegenwertig. Für alle, die sich  der Gemüseküche verschrieben haben, ist Frankreich daher mitunter eine echte kulinarische Herausforderung. Es gibt noch Regionen (vor allem in der Mitte Frankreichs und im Norden, den wir als unser Reiseziel eingeplant haben), in denen man auf den Speisekarten der Restaurants akribisch nach einem vegetarischen Gericht suchen muss. Und sich glücklich schätzen darf, wenn man denn endlich eins findet.

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Reisende Veganer werden dort vor Hunger manchmal fast in den Wahnsinn getrieben, weil sich in den meisten Restaurantküchen zum Beispiel des Elsass, der Picardie, der Auvergne, Normandie oder Bretagne für sie nichts Essbares findet. In solchen Notfällen hilft nur eins, nämlich kulinarisch fremd zu gehen. Beim Italiener, Inder oder Chinesen geht es meistens ganz ohne Tier auf dem Teller. Schade nur, dass ich italienisch, indisch und chinesisch ebensogut zuhause essen kann. Dafür muss ich nicht nach Frankreich fahren!

Getrocknete Tomaten für Tapenade

Vegane Produkte in Frankreich

Was bleibt von meinen persönlichen französischen kulinarischen Highlights? Was kann ich in Frankreich noch essen? Im Folgenden habe ich eine Liste der veganen Lebensmittel aufgestellt, die mir aus meinen vergangenen Urlauben in Frankreich noch in Erinnerung sind:

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- Pflanzendrink aus Soja, Mandeln, Reis, Hafer und Dinkel gehört inzwischen wie Pflanzensahne zum Standardsortiment der  größeren Supermarchés. Da die Produkte jedoch um etwa ein Drittel teurer als in Deutschland sind, werde ich einen Basisvorrat mitnehmen.

- Auch Tofu, industriell hergestellte Veggie-Burger, Fleischersatzprodukte und pflanzliche Aufstriche gibt es in den größeren Supermarchés sowie in Bioläden. Da auch sie deutlich teurer als zuhause sind, werde ich davon ebenfalls einen kleinen Vorrat mitnehmen.

- Frisch gebackenes, knuspriges Baguette kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit essen. Da Baguette i.d.R. immer vegan ist, muss ich hier keine Abstriche machen. Da es außer Baguette noch Demi-Baguettes, Pain de campagne, Pain parisien, Pain polka, Pain de seigle, Pain au levain, Pain bis, Pain complet, Pain aux cereales, Pain de mie, Boule de pain, Flûte, Ficelle und verschiedene regionale Varianten gibt, wird es mir bestimmt nicht langweilig auf dem Teller.

- Croissant werden traditionell mit (viel) Butter gebacken. Inzwischen kann man sie allerdings (meist in den Brottheken der großen Supermarchés) auch mit Sonnenblumenmargarine gefertigt kaufen. Eine Kalorienbombe sind übrigens beide.

- Feigenmarmelade. Am besten solche, die mit Feigen aus der Provence in der Region gefertigt wurde. Ansonsten gibt es in Frankreich viele verschiedene leckere Konfitüresorten. Am bekanntesten sind wohl die von “Bonne Maman”.

- Hummus findet man in den Kühltheken der großen Supermarchés. Dazu eingelegte schwarze oder grüne Oliven, ein paar Kirschtomaten, Baguette und ein Gläschen Rotwein – und eine leckere Vorspeise ist perfekt!

- Viele Bioläden haben inzwischen  verschiedene “Ersatzkäse” auf Sojabasis in ihr Sortiment aufgenommen. Die bekanntesten Hersteller sind Biofun und Sojami.

- Veganes Eis, Sorbets und Desserts gibt es ebenfalls in vielen größeren Supermarchés wie auch im Bioladen.

- Frisches Obst und Gemüse nach Saison kauft man in Frankreich in deutlich besserer Qualität als in Deutschland am besten auf den Wochenmärkten ein. Jedoch auch die Supermärkte haben ein sehr gutes Angebot.

- Gekochte Hülsenfrüchte in der Dose gibt es in jedem Supermarkt. Besonders gern verwende ich gekochte Kichererbsen  und die kleinen Flageolets. Letztere gibt es nämlich bei uns kaum zu kaufen.

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Ich bin mir sicher, auch im kommenden Urlaub nicht verhungern zu müssen. Und freue mich darauf, viele neue vegane Produkte in Frankreich kennenzulernen. Denn auch in Frankreich gibt es von Jahr zu Jahr mehr Menschen, die sich entscheiden, vegetarisch oder vegan zu leben.

In diesem Sinn: Vive les vacances! Et vive la carotte!

Ihre Heike Kügler-Anger

 


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