Unterwegs in China

Von Maomao

Je nach Entfernung bieten sich die unterschiedlichen Möglichkeiten

  • Flugzeug
  • Zug
  • (Langstrecken-)Bus

Flugzeug

Die Entfernungen in China können recht groß sein. Zum Beispiel von Beijing nach Kunming in Yunnan, fliegt man ca. 3,5 Stunden. Je nachdem wie viel Zeit man für seine Reise hat, kann dann das Flugzeug für solche Strecken sehr hilfreich sein. Es gibt unterschiedliche Fluggesellschaften für Inlandsflüge (z.B. Air China oder Hainan Airines). Alternativ können längere Strecken auch über Nacht mit dem Zug zurückgelegt werden (s.u.).

Zug

Mit dem Zug kann man relativ bequem in China Reisen. Es werden verschiedene Klassen (Möglichkeiten) unterschieden:

Hard Seater (2. Kl. Sitz)

Der Hard Seater entspricht unserer 2. Klasse im Zug mit Sitzplätzen. Nicht an dem Namen Hard stören lassen. In der 2. Klasse befinden sich 2+3 Sitze nebeneinander, d.h. ein Platz mehr als bei uns. In den Hochgeschwindigkeitszügen sind die Sitze gut und bequem und lassen sich weiter als im ICE nach hinten stellen.

Diese Sitzklasse empfehle ich jedoch nur bei Hochgeschwindigkeitszügen und auf nicht bei Zügen durch die Nacht, da dies zu unbequem ist und die Wagen in den normalen Zügen sehr voll sind.

Soft Seater (1. Kl. Sitz)

Der Soft Seater entspricht der 1. Klasse. Es sind nahezu die gleichen Sitze mit Abstand, jedoch nur 2+2 Sitze nebeneinander. In den Hochgeschwindigkeitszügen ist aus meiner Sicht nicht viel Unterschied zwischen Soft und Hard Seater.

In den Hochgeschwindigkeitszügen gibt es noch VIP bzw. Business Seats. Diese Sitze entsprechen der Business Class beim Fliegen.

Hard Sleeper

Beim Hard Sleeper handelt es sich um Liegewagen mit Betten. Pro Abteil sind auf jeder Seite 3 Betten übereinander, wobei die Wand zum Gang fehlt und damit alles relativ offen ist (siehe Bild). Die Plätze unten sind am teuersten und oben am billigsten. Ich habe immer gerne ganz oben geschlafen. Man ist dann ungestörter, denn die Betten ganz unten dienen ansonsten als Sitzplätze für das Abteil. Oben konnte ich die Strecke durch liegen bleiben. Etwa um 6 Uhr morgens sind die Chinesen ganz aktiv im Zug mit Aufstehen, Waschen und Frühstücken. Man denkt, daß alle gleich im nächsten Bahnhof aussteigen. Aber die Mehrzahl steht einfach um diese Zeit wohl auf. Viele legen sich dann ab 8 Uhr oder später auch wieder hin und schlafen. Ich habe bis jetzt nicht verstanden, wieso sie um diese Zeit aufstehen. Ich bleibe immer liegen und versuche einfach weiter zu schlafen. Frühstücke dann, wenn ich nicht mehr schlafen möchte.

Auf jeden Fall eine bequeme Art zu reisen und man bekommt guten Kontakt zu den Chinesen (die dann doch neugierig sind, wer die Langnase ist).

Soft Sleeper

Soft Sleeper sind Schlafwagen mit 4 Betten pro Abteil. Das Abteil ist geschlossen mit einer Türe, die man von innen verriegeln kann. Es ist sehr bequem und natürlich ruhiger im Vergleich zum Hard Sleeper.

Der Soft Sleeper ist unsere bevorzugte Variante bei Fahrten durch die Nacht.


Hard Sleeper
Soft Sleeper

Zugtypen

C, D, G Hochgeschwindigkeitszüge

(Auch Nachtzüge mit Soft Sleeper)

Z Hochwertige Nachtzüge mit Sleeper

T Schnellzüge (Express)

( je nachdem mit Hard/Soft Seater und Sleeper)

K Schnellzüge
( je nachdem mit Hard/Soft Seater und Sleeper)

