UK: „Bedroom-Tax“ für die Armen, Wohnbeihilfen für Politiker!

Eine der umstrittensten Errungenschaften der liberal-konservativen Clegg-Cameron-Koalition war der Welfare Reform Act 2012 und als deren Teil, die Einführung der sogenannten „Bedroom Tax“. In ihr wurde der zugestandene, flächenmäßige Wohnraumbedarf neu nach unten festgelegt.

Das hatte zu Folge, dass rund 660.000 Familien im UK Beihilfen gestrichen wurden, da sie nach den neuen Regeln in zu großen Wohnungen lebten. Diese Regeln verlangen zum Beispiel, dass ALLE Kinder unter zehn Jahren gemeinsam in einem Kinderzimmer schlafen unabhängig ihres Geschlechtes und gleichgeschlechtliche Geschwister bis zum 16. Lebensjahr ein Zimmer teilen. Pro Erwachsenem und pro Paar wird ein Schlafraum anerkannt. Das führte – wie von den Gesetzgebern beabsichtigt – zu Kürzungen bei Beihilfen und Unterstützungen.

Die Betroffenen hätten theoretisch auch in kleinere Wohnungen umziehen können, aber die gibt es schlicht nicht in der benötigten Anzahl auf dem Markt, was den Politikern natürlich vorher durchaus bekannt war.

Zu den Betroffenen gehören überproportional Alte und in zweidrittel der betroffenen Wohnungen lebt mindestens eine Person mit Behinderung. Die Betroffenen hatten keine andere Wahl. Sie mussten die Kürzungen akzeptieren.

Die Politiker, die ihnen dieses asoziale Gesetz eingebrockt haben, leben selbst nach anderen, völlig gegensätzlichen Maßstäben.

Sie kassieren Wohnungsbeihilfen von bis zu 500 Pfund pro Woche oder 25.000 Pfund pro Jahr und dies teilweise gegen die für sie geltenden Vereinbarungen! 177 liberale und konservative Abgeordnete haben diese Beihilfen kassiert.

Für Arbeitssuchende im UK gilt die Regel, dass Wege zur Arbeit von bis zu einer Stunde Dauer als normal in Kauf genommen werden müssen. Es gibt aber Abgeordnete, die nur 40 Minuten vom Parlament entfernt ihren Wohnsitz haben und trotzdem eine Dienstwohnung in der City abrechnen!

Dies liberal-konservativen Schnösel, die im Parlament lautstark die Unterschicht zum Sparen verdonnern, geben für sich selbst das Geld mit beiden Händen aus…

Die Wohnungsbeihilfen der Politiker entsprechen in der Summe etwa einem Drittel der Kürzungen durch die Bedroom-Tax. Daran denkt natürlich keiner im Parlament! Denn die einen sind Sozial-Schnorrer und die anderen sind hart arbeitende Politiker.

Von den Betroffenen der Bedroom Tax haben inzwischen die ersten Selbstmord begangen, wie man es ähnlich von den Zwangsräumungen in Spanien kennt.

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http://www.theguardian.com/society/2013/nov/19/mps-bedroom-tax-hypocrisy-block-of-flats



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