“Under The Dome” Serienstart

Under The Dome

Die Stärksten Serienformate werden uns in Form von gesellschaftlichen Studien präsentiert. Interessiert uns bei „The Walking Dead“ wirklich, wie die Zombies entstanden sind? Oder wie sie langsam aber sicher die gesamte Weltbevölkerung verschlingen? Oder aber werden wir nicht weitaus mehr vor die Fernsehbildschirme gefesselt, weil dort eine Gruppe von Menschen, eine postapokalyptische Peer Group, nicht nur ums Überleben kämpft, sondern auch um ein gemeinsames Miteinander. Wer wird zum Anführer in Zeiten der Not erkoren? „This isn’t a democracy anymore“ heißt es in einer Folge, in der deutlich wird, dass sämtliche uns bekannten Alltagsregeln über Bord geworfen werden müssen.

Dasselbe gilt für eine andere Erfolgsserie. „Lost“. Auch Schöpfer J. J. Abrams verstand es in seinem Inselabenteuer immer wieder, die Gruppenaktivitäten in den Fokus zu holen. Erst das Leben miteinander, dann gegeneinander, sobald ‚die Anderen‘ auftauchen. Die Insel geriet da immer wieder in den Hintergrund, konnte sich allenfalls durch plötzlich auftauchende Polarbären oder gigantische Rauchwolken-Monster etwas Aufmerksamkeit verschaffen. Fernab dieser phantastischen Elemente erscheinen die auf dieser mysteriösen Insel notgelandeten Menschen wie die kleinen Jungs aus William Goldings 1954er Roman „Lord of the Flies“. Hier strandet eine Meute von britischen Kindern auf einer unbewohnten Insel. Man versucht sich selbst zu regulieren, ein staatsähnliches System im Kleinen aufzubauen und scheitert desaströs.

Ähnlich stark könnte nun „Under the Dome“ werden. Und bereits die nun auf dem US-Sender CBS ausgestrahlte Pilotfolge verspricht in eben eine solche Richtung zu gehen. Irgendwo zwischen der Wisteria Lane der „Desperate Housewives“ und der Abgeschiedenheit von „Lost“ spielt sich die serielle Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King ab. Dieser hat gemeinsam mit Brian K. Vaughan (Drehbuchautor bei „Lost“) auch gleich die entsprechenden Drehbücher verfasst und somit eine getreue Umsetzung, im Sinne des Autors, abgeliefert.

Und bereits das erste Bild wirkt symptomatisch für die Serie. Ein kleines, gerade in diesem Moment schlüpfendes Vogelkind erkämpft sich den schwerlich anstrengenden Weg durch die Eierschale. Es will leben, es will in die Freiheit. Dabei fängt die Kamera das Ei nur in der oberen Hälfte ein. Es erscheint wie eine Kuppel über dem Kopf des Vogeljungen. Nur kurze Zeit später finden wir uns in einem Diner wieder, wo fleissig Kaffee ausgeschenkt wird. Immer wieder lernen wir verschiedenste Personen kennen. Es ist eine gut bevölkerte Kleinstadt. Der Zuschauer wird schon bald das Gefühl bekommen, dass jeder einzelnde Bewohner hier eine Rolle spielen wird. Aber das eigentliche Augenmerk fällt wieder auf ein halbrundes Objekt. Die Kuppel im Kleinen. Eine Abdeckhaube schützt den ausgestellten Kuchen vor der Außenwelt. Überall findet man diese vorausahnenden Bilder. Die Kuppel, die gefangen hält und aus der man ausbrechen möchte. Aber auch die Kuppel, die vor der Außenwelt schützt und somit die Chance bietet alles besser zu machen. Zwei Motive mit denen die Serie hoffentlich spielen wird. Im Piloten geht es erst einmal um die Grundproblematik und um die Einführung von Figuren.