ohne Kat. langsame Züge in die Provinzen


Zug in Beijing – An der Tür die Zugbegleiterin

Besonderheiten in China
  • Tickets können max. 10 Tage vor der Fahrt gekauft werden.
  • Die Tickets haben immer automatisch eine Reservierung.
  • Die Tickets sind personenbezogen (man muss beim Kauf den Reisepaß vorzeigen und die Nummer des Reisepasses ist auf dem Ticket. Das ist eine Maßnahme gegen den früheren Schwarzhandel mit Tickets, da dann die Züge fast immer ausverkauft waren und man teure Tickets bei den Schwarzhändlern kaufen musste).
  • Je nach Verbindung sind Züge schnell ausverkauft oder die gewünschte Kategorie ist nicht mehr Verfügbar.
  • Es soll jetzt möglich sein, am Startbahnhof gleich eine Fahrkarte zu einem weiteren Ziel gegen Gebühr zu kaufen (war früher nicht möglich; z.B. man wollte von Beijing nach Qingdao und dann von Qingdao nach Shanghai, dann konnte man die andere Fahrkarte erst in Qingdao kaufen und wenn man Pech hatte, waren die Züge bereits ausgebucht und man musste übernachten und erst später weiterfahren).
  • Rechtzeitig am Bahnhof sein, um genügend Zeit zu haben, sich orientieren zu können (evtl, nach dem Kauf der Tickets sich schon einmal den Bahnhof ansehen)
  • Wie beim Flugzeug gibt es für die Züge ein Boarding und erst dann kann man auf den Bahnsteig und in den Zug einsteigen.
  • In jedem Wagen gibt es heißes Wasser (Kostenlos). Die Chinesen machen sich so ihren Tee oder nehmen das Wasser zum Zubereiten der Nudelsuppe.
  • Pro Wagen gibt es einen Zugbegleiter.
  • Bei Nachtzügen mit Sleeper sammelt der Zugbegleiter die Fahrkarte ein und man erhält dafür eine andere Karte. Der Sinn dahinter: Der Zugbegleiter weiss, wer wann wo aussteigen muss. Falls man in der Nacht oder sehr früh unterwegs aussteigen muss, wird man rechtzeitig vom Zugbegleiter geweckt.
  • Die Fahrkarte muss man Verlassen des Bahnhofs nochmals vorgezeigt werden.
  • Wichtig für Beijing, da Beijing drei Bahnhöfe hat:
    • “Hauptbahnhof” Beijing: Auf der Fahrkarte steht nur Beijing (U-Bahn-Linie 2)
    • Beijing West: Auf der Fahrkarte steht Beijing Xi (kein U-Bahn- Anschluss)
    • Beijing Süd: Auf der Fahrkarte steht Beijing Nan (U-Bahn-Linie 4)


Beijing Railway Station
Beijing West – Beijing Xi

Zugticket

Linkes Ticket:

  • Zug endet in Beijing Xi (West)
  • ZugNr: D2014
  • Reservierung: Wagen 8 Platz 8 (steht oberhalb von Beijing)

Rechtes Ticket:

  • Zug beginnt in Beijing (Hauptbahnhof)
  • Zug ohne Kategorie: 2603
  • Reservierung: Wagen 7 Platz 5 (steht unterhalb von Datong)
Anzeigetafel im Bahnhof

Die Anzeigetafeln im Bahnhof sind in chinesischer Schrift, aber die wichtigsten Informationen kann man trotzdem sehen:

  • Zug-Nummer
  • Abfahrtszeit
  • Nummer Wartesaal oder Ausgang

Bus / Langstreckenbus

Über kürzere und längere Strecken verkehren auch Busse. Aus meiner Sicht ist es jedoch sehr empfehlenswert hierzu chinesisch sprechen zu können.

Die Busse reichen von Minibussen (ca. 9 Sitze) über Reisebusse wie wir sie hier kennen bis hin zu Reisebussen mit eingebauten Betten (Liegebus).

Der Abfahrtsort und -Zeit ist in der Regel festgelegt. Ungewiss ist die Route, die Anzahl der Stopps und die Ankunftszeit (eine ungefähre bekommt man beim Nachfragen). Der Bus hält öfters unterwegs zum Ein- und Aussteigen (auch der Langstreckenbus), nimmt noch Pakete und sonstige Fracht mit (wieder Stopps zum Ein- und Ausladen), macht aber auf einer längeren Strecke auch genügend Pausen an Raststätten oder ähnlichem. Je nach Start oder Ziel kann es auch sein, daß man auf der Autobahn am Standstreifen wartet oder aussteigt. Organisation ist jedoch alles, falls man eine Abholung benötigt. An der Autobahn wartet dann ein Fahrer und bringt einem zum Ziel.

Es ist alles etwas abenteuerlich und improvisiert dann. Man kann das sehen wir man möchte, aber noch etwas negatives dazu ist die hohe Quote von Busunfällen (ich meine damit nicht die Busse in der Stadt).

Meine Erfahrungen zu einer Busfahrt habe ich in meinem Artikel Mit dem Liegebus zurück nach Beijing beschrieben.

Meine persönliche Empfehlung

  1. Wer schnell über eine weite Strecke an sein Ziel kommen möchte und wenig Zeit hat, wählt am Besten das Flugzeug.
  2. Wer Zeit hat, eine größere Entfernung zurücklegen möchte und eine Übernachtung im Hotel sparen möchte, nimmt eine Zugverbindung über Nacht. Ich bevorzuge dabei den Soft Sleeper, nehme aber auch den Hard Sleeper, falls der Soft Sleeper schon ausverkauft ist.
  3. Wer tagsüber Reisen möchte, nimmt am besten einen Hochgeschwindigkeitszug (falls auf der Verbindung verfügbar). Hier kann man durchaus den preiswerteren Hard Seater nehmen.
  4. Einen Langstreckenbus nur falls eine Zugverbindung nicht verfügbar ist und man dringend zu seinem Ziel kommen möchte.