Unser Städtetrip nach Brüssel mit Abstecher nach Waterloo

Klar der November ist keine besonders gute Reisezeit für Sightseeing. Dennoch ist der Vorteil: in Brüssel setzt bereits die vorweihnachtliche Stimmung ein und gerade am Abend kommen viele festlich beleuchtete Gebäude gut zur Geltung und der Andrang ist nicht ganz so schlimm wie im Sommer. Die Touristen Highlights sind natürlich das Atomium, der große Markt, der pinkelnde Junge und auf kulinarischer Seite: belgische Pommes, Waffeln, Schokolade und die besonderen Biere. Ach ja, die EU hat natürlich auch noch das eine oder andere Gebäude in Brüssel rumstehen. Hotel ist weggefallen, weil wir bei Freunden untergekommen sind. Aber jetzt mal der Reihe nach:..

Die Reiseziele im Überblick

Tag 1: Zentrum, Waffeln, Pommes und Pisse

Der erste Gang ins Zentrum war am Freitag Abend direkt nach der Ankunft. Da es schon dunkel wurde sind die Fotos entsprechend nicht so dolle geworden, aber man kriegt einen Eindruck. Nach einer kurzen Busfahrt haben wir unseren Rundgang am Europäische Parlament begonnen. In Brüssel gibt es ein ganzes Büroviertel mit EU-Institutionen, Cafes und Restaurants. Am Wochenende ist es hier wie ausgestorben. Unter der Woche soll hier aber der Bär steppen, denn dann treffen sich nach Feierabend viele Studenten, Praktikanten und Angestellte zum Feierabendbier.

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Zu Fuß ging es weiter, vorbei am Königlichen Palast von Brüssel. In der ganzen Stadt gibt es ziemlich viele alte, monumentale Gebäude mit großen, gepflasterten Flächen davor. Ziemlich imposant, im schmuddeligen Novemberwetter aber auch nicht sonderlich anziehend.

Weiter über den Königsplatz hinweg, kommt man in ein Museen und Kunstviertel. Hier gibt es auch ein spezielles Museum für Musikinstrumente. Die Architektur und Beleuchtung ist sehr schön und wirkt in der Dämmerung heimelig, weihnachtlich. Durch die Hanglage ergibt sich hier ein super Ausblick. Somit trifft man hier auch auf viele Pärchen mit Selfiesticks ;-)

Weiter geht es durch den „Garten der Künste" (Mont des Arts Garden) in Richtung Großer Markt. Dem absoluten Highlight der Brüsseler Altstadt. Der Platz ist logischerweise voll von Touristen, insbesondere Japaner, Chinesen und Amerikaner. Hier sollte man etwas auf Taschendiebe aufpassen (wurde uns gesagt). Die grandiose Beleuchtung ist am Abend super schön und man kommt sich vor wie auf einem Weihnachtsmarkt. Das größte Gebäude ist das Rathaus von Brüssel.

Der Story nach hat sich der damals verantwortliche Architekt nach dem Bau aus Scham umgebracht. Er hatte übersehen, dass die Anzahl der Fensterbögen links und rechts des Mittelturmes ungleich verteilt ist. Mir wäre es ohne den Hinweis jedenfalls nicht aufgefallen :-)

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Mittlerweile war ein wenig Hunger da und es wurde Zeit für die obligatorische „Belgische Waffel". Diese Spezialität wird mit verschiedenen Toppings gereicht und sie wird in der Altstadt bei viele Bäckereien und Geschäften verkauft. Trotz November oder vielleicht wegen der kalten Jahreszeit waren die Warteschlangen allerdings nicht von schlechten Eltern. Je nach Auswahl zahlt man ungefähr 1€ bis 4€. Die überall gebräuchlichen Plastikschalen sind zwar praktisch aber vom Umweltaspekt kein Gewinn.

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Ein weiteres „Highlight" in Brüssel ist der pinkelnde Junge ( Manneken Pis). Man begegnet ihm bereits auf dem Weg überall in Brüssel, insbesondere in Souvenirshops und Schaufenstern. Ich persönlich finde den Hype darum ziemlich daneben, denn steht man in der Realität dann davor ist die Brunnenfigur vielleicht gerademal 30cm groß.

Damit war die Altstadt abgegrast und wir haben noch ein Fragment der alten Stadtmauer besichtigt. Auf dem Weg wurden am Place du Grand Sablon einige Advents-Einkäufe getätigt. Dieses Viertel nenne ich das Schokoladenviertel, denn hier sitzen die ganzen hochpreisigen Konfiserien und Schokoladenboutiqen. Im Schaufenster durften wir dann auch einen Orang Utan komplett aus Schokoladen bewundern.

