Unwetter und Starkregen - Nichts gelernt aus der Flutkatastrophe in Sachsen 2013

Tatsächlich berichtete der Deutsche Wetterdienst am 26.05.2014 rechtzeitig mit einer Vorab-Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter und Starkregen. Mittlerweile meist etwas belächelt werden die Warnungen von den Einwohnern zur Kenntnis genommen. Als Betreiber des Facebook-Netzwerkes "Hochwasser Dresden" verfolge ich die entsprechenden Warnmeldungen, gebe sie gegebenenfalls im Netzwerk weiter und recherchiere bei Bedarf weitere Information und Hintergründe.
So auch am 27.05.2014. Die Meldungen der Niederschlagsmengen im westlichen Raum Deutschlands ließen aufhorchen und bewirkten ein größeres Interesse meinerseits. Erste Meldungen über Überschwemmungen in Freiberg (Sachsen) und einen Erdrutsch bzw. Schlammlawine in Meißen liefen über die Online-Portale. Spätestens an dieser Stelle setzen sich Mechanismen in Gang, welche wir bei der Hochwasserkatastrophe 2013 in unserem Netzwerk "gelernt" haben. Quellen prüfen, Informationen sammeln, auswählen welche Informationen gepostet werden ... unser Netzwerk funktioniert nach wie vor. Und das Wichtigste, Pegelstände kontrollieren und ggf. Warnmeldungen prüfen. Wobei wir beim Thema wären.
Erste Anlaufstelle ist u. a. das Landeshochwasserzentrum (LHWZ), welches auch bei der Landeshauptstadt Dresden für alle Bürger als Informationsquelle genannt wird. Dabei erhielt ich folgende Meldung:
"Achtung! Aufgrund von technischen Störungen können zzt. keine aktuellen Messwerte veröffentlicht werden. An der Behebung des Problems wird gearbeitet."

Screenshot Landeshochwasserzentrum, 27.05.2014, 16:00 Uhr

Screenshot Landeshochwasserzentrum (LHWZ), 27.05.2014, 16:00 Uhr


Das kam mir aus dem vergangenen Jahr sehr bekannt vor. Nur waren natürlich die Umstände im letzten Jahr deutlich andere als am 27.05.2014. Es könnte Zufall sein, dass gerade heute um diese Zeit ähnliche Störungen auftraten wie im letzten Jahr. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht daran.
Die weitere Recherche wurde den Nebenflüssen der Elbe im Stadtgebiet bzw. im Umland gewidmet. Aufgrund der bekannten Störung konnte man hier weitere Defizite bei den Pegelständen vorausahnen. Genauso stellte es sich auch dar. Beispielhaft sollen hier die Messpunkte Rote Weißeritz und Vereinigte Weißeritz dargestellt werden (abgerufen am 27.05.2014, 16:00 Uhr).

Screenshot Pegelstand Rote Weißeritz, 27.05.2014, 16:00 Uhr

Screenshot Pegelstand Rote Weißeritz, 27.05.2014, 16:00 Uhr


Dabei stellt man einen fehlenden Pegelstand zwischen dem 26.05.2014, 16:00 Uhr und dem 27.05.2014, 14:00 Uhr fest.

Screenshot Pegelstand Vereinigte Weißeritz, 27.05.2014, 16:00 Uhr

Screenshot Pegelstand Vereinigte Weißeritz, 27.05.2014, 16:00 Uhr


Auch hier kann man einen fehlenden Pegelstand zwischen dem 26.05.2014, 16 Uhr und dem 27.05.2014, 14:00 Uhr feststellen, zusätzlich gibt es keine Aufzeichnungen über die Durchflussmenge seit mindestens dem 21.05.2014.
Vorgenannte Feststellungen erlauben meinerseits nur ein Fazit. Die Verantwortlichen haben aus der Hochwasserkatastrophe 2013 nichts gelernt. Bekanntermaßen gab es damals bereits entsprechende Defizite in der Informationspolitik des Freistaates bzw. der Landeshauptstadt Dresden. Auch damals lag es u. a. an nicht erreichbaren Informationsseiten und fehlender Serverkapazität.
So kamen die sozialen Netzwerke als Informations- und Hilfsportale ins Spiel. Das Versprechen sie möglicherweise in die offizielle Informationspolitik einzubeziehen, verhallte seitens der offiziellen Stellen nach einigen Meetings mit den Betreibern im Nirgendwo. Auch Themenreihen wie beim Dresdner Blog flurfunk konnten daran offensichtlich nichts ändern.
Statt dessen werden Fluthelferorden verteilt und Pressemitteilungen über Millioneninvestitionen in den Hochwasserschutz für die nächsten 10 Jahre veröffentlicht. Dies wird den diesmal betroffenen Bürgern jetzt kaum helfen. Ein Zustand der für mich unerträglich ist, insbesondere deshalb, da bekanntermaßen noch lange nicht alle Schäden der Hochwasserkatastrophe 2013 beseitigt wurden sind. Aus diesem Grund werde ich die Entwicklung weiter beobachten und berichten.
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