Umfrage unter Muslimen: Integrationsbemühen scheinen wohl umsonst

Studie entlarvt tatsächliche Gründe für mangelnde Eingliederung

Lange kursierten nur Vermutungen, jetzt ist durch eine Studie mit knallharten Fakten belegt: Was die „Welt“ als „bedenklich“ einstuft (http://www.welt.de/politik/deutschland/article108659406/Tuerkische-Migranten-hoffen-auf-muslimische-Mehrheit.html), ist in Wahrheit ein Skandal erster Klasse – und dürfte so manch verschlafenen Mitbürger aus den Träumen einer friedliebenden multikulturellen Gesellschaft aufschrecken. Denn wenn innerhalb von zwei Jahren 13 Prozent mehr Muslime in Deutschland den Wunsch äußern, dass hier in Zukunft möglichst mehr Menschen der eigenen Religion als Christen leben, wenn 25 Prozent der befragten Muslime Personen ohne Glauben als minderwertig ablehnen und über die Hälfte der Studienteilnehmer die Forderung nach noch mehr Moscheen in der Bundesrepublik unterstützt, darf das nicht nur einen Aufschrei hervorrufen, sondern muss zu klaren Konsequenzen führen.

Der Leiter der Studie selbst zeigt sich teils erschüttert über die Ergebnisse: Die meisten Türken schätzten ihre Heimat am Bosporus lebenswerter und attraktiver ein als die Bundesrepublik – und blieben nur in Deutschland, weil das soziale Sicherungssystem ihnen Halt gebe. Während sich also türkischstämmige Bürger einerseits über fehlende „Toleranz“ in Deutschland empören, wird offenkundig das Netz aus Sozialversicherung gern ausgenutzt, um es sich gut gehen zu lassen – so interpretieren zumindest viele Beobachter die Studienwerte, die auch andernorts an Dramatik nicht sparen: Besonders die jüngste Generation steht Juden feinselig gegenüber – gerade sie sind es auch, unter denen die Strenggläubigkeit eklatant zugenommen hat und einen Großteil der nochmals größerer gewordenen Anzahl an Befragten ausmacht, die den Islam als „die einzig wahre Religion“ ansieht (mittlerweile 72 %).

Kirchen werden in der Türkei und in islamischen Ländern nahezu ausgerottet – und trotzdem preisen viele Türken ihre Werte als „freizügiger“ als die hiesigen. Dass dabei kulturelle Verständnisse aufeinander prallen, die nicht nur diametral gegeneinander stehen, sondern auch mit westlichem Blick als unvereinbar miteinander gesehen werden dürften, ist ein Rückschlag für alle die, die den Weg der Integration in den letzten Jahren mühsam vorangetrieben haben. Denn die Zahlen offenbaren: Je größer die Anstrengungen um Eingliederung von Muslimen, desto stärker wird deren Ablehnung gegenüber den Deutschen. Letztlich kann man daraus nur die Schlussfolgerung ableiten, dass ein Integrationswille bei einer Mehrheit von Türken fehlt – und das alleinige Ziel die Parallelgesellschaft bis zur politischen und religiösen Machtübernahme im Land ist. Was „Grünen“-Politiker schon vor zehn Jahren prophezeiten, bekommt nun Konturen: Cem Özdemir wartet bis heute darauf, das zu vollenden, was man „vor den Toren Wiens nicht geschafft“ habe und möchte die türkische Regierung später einmal dabei unterstützen, mit den deutschen Vertriebenen am Mittelmeer fertig zu werden – so sagte er es in Interviews der Vergangenheit.

Gerade die linken Parteien werden es nun sein, die die Zahlen der Studie mit dem mangelnden Engagement der Bundesregierung um Integration begründen. Da wird der deutschen Politik zu starker Druck auf Ausländer vorgeworfen, wird mit der Keule um „Assimilation“ geschwungen.  Dabei sprechen die Erhebungen eine eindeutige Sprache: Die Zunahme an „religiösen Ressentiments“ – wie es zurückhaltend gedeutet wird – wird auch auf die von Türken nur „gefühlsmäßig“ geäußerten Diskriminierungen zurückgeführt. Dabei fließen jedes Jahr neu Milliarden in Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen, wird in Sprach- und Verständigungskurse investiert – scheinbar nimmt die Wüste solches Wasser aber besser auf als jeder der befragten Muslime, die mit Vorwürfen auf eine Gesellschaft zugehen, in der zweifelsfrei so viel an Bestrebungen für einen unvoreingenommenen Pluralismus getan wird, wie wohl an nur wenigen Orten sonst.