Auf dem Rückweg ging es noch am Justizpalast vorbei. Auch hier gibt es eine gute Aussicht über die weniger prunkvollen Viertel von Brüssel, neben Anderlecht auch das mittlerweile durch die Terroranschläge berüchtigte Molenbeek. Zwar sieht man an Bahnhöfen hier und da noch schwer bewaffneten Soldaten patrouillieren, aber das Sicherheitsgefühl war zumindest bei uns jetzt nicht so, dass wir uns unwohl gefühlt haben. Da die Waffeln mittlerweile verdaut waren, konnten nun die belgischen Pommes mit großer Soßenauswahl nachgeschoben werden. Diese Pommes kauft man bei mobilen oder festen Straßenständen, auch hier kann es zu Wartezeiten kommen. Hier gibt es eine total gute Regelung: Viele umliegende Bars erlauben den Verzehr der Pommes, wenn man etwas trinkt. So kann man das gut mit den vielen speziellen Bieren kombinieren. Neben Fruchtbieren (auch Lambic genannt) gibt es auch etliche Starkbiere. Meine Favoriten waren an diesem Abend: Lindemans Faro und PECHERESSE. Letzteres geht aber auch wohl schon als Limo bei uns durch... Also Pommes und Bier(e) haben wir dann in der eher uhriegen, rockigeren Bar Le Pantin am Place Eugene genossen, bevor es dann heimwärts ging.

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Tag 2: Atomium, Messegelände, Autoworld

Am zweiten Tag wollten wir das Auto nutzen um zum etwas am Stadtrande gelegenen Atomium zu fahren. Diese Idee stellte sich schnell als weniger gut heraus, denn der Autoverkehr in Brüssel ist eine ziemliche Katastrophe, die zur Zeit noch von etlichen Baustellen verschärft wurde. Zwar gibt es ein umfangreiches Netzwerk an Straßentunnel und die Hauptverkehrsströme verlaufen unterirdisch, aber dennoch steht man vergleichsweise lange im Stau und arbeitet sich von Ampelkreuzung zu Ampelkreuzung vor. Ich bin als Frankfurter nicht gerade empfindlich aber der Fahrstil der Belgier in Brüssel kommt schon sehr nahe an Städte wie Barcelona, Rom oder Valencia dran. Da muss man schon hellwach sein. Das Atomium ist sowas wie der Brüsseler Eifelturm und zeigte sich frisch geputzt, glänzend. Auf den Aufstieg haben wir allerdings verzichtet, dafür waren uns die Preise zu happig und die Warteschlange zu lang.

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Nach dem Atomium waren wir Mittagessen und haben noch einen kurzen Abstecher ins Planetarium gemacht, da habe ich leider keine Bilder gemacht. Am Nachmittag stand dann noch die auf dem Programm, eine in unserem Fall wetter technisch gute Ergänzung. Hier gibt es Wechselausstellungen mit Oldtimern und Autos aus verschiedenen Epochen. Gleich nebenan empfiehlt sich auch noch das belgische Militärmuseum mit freiem Eintritt. Auch haben die Belgier eine Art eigenes „Brandenburger Tor" den Triumphbogen.

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Tag 3: Waterloo Schlachtfeld, Carrefour, Lüttich

La Butte du Lion

Der Abstecher nach Waterloo, etwa 25 KM südlich von Brüssel erwies sich als Glücksgriff. Bisher hatte ich mich kaum für die Zeit der französischen Revolution und Napoleons interessiert, aber das Besucherzentrum am „Löwenhügel", auf dem historischen Schlachtfeld war total gut gemacht und medial auf höchstem Niveau. Nachdem man die 17€ Eintritt geschluckt hatte...konnte man neben vielen Exponaten direkt an der Schlacht teilnehmen, im 4D-Kino. Später wurde noch der Löwenberg über eine ewig lange Treppe erklommen. Von dort hat man einen sehr guten Rundum-Blick über das ehemalige Schlachtfeld. Der künstliche Hügel wurde übrigens schon im 18. Jhd. als Erinnerung an die Schlacht aufgeschüttet. Im Anschluss war die Heimfahrt nach Deutschland angesagt und unterwegs stoppten wir noch bei Carrefour um ein paar der gekosteten belgischen Biere mitzunehmen. Die letzte Zwischenstation auf der Rückreise sollte Lüttich sein.

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Lüttich

In Lüttich haben wir relativ spät Mittag gegessen und sind nur noch kurz eine Runde um den Block gelaufen, da wir schon ziemlich platt waren. Auch hier trotzt die Altstadt von historischen Monumentalbauten. Weil neben dem Parkhaus liegend, sind wir am Ende in der Saint-Denis Kathedrale gelandet. Die Kirche ist ein Paradebeispiel für eine dunkle, fast schon gruselige katholische Kirche, komplett mit spooky Heiligenfigur im Kreuzgang. Die Rückfahrt verlief dann ruhig und nur um Köln gab es mal ein wenig Stau. Was aufgefallen ist: Die Belgier beleuchten ihre Autobahnen nicht mehr wie früher. Die ganzen Laternen sind zwar noch vorhanden, aber werden in der Dunkelheit nicht mehr angeschaltet. Wahrscheinlich eine sinnvolle Energieeinsparungsmaßnahme.

Mein Fazit:

Belgien ist eines dieser weniger beachteten Länder, die dennoch einiges zu bieten haben. Vom Wetter kann man im November natürlich nicht viel erwarten, aber gerade diese schon etwas vorweihnachtliche Stimmung macht einen Besuch in Brüssel zum Erlebnis. Als Knaller hat sich für mich das Besucherzenturm in Waterloo rausgestellt. Hier wird echt beeindruckend und spannend die letzte große Schlacht von Napoleon aufbereitet. Das Atomium und Manneken Pis hingegen sind „ nice to see " aber haben mich jetzt weniger beeindruckt als gedacht. Ein Muss sind aber: Fritten, belgisches Bier und (insbesondere bei Kälte) Waffeln :-)

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