Diese Figuren purzeln anfangs nur so ins Bild. Hier ein Bürgermeister ohne Gegenkandidat, dort ein Liebespärchen dessen Entwicklung bereits in der ersten Folge Stoff für eine ganze Staffel bietet. Eine Journalistin die auf einen Skandal aufmerksam wird, Kinder die zu Boden fallen und etwas von herunter fallenden Sternen brabbeln. Und der Held der Geschichte wird eingangs mit einer Schaufel in der Hand gezeigt, gerade dabei eine Leiche zu vergraben. Und eine eben solche hat offenbar jede Figur in „Under the Dome“ im Keller versteckt. Es wäre ein einfaches die „Lost“-Formel anzuwenden und in Rückblenden zu ergründen, was diese Menschen bewegt.

In einer solchen Serie entwickeln sich irgendwann immer heimliche Helden, ob nun gut oder böse, die Zuschauer interessieren sich dann auf einmal mehr für den einen als für den anderen. In „Under the Dome“ ist das schwer auszumachen. Alexander Koch spielt einen verliebten Teenager, hat Sex mit seinem Schwarm. Sein weiblicher Gegenpart begegnet ihm aber recht kühl, gerade wenn es um die drei gefährlichen Worte ‚Ich liebe dich‘ geht. Daraus entwickelt die Serie einen schnellen Wechsel in Kochs Figur, die in den verbleibenden Minuten schon manisch-gefährliche Züge annimmt. Dean Norris spielt seinen Vater, vertuscht bereits jetzt seine eigenen Skandale, hat aber Potential zu einer Figur wie John Locke in „Lost“ zu werden. Denn auch in „Under the Dome“ wandeln alle zwischen Gut und Böse. Die Kuppel, die schon bald die Stadt überziehen wird, eint die Gemeinde – zumindest oberflächlich, im Bestreben dieses Mysterium zu lösen. Es kann nicht lange dauern bis die ersten Stimmen aufkommen, die diese Gefangenschaft als ein göttliches Symbol deuten, als eine Chance unabhängig von der Außenwelt ein kleines Paradies zu erschaffen.

Die Kuppel bleibt ein eben solches Geheimnis. Man weiß nicht woher dieses Ding kommt, dass eine ganze Stadt unter sich begräbt. Es beginnt mit einem Sturm, ein Erdbeben, ein Grollen. Panik macht sich breit. Unwissen und Unsicherheit steht den Menschen ins Gesicht geschrieben. Und dann rutscht auch schon eine blutig-halbierte Kuh an der unsichtbaren Trennwand herunter. Ungläublige Blicke betrachten das Schauspiel. Nur wenige Sekunden später explodiert ein Flugzeug an dieser Wand, die sich dementsprechend auch hoch in die Lüfte erstreckt. Der abgetrennte Fuß des Flugzeugpiloten landet indes vor der Kameralinse. Die Kuppel durchtrennt alles. Ob Autos, Häuser, Tiere oder Menschen. Eine Frau läuft nur noch mit einem Stümmel von einem Arm herum. Und aus irgendeinem Grund explodiert in der Nähe der unsichtbaren Barriere auch schon mal ein Herzschrittmacher, der sich noch im Körper seines Besitzers befindet. Nichts für schwache Nerven, nichts für Menschen die kein Blut sehen können. Denn damit trumpft zumindest die Pilotepisode von „Under the Dome“ schon recht stark auf.

Man darf Großes von dieser Serie erwarten, die sich viel mehr wie Stephen King anfühlt, als so manche Kinoadaption die sich der Hollywood-Maschinierie unterwerfen musste, die aus zahlreichen spannenden Thrillern eher harmlose Leinwandmärchen gemacht hat. Im Boot – oder mit unter der Kuppel – sitzt übrigens auch Steven Spielberg, der sich als ausführender Produzent offenbar auch für die Qualität der Serie begeistern konnte.

Die Pilotfolge von „Under the Dome“ lief am 24. Juni 2013 auf dem US-Sender CBS. Derzeit ist für eine deutsche Ausstrahlung nur bekannt, dass sich ProSieben bereits die Rechte gesichert hat und bereits im kommenden Sommer plant, auch die deutschen Fernsehzuschauer unter die Kuppel zu schicken.


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