Unser Leben ohne Staubsauger

Von Mareike W

Obwohl ich nun schon einige Wochen nichts mehr über unseren Weg zum Minimalismus geschrieben habe, heißt das nicht, dass wir nicht trotzdem weiter unser Leben danach ausrichten. Es sind nur viel kleinere Schritte, die man vielleicht nicht immer so zusammenfassen kann, da sie beiläufig erfolgen.

In den letzten Wochen hat sich aber eine Wandlung ergeben, die zwar so nicht beabsichtigt war, aber über die ich mich natürlich besonders freue und nun kurz darüber berichten möchte. Wir haben nämlich unseren Staubsauger abgeschafft!

Der Staubsauger war mir seit einigen Monaten ein Dorn im Auge, weil er:

  • Extrem laut war
  • Ich aufgrund der Lautstärke nur saugen konnte, wenn Nepomuk nicht in der Wohnung war
  • Damit unser Wochenende schon mal beeinflusst war, weil der Mann immer mit dem Kleinen rausgehen musste
  • Der Staubsauger nicht mehr richtig saugte
  • Furchtbar stank, obwohl wir den Beutel regelmäßig wechselten
  • Viel Platz wegnahm

Zudem dauerte das Putzen unserer 66 qm Wohnung immer ewig, wenn ich mit dem Ding erst saugte und dann alles nochmal wischen musste.

Die Wischtechnik machts

Vor gut vier Wochen, als mein Freund Urlaub hatte und ich wieder genervt war, von unserer dreckigen Wohnung, putzten wir beide die Wohnung und er wischte das Wohnzimmer – ohne vorher gesaugt zu haben. Ich dachte erst: Oje, das wird ja nie sauber. Als es allerdings trocknete, fand ich keinen Krümmel und der Boden war plitzeplank.

Mein Freund, die Effizienzmaschine, hat mir dann erzählt, dass er immer so gewischt hat und eigentlich nie einen Staubsauger benutzte, weil das seiner Meinung nach ein komplett überflüssiges Teil sei. Als ich ihn bat, mir zu zeigen, wie das Wischwasser trotzdem sauber bleiben und er damit die ganzen Zimmer wischen konnte, verriet er mir einen Trick:

  • Er tauschte den dreckigen Wischlappen nicht in den Wischeimer, sondern spülte ihn im Waschbecken aus und strich die Flusen und Krümmel aus dem Wischlappen.
  • Danach tauchte er den sauberen Wischlappen in das Wischwasser und wischte so den Boden Stück für Stück
  • So konnte er das Wohnzimmer reinigen – ohne Staubsauger und ohne viel Zeit zu investieren

Ich habe ehrlich gesagt, noch niemanden gesehen, der so wischt und war eher skeptisch. Als ich es im Schlafzimmer ausprobiert habe, funktionierte es und ich beschloss ab da die Wohnung nach “seiner Methode” zu wischen.

Das Leben ohne Staubsauger

So blöd es klingt, aber dank der neuen Wischtechnik ist unsere Wohnung jetzt viel sauberer. Wenn ich Lust und Zeit habe, kann ich schnell ein Zimmer wischen, wenn Nepomuk seinen Mittagsschlaf hält oder wie letzten Samstag, als ich nachts alleine war und ab 5 Uhr morgens nicht mehr schlafen konnte.

Es geht so schnell und ist so simpel, dass ich die Wohnung eigentlich immer putzen kann, ohne auf Nepomuks Abwesenheit angewiesen zu sein.

Den Staubsauger habe ich seitdem nie wieder angefasst. Wenn es doch mal Krümmel gibt oder Nepomuk seine Schalen mit Linsen, Hirse oder Reis nicht zum Anfassen nutzt, sondern zum Ausschütten, kehre ich alles mit dem Handfeger auf. Nepomuk ist ganz fasziniert vom Handfeger und schaut immer ganz gebannt darauf, wie ich alles zusammenkehre. Danach gebe ich ihm den Feger und die kleine Schaufel und er begutachtet beides sehr ausgiebig. Kein Vergleich zum Weinen und Schreien, wenn der Staubsauger angeht.

Selbst wenn er im Wohnzimmer beschäftigt und in sein Spiel vertieft ist, habe ich schon die Küche und das Schlafzimmer gewischt.

In einem Buch über das Montessori Konzept habe ich zudem schon vor einigen Monaten gelesen, dass es für die Kinder vom Verstehen besser ist, wenn sie die Bewegungen eines Besens sehen, als wenn immer der Staubsauger genutzt wird. Den Staubsauger können sie noch nicht verstehen, weil viele Abläufe für sie nicht ersichtlich sind. Mittlerweile habe ich auch eine feste “Kehrtechnik”, die ich immer wieder verwende und deren Züge Nepomuk jetzt immer sieht. Im April haben wir ihm auf dem Flohmarkt einen kleinen Handfeger und eine Kehrschaufel gekauft. Immer wenn er zu stürmig wird, wenn er mich kehren sieht, gebe ich sie ihm. In den letzten Wochen habe ich bemerkt, dass beides jetzt mehr Beachtung bei ihm findet und er es von einem Zimmer ins nächste schleppt. Ich selbst freue mich sehr über solche “Entwicklungen”, auch wenn sie andere Mütter vielleicht für nebensächlich halten, weil für sie nur krabbeln, freies stehen und freies gehen wahre Entwicklungsschritte sind.

No Need for Staubsauger

Um nun wieder zu unserem eigentlichen Thema zu kommen: Dem Staubsauger. Ich vermisse ihn absolut nicht und habe ihn gestern zusammen mit der Wickelunterlage, einem Toaster und dem Reisesterilisator in den Keller verbannt und von dort wird er sicher den Weg zum Wertstoffhof oder zu meinen Eltern antreten, die ihn sicher gut gebrauchen können, bei ihrer Anzahl Teppiche.

Wir selbst haben den einzigen Teppich, der im Wohnzimmer lag, vor einigen Wochen beim Wertstoffhof entsorgt und da wir nur Linleum, Laminat und im Bad Fliesen haben, ist das Wischen absolut perfekt.

Hach, ich freu mich so, dass diese Stinkemonster jetzt im Keller ist und wir unsere Jacken jetzt mal auslüften lassen können.

Verwendet ihr noch Staubsauger oder habt ihr die Dinger auch in den Keller verbannt oder sogar gespendet?

Habt noch einen super Start in die Woche!

Eure

Mareike