Mancher Integrationspolitiker wird die fehlenden Bildungschancen für Migranten und unzureichende Sozialstrukturen als Ursache für das Unwohlsein der meisten Türken ausmachen. Dabei sind es genau diese Dinge, die die Studienteilnehmer in Deutschland als vorteilhaft und deutlich besser beschrieben haben als in der Türkei. Somit ist die Studie auch eine Entlarvung der Argumentationsmuster vieler Forscher und Sozialwissenschaftler: Nein, es sind eben nicht die Gründe, die immer wieder gebetsmühlenartig dem deutschen Staat an Versagen angetragen werden, die zu einer immer deutlicheren Ausprägung an Abscheu und Wut gegenüber Deutschland und Andersdenkenden führen. Möglicherweise ist es der Frust über eine zu langsam vorangehende Vereinnahmung der Bundesrepublik, die mangelnde Identifikationsmöglichkeit in einer Umgebung, die nicht nur fördert, sondern auch fordert, oder aber das von außen und durch innere Entwicklungen angetriebene religiöse Scharfmachen im Hinblick auf einen visionären Gottesstaat.

Eventuell mag mittlerweile ein deutscher Politiker mit christlichen Wurzeln die verstehen, die sich um die Zukunft dieses Landes sorgen. Es ist keine rechte Hetze, sondern eine bürgerlich-menschliche Angst als Nichtmuslim im eigenen Land. Befürchtungen vor einem neuen Mekka an Elbe oder Rhein wurden lange als Märchen und Populismus abgetan. Dass in den Köpfen vieler Muslime aber exakt diese Vorstellungen präsent sind, beweisen sie durch ihre eigenen Aussagen selbst. Nicht nur gefährlich und erschütternd, sondern menschenunwürdig und verfassungswidrig ist das Gedankengut, was offenbar zahlreiche Türken im Land prägt. Von Wertlosigkeit gegenüber Atheisten zu sprechen oder Andersgläubige als verloren zu bezeichnen – das sind Positionen, die mit keinem Grundrecht der westlichen Welt, geschweige mit Artikel unserer deutschen Verfassung vereinbar sind. Genau daher ist eindeutig: Die Studie zeigt unwiderruflich, dass einerseits die Differenzen zwischen Religionen, Traditionen und Kulturen offenbar unüberwindbar scheinen. Andererseits macht sie deutlich, dass Integration jeglichen Ausmaßes wohl nicht das befriedigen kann, was viele Muslime eigentlich sehnsüchtig erwarten. Und sie lässt damit die Konklusion zu, dass ein durch Eingliederungsmaßnahmen nicht zu bewältigender Konflikt vor den Türen Europas steht, dessen Nährboden man allzu lange verkannt hat.

Die noch verbliebene Verbundenheit der Muslime mit Deutschland könnte nach Ansicht des Studienleiters dann vergehen, wenn die Wirtschaftslage schwieriger wird und die sozialen Absicherungen für Migranten im Land zu schwinden drohen. Eine zunehmende Abwanderung zurück in die Türkei könnte es nach Einschätzungen geben, sobald die Vorteile für Muslime rückläufig würden. Man muss sich erbost die Frage stellen: Wie ernst ist es ausländischen Mitbürgern um ihre Loyalität mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wirklich bestellt, wenn es nur die Rosinen sind, die überhaupt noch zum Hierbleiben anhalten? Jeder Deutsche, der um Freundschaft und Offenheit gegenüber jedem hier lebenden Menschen gerungen hat, muss mittlerweile in tiefer Enttäuschung und Verbitterung verharren, wenn die eigene Gutmütigkeit nicht nur mit Füßen getreten, sondern offenkundig perfide missbraucht wird. Ein Projekt, das mit völkerverständigender Freude durch die Arbeiterbewegung begonnen hat, scheint nun an einem Scheideweg angekommen zu sein. Zweifel an den vielfachen Investitionen für die Integration werden sicherlich berechtigt lauter – und die schnellen Antworten aus linkspolitischen Lagern leiser. Denn wenn die Wahrheit zutage tritt, kann es auch bei den kühnsten Verfechtern einer bunten Gemeinschaft einmal zu Sprachlosigkeit kommen…

Dennis Riehle


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