… und andere schweinereien

Von Lesterschweine

liebe hanna,

wir haben etwas neues eingeführt, H.-P. und ich. abends kochen die kinder.
nachdem H.-P.s große ja de facto schon ausgezogen ist sind wir jetzt 5. das heißt unter der woche hat jede und jeder von uns einen fixen abend und kümmert sich ums essen. inklusive einkauf und abwasch. feine sache das, wenn auch reichlich weit weg von vegan. vegetarisch, das schon, aber dass uns unsere kinder vegan bekochen können wir vergessen, die zeigen uns was das betrifft dezent den verbalen stinkefinger.

aber man hat ja schließlich einen erziehungsauftrag und die lieben kleinen sollen auch mal mitkriegen wie das ist, wenn die anderen zum mühsam fabrizierten werk “wäh” sagen und man hinterher auch noch die küche putzen kann. blöderweise scheinen die kids einen geheimen packt geschlossen zu haben. anstandslos essen sie wechselseitig die diversen nudel- und kartoffelgerichte. aber wenn H.-P. sich hinstellt und pizza (!) macht und auch noch alle erdenklichen auflagen von schwammerl über pfefferoni und frische tomaten bis rucola kauft, dann sagen die kinder, einig wie selten, “wäh, keine lust auf pizza, wenn überhaupt, dann eine margarita ohne alles.”

gut, das war jetzt alles weit weg von vegan, aber achtung, hier kommt die überleitung, zwar nicht ganz so elegant wie deine, aber immerhin.

wenn H.-P. etwas nicht leiden kann, dann kinder die übers essen, motzen. das einzige was er noch weniger leiden kann, sind kinder die über sein essen motzen. nachdem er also grummel, schimpf, blöde g’fraster, die pizza gebaut hat, kam die bitte an mich, irgendwas aus den übrigen verschmähten zutaten zu machen. voila – vegane resteverwertung at its best. quasi der grenadiermarsch unter den kohlehydrat-armen pflanzen und so gesehen die antwort auf deine letzten beiden blogposts :-)

sautierte champignons mit rucola und tomaten

200g champignons
2 tomaten
1 hand voll rucola
balsamico
1 zehen knoblauch
salz
olivenöl

die champignons feinblättrig schneiden und in wenig olivenöl sautieren, sprich bei hoher hitze g’scheit anbraten. den fein geschnittenen knoblauch dazugeben, kurz mitbraten und mit balsamico ablöschen. das ganze in eine schüssel, dazu die klein geschnittenen champignons und salzen. zum schluß den rucola dazumischen, ev. nochmal olivenöl drüber. geht urschnell und ist echt lecker.

das war heut vor allem deshalb so ein super mittagessen, weil ich eigentlich ganz einen anderen plan hatte, nämlich veganes schokoladensouffle. das exakte gegenteil also von low-carb. du erinnerst dich sicher an den fürchterlichen fondant au chocolat, den wir zu unserem blog-geburtstag gebacken haben. das hätte ja auch so ein souffle werden sollen. aber in diesem fall macht es offenbar keinen sinn zu veganisieren, sondern man muss das quasi von der veganen seite angehen. ich will heiße schokolade mit etwas fett und zucker, zusammengehalten durch ein bissel mehl. und aufgehen soll das ganz auch, also natron dazu. das heißt konkret:

schokoladensouffle

75 g schokolade (mindestens 70%, eine gute!)
1 el fett (alsan, kokosöl, pflanzenöl…)
100 ml mandelmilch
2 el brauner zucker
2-3 el mehl
1/2 tl natron

die schokolade mit dem fett schmelzen, die übrigen zutaten in der reihenfolge oben einrühren, das ganze in förmchen oder tassen füllen und bei 170 grad maximal 20 minuten backen.

nicht schlecht, herr specht, sag ich dir. dazu gab’s diesmal statt der b’soffenen zwetschke (die pack ich nicht um drei am nachmittag) den all time favorit zu allen schokogerichten – marillenmarmelade von der donaugärtnerin.

inspriert war das ganze übrigens von J.& R., die wir von der parcadamy kennen. von denen wurden H.-P. und ich kürzlich aufs feinste bekocht, unter anderem eben mit schokoladensouffle. anders denken, anders kochen ;-)

alles liebe, dein lesterschwein