Üble Rezensionen

Schlechtbewertet

Ein Schock am Sonntag Morgen. Wie jeden Tag besuche auch auch einem Moment die Seiten meiner Bücher bei Amazon. Eine vierte Rezension ist da, aber meine Bewertung ist von 5 auf 4 Sterne gesunken. Mir schwant übles. Und tatsächlich: Eine 1-Stern-Bewertung und das Übelste was ich seit langem über ein Buch gelesen habe.

Ich bin ja glücklicherweise ziemlich verwöhnt was gute Rezensionen angeht. Natürlich musst du auch damit leben, dass nicht alle von deinen Werken begeistert sind, und ich kann mittelmäßige Kritiken akzeptieren und auch negative, wenn ich sie einigermaßen nachvollziehen könnte. Wäre das Gros der Kritiken negativ würde ich eh was falsch machen und ich würde aufhören zu schreiben.

Jeder im Verlagswesen weiß, dass Amazon zu den wichtigsten Marketing-Instrumenten gehört, und dass Rezensionen Sieg oder Niederlage eines Werks bedeuten. Wobei es eigentlich keine Instrument sein sollte, das vom Marketing eines Unternehmens bedient wird, sondern eigentlich ein Instrument, mit dem der Kunde über ein Produkt abstimmen kann. Und wer orientiert sich nicht gerne daran, was bei Amazon über ein Buch geschrieben wird.

Dass sich Kritiken und Kommentare bei Amazon leicht manipulieren lassen, haben natürlich früh schon alle Beteiligten erkannt. Und natürlich gibt es Leute, die eine solche Möglichkeit auch gleich für sich auszuschlachten suchen. Mich selbst hat es 2008 betroffen, als Mitbewerber mein Video-Training zu InDesign schlecht geschrieben haben.

Nun kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, dass die Rezension getürkt ist. Allerdings weicht sie dermaßen konträr von allem ab, was ich bislang an Rezensionen zu meinen Büchern gehört und gelesen habe, dass sich der Verdacht schon ziemlich aufdrängt. Zumal ich gerade diese Woche mit einem Verlags-Lektor gesprochen habe, der berichtete, dass negative Schmutzkübelkampagnen bei Amazon gerade wieder zunehmen und einer seiner erfolgreichsten Autoren gerade ziemlich in der Schusslinie stehe.

Was ich persönlich mache um meine positiven Bewertungen bei Amazon zu unterstützen ist, dass ich Leute, die mir sagen oder schreiben eines meiner Bücher habe ihnen gut gefallen, darauf hinweise, dass mir eine entsprechende Rezension bei Amazon helfen würde. Außerdem poste ich neue Rezensionen in meinen Social Network Kanälen durch, in der Hoffnung ein Leser könnte sich angesprochen fühlen und ebenfalls noch seine Meinung anhängen. Ich glaube, das ist legitim und hat nichts mit Manipulation zu tun. Trotz meiner relativ guten Vernetzung und der zahlreichen, netten Kommentare die ich zu meinen Büchern bekomme, ist es recht schwer viele Rezensionen auf Amazon zu bekommen. Trotz dem, dass sich meine Bücher sehr gute verkaufen und im Absatz in ihrem Bereich wohl ganz vorne stehen.

Wenn ich beobachte, wie Werke, die sich ähnlich gut verkaufen dürften, wie meine, innerhalb weniger Wochen und Monate ein Zwei-, Drei- oder Vierfaches an positiven Bewertungen erhalten, dann werde ich skeptisch. Geht das noch mit rechten Dingen zu?

Steffen »Stilpirag« Böttcher hat für sein Buch Abenteuer Fotografie mittlerweile 54 durchwegs positive Rezensionen. Das ist für mich nachvollziehbar. Das Buch ist gut und Steffen war bis dahin ein sehr bekannter und beliebter Blogger (er scheint das Bloggen ja leider ad Acta gelegt zu haben). Dass eine derart gute Vernetzung Freunde des Blogs dazu verleitet Ihre Meinung zum Buch bei Amazon Kund zu tun ist klar. Das hat er auch verdient. Mit einem Blog so erfolgreich zu werden ist viel Arbeit.

Doch diesen Rückenwind durch einen bekannten Blog haben die wenigsten Autoren. Und ohne frage ich mich schon, woran es wohl liegen mag, dass manche Autoren so viel mehr Sterne sammeln als ich. Nun. Es mag natürlich sein, dass deren Bücher einfach so viel besser sind als meine und ich mir nur einbilde, dass meine zum besten gehören, was man in ihrem Bereich bekommen kann. Zumindest gebe ich mir alle Mühe, dass dem so ist. Doch dass das System Amazon mehr als leicht zu manipulieren ist liegt auf der Hand, und dass es dann auch Leute gibt, die diese »Chance« nutzen, leider auch.

Frustrierend, wenn du dabei als Autor ehrlich bleiben möchtest. Wenn die Konkurrenz die unfairen Möglichkeiten nutzt, du selbst das Spiel aber nicht mitspielen willst, kannst du eigentlich nur verlieren.

Vor kurzem habe ich gesehen wie eine Neuveröffentlichung mit einer ersten Rezension total zerrissen wurde. Ich habe das Buch nicht und keine Ahnung, ob die Rezension authentisch war, oder der üble Trick eines Mitbewerbers. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist, dass wenige Tage später sechs neue, absolut positive Rezensionen zu dem Buch vorlagen. Sorry: Sechs positive Rezensionen für ein Fachbuch, weit ab der tatsächlichen Buch-Bestseller – das kann nur manipuliert worden sein.

Natürlich wirft es die Frage auf, ist das eben genannte Buch eigentlich gut, die schlechte Rezension ungerechtfertigt, und hat hier der Verlag oder der Autor einfach nur die vorhandenen Möglichkeiten genutzt sich mit unehrlichen Mitteln gegen einen unfairen Angriff zu wehren, oder ist das Buch tatsächlich nicht so besonders?

Tatsache ist, dass es mittlerweile Agenturen gibt, die darauf spezialisiert sind, Meinungen im Internet zu manipulieren. Ob bei Facebook, Twitter, anderen sozialen Netzwerken oder eben auch Buchhändlern wie Amazon. Die netteren werden sich dabei wahrscheinlich darauf konzentrieren mit mehr oder weniger fairen Mitteln positive Stimmung zu verbreiten. Die skrupelloseren werden natürlich vor allem auch nichts unversucht lassen den Mitbewerber schlecht machen. Man wird sehen müssen, wie sich das ganze entwickelt. Bevor ich mich dazu herab lasse selbst in Schlammschlachten einzusteigen, werde ich mein Autoren-Mäntelchen halt wieder an die Wand hängen.

Ihr dürft das jetzt ruhig als Aufforderung verstehen mir eine Rezension bei Amazon zu schreiben. Es braucht sicher mehrere positive Kommentare um einen 1-Stern-Verriss aufzufangen. Folgt dieser Bitte aber nur, wenn ihr meine Bücher kennt und eine ehrliche Meinung abgeben könnt. Ich hoffe natürlich, dass mir eure ehrliche Meinung gewogen ist und ich habe nichts dagegen, wenn ihr es für euch behaltet, wenn ihr nicht so begeistert seit. Am Ende kann ich aber mit einer ehrlichen kritischen Stimme besser leben, als mit verlogenen Lobgesängen. Wie gesagt: Wenn meine Bücher wirklich nicht gut sind, ist die Konsequenz, dass ich aufhören sollte zu schreiben. Dabei liegt doch gerade mein achtes Thema am Tisch.


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